Sprungfreudige Hexen erstaunen Besucher

Beim Großen Narrensprung in Aulendorf geht es trotz Schneeregens ausgelassen zu

Die Schnörkele sind eine gutmütige und lustige Maske der Aulendofer Narrenzunft.

 Butzenzuttel, Schorrenweibla, Seegockel und noch viele weitere Masken hat es am Sonntagnachmittag beim Großen Narrensprung in Aulendorf zu sehen gegeben. Trotz zeitweiligem Schneeregen ließen sich Hunderte Zuschauer nicht davon abhalten, das närrische Treiben am Umzugsrand zu verfolgen – dem ein oder anderen rückten die Narren dabei ganz schön auf die Pelle.

Noch in der Nacht zuvor hatte es in Aulendorf einen Großbrand in einem Wertstoffhof gegeben. Wegen der starken Rauchentwicklung hatte es Warnungen gegeben, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Nachricht verbreitete sich schnell und auch die Narrenzunft hatte kurzzeitig Bedenken, ob der Umzug am Folgetag würde stattfinden können. Es habe einzelne Anfragen auswärtiger Zünfte gegeben, wie es aussehe, berichtet die Zunft, aber bereits am frühen Morgen war auf der Homepage zu lesen: Der Umzug findet wie geplant statt.

Nachhilfe in Narrenrufen

Die Bächlesfischer der NZ Seegockel treiben es bunt mit den Zuschauern.

Und so sprangen neun auswärtige Zünfte samt verschiedenen Musikkapellen, einigen Aulendorfer Ulkgruppen und natürlich den Aulendorfer Masken ab 14 Uhr knapp zwei Stunden am Schloss vorbei durch Aulendorf und die Hauptstraße entlang – in deren Mitte der Lautsprecherwagen aufgestellt war. Moderator der Aulendorfer Zunft, Michael Weißenrieder, begrüßte die Gastzünfte und half den Zuschauern – soweit nötig – mit den Narrenrufen. Da wurde genau hingehört und dann auch kräftig zurückgerufen, etwa bei der Narrenzunft Seegockel Friedrichshafen: „Gockelores – Kikeriki“. Deren Gruppe der Gockelmetzger wäre Weißenrieder dann alsbald beinahe selbst zum Opfer gefallen. Er konnte sich aber genauso retten wie später vor Werners Esel der Narrenzunft Bad Waldsee.

 

Moderator Michael Weißenrieder bekommt ein Gastgeschenk.

Retten konnte sich auch der ein oder die andere Zuschauerin, die von den Masken gefangen genommen wurden – etwa von den Hexaverbrennern der Unlinger Zunft, mit dem passenden Narrenruf. In diesem Fall einem dreifachen „hoi, hoi, hoi“ als Antwort auf „Bussakendla, Bussaweibla“. Lobende Worte fand der Moderator auch für den Narrensamen aus Bad Waldsee, der sich mutig zu einer hohen Pyramide auftürmte. Und während die Narren mit den großen Besuchern auch ihren Schabernack trieben, gab es für die Kinder Süßigkeiten. Eine freundliche Närrin lüftet sogar einmal kurz ihre Maske, als eine kleine Zuschauerin sich erschrocken an Papas Beine klammerte. Den auswärtigen Zünften folgten die bunten und in diesem Jahr intergalaktisch gewandeten Ulkgruppen, bevor die Aulendorfer Zunft den Umzug beschloss. Für anerkennendes Raunen in den Zuschauerreihen sorgten dabei auch die akrobatischen Elemente der Sprunghexen.

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 12.02.2018
Text und Fotos: Paulina Stumm

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