Aulendorf hat „eine Hymne kreiert“

Närrischer Ohrwurm 2019 geht nach Aulendorf – Fans empfangen Sieger auf dem Schlossplatz

Die EMB² &“ Die Aulendorfer“ geben beim Wettbewerbsauftritt um den Närrischen Ohrwurm alles. (Foto: SWR/Alexander Kluge).

Der Närrische Ohrwurm 2019 geht nach Aulendorf. Mit drei Punkten Vorsprung haben die „EMB² & Die Aulendorfer“ den Fastnachtshit-Wettbewerb des SWR Fernsehens am Sonntag für sich entschieden. „Es ist überwältigend“, sagt Andreas Herkommer, der das Schunkellied zusammen mit Peter Baurmann als EinMannBand² ausgedacht und komponiert hat. Als Preis bekamen die Musiker ein professionelles Musikvideo – und einen Kuss von Schneewittchen.

„Ich kann es noch gar nicht richtig einordnen“, sagt Herkommer am Tag danach, immer noch etwas überrascht, aber gut gelaunt. Am späten Sonntagnachmittag standen er und seine Mitmusiker letztlich als Sieger auf der Bühne in Singen, von wo aus der SWR den Wettbewerb live im Fernsehen übertragen hatte. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir gewinnen“, sagt Herkommer – und doch setzten sie sich gegen sieben weitere Finalisten, die am Sonntag um den Titel musiziert hatten, durch.

„Es hat super geklappt“

„Wir waren schon am Samstag zum Soundcheck dort. Da waren wir noch echt angespannt. Wir haben zwei andere Bands gehört und das klang sehr professionell. Wir dachten, das wird ein harter Brocken“, erinnert sich Herkommer. Beim Auftritt am Sonntag selbst half dann das „sensationelle Publikum“ und der Blick in die vertrauten Masken der mitgereisten Fan-Abordnung aus Aulendorf. „Wir waren nicht aufgeregt. Die Grundstimmung war so positiv dort. Es hat super geklappt“, findet Herkommer.

So sehen Sieger aus: Die Band „Die Aulendorfer“ und (vordere Reihe von rechts) Peter Baurmann und Andreas Herkommer als EinMannBand². (Foto: SWR/Alexander Kluge)

Ganz ähnlich sahen das auch die drei Juroren, die für jeden der Finalisten nach deren Auftritt eine Bewertung ab- und Punkte vergaben. „So muss Fasnet klingen, es ist das einzige Lied, zu dem man Schunkeln und Feiern kann“, lobte etwa Schlagersängerin Alexandra Hofmann und gab den Aulendorfern zehn von elf möglichen Punkten. Mitjuror und Comedian Sven Hieronymus zog ebenfalls nur einen Punkt ab, als Mainzer habe er nicht alles verstanden. Und auch von Fernsehmoderator und Entertainer Hansy Vogt gab es zehn Punkte: „Ihr habt alles richtig gemacht. Ich würde sagen: Aulendorf hat eine Hymne kreiert.“

30 Punkte von der Jury

„Als wir von der Jury 30 Punkte bekommen haben, habe ich gehofft, dass wir damit unter die letzten fünf kommen“, sagt Herkommer und gibt zu: „Wenn man bei einem Wettbewerb mitmacht, will man natürlich auch gewinnen.“ Nach den Juryurteilen teilte sich die Aulendorfer dann zwar schon den vorläufigen Platz 1 mit der Band „Die Kellerspatzen und Freunde“, die Zuschauerabstimmung via Telefon stand da aber noch aus.

Die EMB² & „Die Aulendorfer“ mit Sänger-Jury und SWR- Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein als Schneewittchen. (Foto: SWR/Alexander Kluge).

Nach gut einer Stunde und 45 Minuten Liveshow war es dann soweit. SWR-Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein – im Schneewittchenkostüm – beendete das Telefon-Voting und versammelte alle fünf noch im Rennen stehende Teilnehmergruppen um sich. Die Anspannung stand den Musikern da schon ins Gesicht geschrieben. „Jede Minute fühlte sich wie eine Stunde an“, beschreibt Herkommer die Minuten, als Faber-Schrecklein nach und nach die Punkte der Publikumsabstimmung bekannt gab, bis klar war: „Auladorf zur Fasnetszeit“ ist der Närrische Ohrwurm 2019. Nur der Vollständigkeit halber: auch vom Publikum gab es für die Hitschmiede aus Aulendorf am meisten Punkte, nämlich 33.

Ein Kuss von Schneewittchen

Offensichtlich noch nicht ganz verarbeitet hat Herkommer den Kuss von Schneewittchen Sonja Faber-Schrecklein. Die Moderatorin holte zum Sieger-Interview aus, unterbrach sich dann aber selbst, nahm den Musiker zur Gratulation in den Arm, fragte: „Wurdest du schon mal von Schneewittchen geküsst?“ und gab dem Aulendorfer einen Kuss auf die Wange: „Jetzt isch’s passiert“. Dabei hatte Faber-Schrecklein die Rechnung aber ohne Dieter Langlouis von den „Aulendorfern“ gemacht, der sofort scherzhaft einwarf: „He! I au it!“ Schneewittchen lies sich nicht lange bitten und kommentierte lakonisch: „So sind se die Oberschwaben.“

„Nein, von Schneewittchen wird man nun wirklich nicht alle Tage geküsst“, sagt Herkommer dazu nur und erklärt: es sei der Moment gewesen, in dem klar war, dass sie gewonnen hätten: „Alles läuft wie im Film ab, da bekommt man gar nicht alles richtig mit.“

Bei der Ankunft in Aulendorf am Abend gegen 20 Uhr wurden die Gewinner des Närrischen Ohrwurms bereits erwartet. (Foto: privat/Julia Kramer).

Ganz zu Ende war der Film nach der Live-Übertragung aber noch nicht. Im Bus ging es mit den Fans zurück nach Aulendorf, wo sich unter dem närrischen Volk die nahende Ankunft der Ohrwurm-Sieger in Windeseile verbreitete, wie eine Aulendorferin berichtet. „Das machte per Whatsapp die Runde wie ein Lauffeuer.“ Und so standen Abordnungen der Stadtkapelle und des Fanfarenzugs sowie geschätzte 200 bis 300 Aulendorfer bereit und empfingen die „EMB² & Die Aulendorfer“ am Schlossplatz. „Das war ein absolut ansteckendes Aulendorfer-Wir-Gefühl“, berichtet sie.

Feiern im „Aulendorfer-Wir-Gefühl“

„Wirklich im Kopf bleibt, dass es mit den Aulendorfern so super geklappt hat“, zieht Herkommer sein Fazit zum Närrischen Ohrwurm und lobt die Band, die sich so kurzfristig bereit erklärt habe, mitzumachen. Schließlich waren nur drei Wochen und eine richtige Probe Zeit, um das Lied entsprechend zu Arrangieren und den Auftritt vorzubereiten. „Den Spaß und die Harmonie, die wir hatten, das war echt beeindruckend.“

Bleiben wird den Musikern neben dem Titel Närrischer Ohrwurm auch die gleichnamige kleine Plastikskulptur, quasi der Oscar der Fasnetslieder. „Der steht zur Zeit bei mir daheim“, sagt Herkommer. Er soll künftig im Probelokal der „Aulendorfer“ einen Platz finden. „Dann kommen wir einmal im Monat vorbei und schauen, ob er noch da ist.“

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 05.03.2019
Text: Paulina Stumm
2 Fotos: SWR/Alexander Kluge  
1 Foto: Julia Kramer

 

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