Das Schnörkele

Aulendorfer Schnörkele

Aulendorfer Schnörkele

Das Häs vom Schnörkele gibt es in verschiedenen Grundfarben, es ist mit Schnörkeln bestickt. Schnörkel sind Verzierungen, die nicht notwendig, sondern nur schön sind. Auch der Strohhut des „Schnörkele“ endet in einem großen Schnörkel.

Schnörkele nennt man auch des brezelartige Gebäck, das unser „Schnörkele“ auf einem Stab mit sich trägt und an die Zuschauer beim Narrensprung verteilt.

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Maskenbeschreibung

Das Schnörkele

Das Schnörkele ist ebenfalls eine Kreation der Nachkriegszeit. Es symbolisiert laut Alfons Braun “durch das Austeilen des Gebäcks, den “Schnörkele”, die Güte und Gebefreudigkeit, die Hilfsbereitschaft und in seiner wunderschönen Gestaltung den Willen zum Schönen …”  Schon der Name “Schnörkele” hat etwas Liebevolles an sich. Ist es doch die schwäbische Verkleinerung von Schnörkel und Schnörkel sind wohl schöne, aber nicht unbedingt notwendige Verzierungen. Auch das gebackene Schnörkele ist eine Spielerei, eine Abart unserer schwäbischen Brezel. Diese Schnörkele werden auf einem Stab getragen und während den Narrensprüngen an die Zuschauer verteilt.

Der Burggraf hat auch für die “Schnörkele” eine bestimmte Aufgabe während der Fasnet. Vor dem großen Feuer bei der Maskenbeschwörung sagt er ihnen:

“ Geboren einst in schwerer Zeit

verkörpert Güte ihr und Freundlichkeit.

Mit Schnörkele füllet oft den Stab,

Erfreuet groß und klein mit eurer Gab. “

Die Maske:

Die Maske aus Lindenholz darf nur von einem von der Narrenzunft Aulendorf e.V. anerkannten Maskenschnitzer gefertigt werden. An der Maske ist ein seidenes Kopftuch befestigt, das unter dem Kinn verknotet wird und den gesamten Hinterkopf verdeckt. Dieses Kopftuch hat die gleiche Farbe wie das Hutband und die Verzierung des Hutes.

Der Hut:

Der Schnörkelehut wird aus naturfarben belassenen geflochtenen Strohbändern genäht. Er hat einen Durchmesser von 40 bis 50 cm und eine Höhe von etwa 40 cm. Die Hutkrempe hat einen nach oben gebogenen Rand von etwa 5 cm Höhe. Die Krempe muss stabil sein und darf keinesfalls wie bei einem Schlapphut durchhängen. Krempe und Kopfteil müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander sein. Es darf nicht der Eindruck eines mexikanischen Sombreros entstehen. Das Kopfteil des Hutes verjüngt sich gleichmäßig und läuft zu einer Spitze aus. Die letzten 10 bis 15 cm (Hutspitze) werden zu einem Schnörkel nach links gebogen. (Keinesfalls nach rechts, hinten oder nach vorne.) Der Hut ist verziert mit einem einfarbigen Seidenband (4 cm breit), das in 5 bis 6 Windungen bis zur Spitze um das Kopfteil geschlungen wird. Befestigt wird der Hut an der Stirnseite der Maske mit Druckknöpfen und mit einem Kinnband aus dem gleichen Stoff wie die Hutzier, das mit einer großen Schleife verknotet wird.

Das Kostüm (Häs):

Das Häs des Schnörkele besteht aus gleichfarbiger Jacke und Hose. Das Kostüm wird aus einem unifarbenen glatten Gewebe gearbeitet. Geeignet sind: Feingabardine Mischgewebe, leichter Wollstoff, Trevira – Leinen, kräftiger Baumwollstoff (alle Stoffe ohne Elastikanteil). Vorgesehen ist die Verwendung von Erdfarben, vermehrt werden in den letzten Jahren aber auch kräftige Grundfarben zugelassen. Farben sind mit dem Maskenwart abzustimmen.

Die Jacke:

Das Vorder- und Rückenteil wird bis zur Taille geschnitten, mit Abnähern auf die Figur angepasst. An die Taille des Oberteils näht man das Schößchen. Es ist aus einem Kreis geschnitten (dadurch fällt es glockig) und verläuft zur hinteren Mitte in eine Spitze. Das Schößchen ist am Rückenteil in der Mitte je nach Körpergröße ca. 35 – 40 cm lang und verjüngt sich zur vorderen Mitte auf ca. 25 – 30 cm. Die Ärmel werden in so genannter Trompetenform (Glocke) geschnitten, also nach unten ausgestellt. Die einzelnen Teile der Jacke sind kunstvoll mit verschiedenen großen Schnörkeln in leuchtenden kräftigen Farben mit der Maschine bestickt. Die Jacke wird zum Schluss ganz abgefüttert und in der vorderen Mitte mit einem teilbaren Reißverschluss geschlossen. Rundhals wird die Jacke getragen und nur mit einem Schrägstreifen vom gleichen Stoff eingefasst (fertige Breite 1 cm).

Die Hose:

Die Hose ist ab Hüfte in gerader Form geschnitten, bis Größe 44 ohne Seitennähte. Die Hosenbeine werden ebenfalls bestickt, als spitzes Dreieck verlaufend von der unteren Hosenkante  bis ca. 30 – 35 cm unterhalb der Taille endend. Es ist darauf zu achten, dass die Schnörkel etwa 2 cm oberhalb der fertigen Saumlänge enden. Die Hose wird oben mit Tasche, Bund und Reißverschluss fertig gestellt.

Der Glockengurt:

Über der Jacke wird ein 5 cm breiter naturfarbener Gurt aus Rindsleder in der Taille getragen. Der Gurt wird vorne geschlossen. Ca. 10 –15 cm links und rechts von der Gürtelschnalle entfernt verläuft ein weiterer Gurt aus der Taille über den Nacken wieder zur Taille, welcher fest mit dem Taillengurt vernäht ist. An diesem Gurt werden 15 zum Teil verschieden große kupferfarbene Schellen befestigt. Die Schellen sind rechtzeitig beim Maskenwart zu bestellen.

Der Schnörkelestab:

Der Schnörkelestab ist ein ca. 40 cm langer, 10 –15 mm starker, gedrechselter runder naturbelassener Holzstab an dem unten eine runde Holzscheibe 3-5 mm stark mit ca. 12 cm Durchmesser befestigt wird. Unter dieser Holzscheibe wird ein Holzgriff, ca. 12 cm lang und ca. 3 cm Durchmesser angeleimt. Es wird empfohlen an der Spitze des Schnörkelestab eine Schlaufe zu befestigen um den Stab leichter zu tragen.   

Die Handschuhe:

Wie zu jeder Originalmaske gehören auch zum Schnörkele Handschuhe. Die Handschuhe müssen dunkel sein.

 

Die Schuhe:

Die Schuhe müssen dunkel sein.

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