Narrenzunft feiert die 40. Narrenmesse

Nur angemeldete Mäschkerle dürfen teilnehmen – Mitsingen verboten

Im Jahr 1981 fand im Festzelt bei der Grundschule, anlässlich des damaligen Landschaftstreffens Aulendorfs erste Narrenmesse statt. Nicht weniger denkwürdig war am Sonntag, 14. Februar, 2021 in der Pfarrkirche St. Martin der Gottesdienst mit dem Motto „Messe für vernünftige Narren“.

Die Narrenzunft Aulendorf feierte in der Pfarrkirche St. Martin die 40. Narrenmesse.

Wer hätte jemals gedacht, dass für eine Narrenmesse eine Voranmeldung notwendig ist? Und dass beim Betreten der Kirche die Hände desinfiziert und die Personalien notiert werden würden. All dies ist während der Corona-Pandemie Alltag geworden. Siegfried Hornung, Leiter des Liturgieteams der Narrenzunft, machte zu Beginn der Messe deutlich: „Narr sind wir im Herzen, auch wenn die Eckhexe im Schrank bittere Tränen weint.“ Er bat die Anwesenden, den Kirchplatz nach dem Gottesdienst zügig zu verlassen.

Stadtpfarrer Anantham Antony, der seine Predigt wie in den Vorjahren in Reime gefasst hatte, bekräftigte, dass Gott „trotz Maskenpflicht, sieht dem Menschen ins Gesicht“. Der Geistliche thematisierte auch die Schaffung bezahlbaren Wohnraumes, die bevorstehenden Wahlen und die Null-Toleranz von sexuellem Missbrauch. Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst von Organistin Rief-Siegle, einer Abteilung der Stadtkapelle und den Sängerinnen Stefanie Ambacher und Elisabeth Eisele. Zu den abschließenden Klängen des Narrenmarsches, bei dem Mitsingen streng verboten war, schwenkten die Gottesdienstbesucher die am Eingang erhaltene Träne mit der Aufschrift „Messe für vernünftige Narren“, womit sich der Kreis wieder schloss. Die vor der Kirche wartenden Polizisten hatten nichts zu beanstanden.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 15.02.2021
Text: Claudia Buchmüller

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