Zimmermänner stellen Narrenbaum

Narrenlochsucher bekommen Unterstützung aus dem All

 Ganz in Hand der Narren hat sich Aulendorf am Donnerstag gezeigt. Am Gumpigen ist traditionell viel los in der Stadt. Los ging es mit der Schülerbefreiung am Morgen und dem Stellen des über die Dächer ragenden Narrenbaums auf dem Schlossplatz. Am Nachmittag zogen dann allerlei kreativ zum diesjährigen Fasnetsmotto verkleidete Gruppen im Kinderumzug durch die Straßen.

Mit vereinten Kräften und einem anfeuernden „Hau-Ruck“ der Zuschauer wuchten die Zimmermänner den Narrenbaum in die Höhe.

Kanonenknall donnert durch den Pausenhof der Grundschule, als die Narren am Donnerstagmorgen gegen zehn Uhr in die Schule einlaufen, den Grundschulrektor Oliver Trzeciok gefangen nehmen und gefesselt aus dem Schulhaus abführen. Begleitet von der Aulendorfer Krachkapell’ strömen die Kinder aus der Schule. Im Umzug geht es dann Richtung Schlossplatz. Unterwegs erwartet die Kinder in diesem Jahr eine Neuerung: die Schwellköpfe mit Gutsle.

Narrengruß: „Eckhex-Hui“

In der Hauptstraße schließen sich die Zimmermänner mit dem Narrenbaum an, der auf dem Schlossplatz schon von Florian Angele, dem moderierenden stellvertretenden Zunftmeister, erwartet wird. Mit launigen Späßen und einem dreifachen „Eckhex-Hui“ heißt er die Zimmermänner und die sich am Rand drängenden Zuschauer und Umzugsgänger willkommen, während Hofstaat und Rektor auf dem Tribünenwagen Aufstellung beziehen.

Der Burggraf fordert die Zimmermänner auf, den Baum zu stellen. Diese stellen klar: „Wir haben den Baum unter großen Gefahren gefällt“, allein: „Ich seh’ da gar kein Narrenloch“. Die Narrenlochsucher müssen her, denn ohne passendes Narrenloch wird für der Baum kein Plätzchen zum Aufstellen zu finden sein. Unterstützung gibt’s in diesem Jahr aus dem All. Astronaut Peter mit seinem Kollegen bieten – unterwegs „auf der Suche nach der intergalaktischen Fete“ – ihre Hilfe an. Mit Messgeräten ausgestattet machen sich die Narrenlochsucher ans Werk. Als sie, musikalisch unterstützt von den Schussentäler Schalmeien, der Krachkapell’ und der Schulband der Schule am Schlosspark unter Leitung von Rektor Christof Lang, nach einigen Fehlversuchen dann doch fündig werden, rollt der Baum auf dem Hänger auf den Platz. „Das ist der älteste und schlechteste gepflegte Lanztraktor in Aulendorf, aber er gehört halt der Stadt“, stichelt Angele.

Einen imposanten Kranz gab es für den Narrenbaum.

Imposanter Kranz am Baum

Ein Raunen geht durch die Zuschauerreihen, als dem Baum der imposante Kranz umgelegt wird. Es folgen die Fahnen mit den Masken, bevor die gut 20 Zimmermänner die Schwalben, die Stützstangen, anbringen. Begleitet von Hau-Ruck-Rufen der Zuschauer wuchten sie den Baum in mehreren Etappen in die Höhe. „Schee war’s, wie immer“, wird Zimmermeister Anton Rist später kommentieren. Und ja, der Baum habe völlig problemlos ins Narrenloch gepasst.

 

Für Kinder war am Gumpigen einiges geboten, etwa beim Burggraf-Aufwiegen.

Nach dem obligatorischen Tanz um den Narrenbaum lässt sich der Burggraf in seinem Polstersessel nieder und wird mit Gummibärchen aufgewogen. So ganz leicht ist er nicht, sehr zur Freude der Kinder, die sich gütlich tun. Dann verläuft sich die bunte Narrenversammlung schnell. Während die einen zum Mittag verschwinden, tummeln sich ein paar Jugendliche mit Musik auf der Straße oder ziehen sich bis zum Umzug in den Jugendtreff zurück.

 

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 09.02.2018
Text und Fotos: Paulina Stumm

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