„Intergalaktisches Feiern“ lautet das Fasnets-Motto

Amtseinsetzungen beim traditionellen Martini-Frühschoppen der Aulendorfer Narrenzunft

AULENDORF – Am 68. Geburtstag der Narrenzunft Aulendorf wurde am Samstag pünktlich um 11.11 Uhr im Zunftheim die närrische Jahreszeit im wörtlichen Sinne „eingeläutet“. Die Ämter des Burggrafen, Zeremonienmeisters und das der beiden Hofnarren wurden mit der Übergabe der jeweiligen Utensilien feierlich vollzogen und die Bekanntgabe des Fasnets-Mottos 2018 mit Florian Angele kam mundartlich-literarisch daher.

Pünktlich um 11.11 Uhr war das Zunftheim der Narrenzunft voll besetzt und bereit zum Martini-Frühschoppen.

Das Zunftheim im Spitalweg ist voll besetzt, als die 11 Gongschläge zum Start der neuen Fasnets-Saison erklingen und das Trio „Halb so schlimm“ zum Aulendorfer Narrenmarsch aufspielt. Entgegen mancher Behauptungen, dass heutzutage niemand mehr Lieder singe, können im gemütlichen Obergeschoss des Zunftheims alle Anwesenden „Hond’r s g’achtet“ laut singen und zwar alle Strophen auswendig!

Zunftmeister Rolf Reitzel freut sich über die vielen Besucher und kann neben den Vertretern von Gemeinde und Schule viele Ehrenräte und Ehrenzunftmeister begrüßen – fast wie im Fernsehen wird jede Ansage von den Musikern Edwin, Ede und Manne mit einem Tusch quittiert. Das Besondere am Beginn der Aulendorfer Fasnet ist, dass gleichzeitig Geburtstag der Narrenzunft gefeiert werden kann, aber zudem ist seit Jahren ein „echtes“ Geburtstagskind, Martin, unter den Anwesenden und wird von der ganzen Narrenschar wieder laut singend beglückwünscht.

Reitzel erläutert die Bedeutung des 11. Novembers, an dem in früheren Zeiten letztmalig vor dem Weihnachtsfasten nochmals gefeiert wurde und zudem der Zeitpunkt für Pacht- und Zinszahlungen war. Danach berichtet der stellvertretende Zunftmeister Florian Angele davon, dass man sich um die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes bemühe (siehe Kasten). Angele betont dabei den Zusammenhalt sowie die Tradition der Fasnet und weist auf Landschaftstreffen und Termine hin, die auch über die Homepage der Narrenzunft zu erfahren sind.

Kerze vom Bürgermeister

Bürgermeister Matthias Burth (links) überreichte Zunftmeister Rolf Reitzel eine Geburtstagskerze

Ein „Hahaha, jo was saischd au“ darf nicht fehlen, wenn Bürgermeister Matthias Burth die Narren begrüßt. Und er sorgt für Erheiterung, als er seinen Fauxpas vom letzten Jahr ausbügelt, denn er hat diesmal ein Geschenk dabei: Ein Geburtstags-Teelicht soll Wärme bringen und der Narrenzunft so manches „Licht aufgehen lassen“. Außerdem werde die Stadt sich anstrengen, genügend Material zu liefern, damit die Narren in der heuer so kurzen Fasnet trotzdem genügend zum Schreiben haben.

Ebenfalls ironisch-heiter kontert Reitzel, indem er den Aulendorfer Bürgermeister auf einen Zeitungsartikel aufmerksam macht, in dem steht, dass die Narren des Nachbarorts von der Stadt unterstützt würden und er natürlich erwarte, dass Aulendorf es gleichtun und die Unterstützung sogar toppen werde.

Wieder ernst wird es, als die Inthronisation erfolgt: Wie im Vorjahr geht das Zepter an Burggraf Andreas I., alias Andreas Herkommer, und unterstützt wird er dabei durch die beiden Hofnarren Ramona Angele und Britta Wekenmann sowie vom Zeremonienmeister Jürgen Müller.

Burggraf Andreas I. ist es wichtig, dass alle aufeinander aufpassen und meint närrisch zu seinem Volk: „Wir helfen uns gegenseitig, dass wir immer im bestmöglichsten Zustand heimkommen“.

Ehe das Mittagessen bestellt werden kann, wird es noch literarisch: Florian Angele lobt das Fasnets-Motto 2018 in gekonntem 28-Zeilen-Mundart-Reim aus, dann geht es in ferne Galaxien: „Mir zündet im Kosmos a fette Rakete und feirat a intergalaktische Fete!“

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 13.11.2017
Text und Fotos: Sabine Jakob

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