Aulendorfer Masken sind verbannt

Brauchtumsmoment in der Stadthalle beendet die Fasnet 2019

Die Aulendorfer Masken sind beim Kehraus am Dienstagabend wieder verbannt worden. Das Traditionsmoment gehört zum Brauchtum der Aulendorfer Fasnet, das als Teil der schwäbisch- alemannischen Fasnacht immaterielles Kulturerbe ist.

Drei Mal tritt in der Aulendorfer Fasnet die Figur des Maskenmeisters auf; beim Häsrichten, bei der Befreiung der Masken am Hexeneck sowie bei der Verbannung der Masken. Gegen 23.45 Uhr am Dienstagabend war es in der Aulendorfer Stadthalle – in der zuvor noch ausgelassen getanzt und die Auftritte der Guggenmusik Spots und der Sprunghexen verfolgt wurden – soweit: Burggraf Andreas I (Andreas Herkommer) ließ das Ende des närrischen Treibens verkünden, und Bürgermeister Matthias Burth bekam den Stadtschlüssel zurück.

Beim Kehraus in der Stadthalle verbannt der Maskenmeister die Aulendorfer Masken.

Dann schritt der herbeigerufene Maskenmeister (Michael Weißenrieder) zur Tat – der Moment, zu dem auch den umstehenden Kehrausbesuchern das Lachen aus den Gesichtern verschwand. „Ich spreche nunmehr aus den Bann – den keiner ein Jahr lösen kann!“, sprach der Maskenmeister seinen Bannspruch. Heulend und klagend beugten sich die Masken und zogen mit den Gongschlägen um Mitternacht mit ihrem Meister aus der Stadthalle davon.

Das Ende bildeten der Burggraf mit seinem Gefolge, Zunftmeister, Hohe Räte und Bürgermeister – jeder mit einer Kerze in der Hand. Am Ausgang löschte der Maskenmeister diese – sofern nicht der letzte närrische Schalk die Flamme selbst auspustete. Und tatsächlich: schlagartig, mit dem letzten Löschen der Kerze verschwand auch die fastnächtliche Stimmung in der Halle, viele Besucher machten sich direkt auf den Heimweg. „Ein bisschen schade ist es ja schon“, raunte eine Aulendorferin noch beim Hinausgehen.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 07.03.2019
Text und Foto: Paulina Stumm

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