Fasnet in Aulendorf – Fasnetsdienstag

Am Fasnetsdienstag, so gegen sechs Uhr am Abend, versammeln sich bei der Grundschule weißgewandete Gestalten. Den Kopf weiß bedeckt, das Gesicht weiß geschminkt, in der Hand eine Laterne oder eine Fackel, teilweise ausgerüstet mit irgend einem Lärminstrument.

 

Hemdglonker

Hemdglonker

Es treffen sich die „Hemdglonker“, die nun weinend durch die Aulendorfer Straßen ziehen und lautstark auch dem letzten Einwohnern kundtun, dass die herrliche, unbeschwerte Fasnetszeit unaufhaltsam ihrem Ende zugeht.

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Die Fasnet wird verbrannt

Die Fasnet wird verbrannt

Beim „Radwirt“ trinkt man noch einen letzten Glühwein auf die kränkelnde Fasnet und schaut, dass man gegen Sieben Uhr auf dem Schlossplatz beim Narrenbaum ankommt, wo die Hemdglonker schon vom Burggraf und seinem Hofstaat erwartet werden. Jetzt wird es amtlich – die Fasnet liegt in den letzten Zügen. Die Narrenrichter erscheinen, die Sünden der von den meisten Geliebten werden aufgelistet und wie könnte es anders sein, die Fasnet wird zum Tod durch Feuer verurteilt. Aufgehängt am Narrenbaum brennt sie lichterloh und versprüht bis zuletzt dank Pyrotechnik ihr närrisches Leben.

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"O Jeerum, O Jeerum, die Fasnet hot a Loch"

„O Jeerum, O Jeerum, die Fasnet hot a Loch“

Noch ein letzter Tanz um den Narrenbaum, noch ein letztes mal den Narrenmarsch gesungen, dann bekommen die Zimmerleute vom Burggrafen den Auftrag, das Sinnbild der Fasnet, den Narrenbaum umzusägen! Jeder Sägenzug ist schmerzhaft – auch echte Tränen kullern bei den Narren über die bleichen Wangen. Der Baum fällt und alle holen sich ein Zweiglein, eine Scheibe vom Stamm – der Samen für die neue Fasnet ist im Volk gesäht!

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