Narren stellen bei Kaiserwetter ihren Baum

Auf dem Aulendorfer Schlossplatz steppt der Bär – Schülerbefreiung am Morgen

Bei herrlichem Kaiserwetter und frühlingshaften Temperaturen hat Aulendorf am Donnerstag die Ortsfasnet gefeiert. Sonnenschein, blauer Himmel, beste Stimmung und fröhliches Beisammensein prägten den Gumpigen. Los ging der Tag mit der Schülerbefreiung am Morgen und dem anschließenden Aufstellen des Narrenbaums auf dem Schlossplatz – nicht nur für Kinder eine Gaudi.

Gefangen genommen und abgeführt: Grundschulrektor Oliver Trzeciok.

Einen wunderschönen und beeindruckenden Kranz gab es vor dem Stellen für den Narrenbaum.

Kleine Feen, Prinzessinnen, Clowns und – getreu dem zoologischen Fasnetsmotto – eine bunte Tierwelt bestehend aus Löwen, Pfauen, Tigern, farbenfrohen Vögeln, Schafen oder Zebras tummelten sich um kurz vor 10 an und in der Grundschule. Sie wurden Zeugen, wie die Narren, unter anderem begleitet von der Original Aulendorfer Krachkapelle, den Fasnetsladern sowie der erstmals teilnehmenden Lumpenkapelle Schindelbach-Zollenreute, das Schulhaus stürmten und Rektor Oliver Trzeciok gefesselt abführten. Nicht fehlen durften die Kanonenschläge auf dem Schulhof, bevor der Umzug Richtung Schlossplatz begann.

 

Wo ist bloß das Narrenloch? Und, oh Schreck, es ist nicht tief genug! Der „Bohrbär“ musste ran – mit Unterstützung klappte es besser.

Helden der Kinder waren auf dem Umzugsweg die Schwellköpfe, die aus den 1950er-Jahren stammen und bereits im vergangenen Jahr eine Wiederbelebung erfuhren. Sie verteilten entlang der Straße und auch von Hausdächern und aus geöffneten Fenstern herab Gutsle und Brezeln an die Kinder – was für ein leckerer Spaß.

Angekommen am Schlossplatz empfing der stellvertretende Zunftmeister Flo Angele humorvoll die närrische Schar und Burggraf Andreas I. (Andreas Herkommer) forderte die Zimmermänner auf, den Narrenbaum zu stellen. Doch, oh Schreck, wo ist das Loch für den Baum? Ein klarer Fall für die Narrenlochsucher, die jedoch ihrerseits erst vom „Narrenlochsucher- Sucher“ Flo Angele gemeinsam mit den Kindern gefunden werden mussten.

Erstmals dabei: die Lumpenkapelle Schindelbach-Zollenreute.

Als die Sucher gefunden waren, machten sie sich ans Werk und wurden nach einer Weile auch fündig. Doch das entdeckte Narrenbaumloch war nicht tief genug. Also suchten Angele und die Kinder den Bohrbär. „Bohrbääär!“ ertönte es aus den Kinderkehlen. Als das nichts half, erschallten Rufe nach „Himbääär!“ und „Brombääär!“. Der Trick funktionierte: Endlich war er gefunden, und als der Bär mit Hilfe der Grundschüler das Loch gebohrt hatte, machten sich die Zimmermänner mit dem Narrenbaumstellen ans Werk. Das gelang nicht sofort, in mehreren Etappen wuchteten die  Zimmermänner den Baum in die Höhe – dazwischen sorgten die Schalmeien, Schulband, Lumpen- und Krachkapellen für Stimmung.

Wie schwer ist der Burggraf? Das galt es beim Aufwiegen mit Gummibärchen herauszufinden.

Dann war es geschafft, der Stamm passte prima ins Loch und die närrische Schar tanzte ausgelassen um den Baum, bevor sich der Burggraf in seinen Polstersessel begab, um mit Gummibärchen aufgewogen zu werden. Erneut ein süß-leckeres Spektakel für die begeisterten Kinder. Zum Abschluss des Vormittags konnten sie dann noch Landjäger einsammeln, die die Schwellköpfe vom Schlossbalkon herunter warfen.
Ha, ha, ha, jo was saisch au!

 

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 01.03.2019
Text und Fotos: Karin Kiesel

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