Category: Berichte

Ehrenabend für verdiente Narren und treue Helfer

Ideeller „Lohn in Blechform“ soll zum Weitermachen ermutigen

Am Samstagabend hatte die Narrenzunft Aulendorf zum Ehrenabend ins Zunftheim eingeladen. „Es ist uns eine Herzenssache, langjährigen Mitgliedern und treuen Helfern unserer Fasnet zu danken“, sagte Zunftmeister Rolf Reitzel. Seit nunmehr 18 Jahren findet diese Veranstaltung bei den Aulendorfer Narren jeweils am Vorabend des offiziellen Beginns der schwäbisch-alemannischen Fasnet, dem 6. Januar statt. Der Fanfarenzug unter Leitung des zweiten Vorsitzenden Jonas Beutinger eröffnete traditionell die Veranstaltung. Die Anwesenden klatschten voller Vorfreude mit, sind doch die Fanfarenklänge und Trommelwirbel des FZ Aulendorf untrennbar mit der Fasnet verbunden.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Narrenzunft wurden geehrt (von links): Theo Vogel, Günther Fleck, Liese Weißenrieder, Renate Pfeiffer, Rosemarie Emele, Eddie Härle, Richard Frey und Franz Schick. Ganz links im Bild Zunftmeister Rolf Reitzel und Stellverteter Florian Angele, ganz rechts Stellvertreter Paul Mock.

Bevor Zunftmeister Reitzel mit der Vergabe der Orden und Ehrennadeln begann, bedankte er sich beim Jungzunftrat, der die Bewirtung übernommen hatte. Danach ernannte er den langjährigen Ordenswart Joachim Zimmermann zum Ehrenzunftrat. Dieser bedankte sich mit den Worten, dass er noch nicht wisse, ob er sich darüber freuen soll, erhalte man diesen Titel doch erst im Alter. Ähnlich äußerte sich auch Theo Vogel, der für 50 Jahre Mitgliedschaft die Ehrennadel in Gold erhielt. Darauf erklang ein tröstendes „Ihr seid doch die Jungen unter den Alten“ aus dem Publikum. Apropos Alter, es war auffallend, wie viele junge Menschen zum Ehrenabend gekommen waren.

Richard Frey, der ebenfalls für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde, nahm die Gelegenheit wahr, sich bei der Vorstandschaft der Zunft zu bedanken. „Es ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich, sich ehrenamtlich so zu engagieren; vor allem auch deshalb, weil die gesetzlichen Vorschriften und Anforderung stets zunehmen.“ Langanhaltender Beifall folgte aus dem gefüllten Raum. Zunftmeister Reitzel, sein Stellvertreter Florian Angele und auch die Geehrten sorgten mit Anekdoten dafür, dass der Ehrungsmarathon kurzweilig verlief.

Gleich zwei Auszeichnungen vom Zunftmeister erhielten Jennifer Reitzel und Zeremonienmeister Jürgen Müller.

Herzhaft gelacht wurde etwa über die Bemerkung von Franz Schick, dem eine goldige Frau lieber gewesen wäre, als eine goldene Ehrennadel. Zudem erfuhren die Gäste, für welche besonderen Verdienste der jeweilige Empfänger geehrt wird. Da gab es einiges zu staunen über die vielen unterschiedlichen und vor allem langjährigen Einsätze, die im gemeinsamen Bestreben für eine schöne Fasnet zusammenkommen. Der eine stellt seit Jahr und Tag kostenlos notwendiges Equipment zur Verfügung, andere trainieren jahrzehntelang die Sprunghexen, wieder andere basteln aufwendige Orden oder übernehmen Verantwortung für die Hofpagen. Auch die Narrenmesse am Fasnetssonntag will vorbereitet werden, nicht zu vergessen das Häsrichten und der Kinderball, das Schmücken von Halle und Straßen…

Die Liste lässt sich endlos fortführen. Für Bauhofleistungen, die von der Stadtverwaltung stets völlig unbürokratisch genehmigt werden, erhielten stellvertretend Bauhofmitarbeiter den Sternorden. Auch der Einsatz des DRK und der Feuerwehr wurde mit dem Sternorden belohnt. Bei der Übergabe gab der Zunftmeister seiner Hoffnung Ausdruck, „dass so ein Blechle vielleicht dafür sorgt, dass die Empfänger sich weiterhin mit der Zunft verbunden fühlen.“ Nur mit vielen helfenden Händen sei es möglich, die einzigartige Aulendorfer Fasnet auf die Beine zu stellen.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 07.01.2019
Text und Fotos: Claudia Buchmüller

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Narrenzunft Aulendorf feiert 69. Geburtstag

Fasnetsmotto 2019 ist der Zoo –
Narrenzunft ist schuldenfrei und bereitet sich auf Landschaftstreffen 2021 vor

Was da wohl drin sein mag? Bürgermeister Matthias Burth überreicht der Narrenzunft ein besonders liebevoll verpacktes Geburtstagsgeschenk.

Feste muss man feiern, wie sie fallen. Und zum Feiern hatte die Narrenzunft Aulendorf bei ihrem traditionellen Martini-Frühschoppen am Sonntag nicht nur einen, sondern gleich mehrere Gründe: Zum einen feierte die Zunft ihren 69. Geburtstag. Gegründet wurde sie als eingetragener Verein vor genau 69 Jahren, am 11. November 1949, wie Zunftmeister Rolf Reitzel im vollbesetzten Saal des Zunftheims erzählte. Gekommen waren rund 100 Zunftmitglieder und Gäste.

Darüber hinaus konnten die Aulendorfer Narren feiern, seit kurzem schuldenfrei zu sein und das vor 18 Jahren eröffnete Zunftheim ihr Eigen nennen zu können: „Jetzt gehört es uns!“, erklärte Reitzel stolz. Ein weiterer Grund zum Feiern war die Inthronisation von Andreas Herkommer als Burggraf Andreas I., dem Reitzel feierlich sein Zepter überreichte. Ihm werden in der kommenden Fasnet der Zeremonienmeister Jürgen Müller, die Hofnarren Britta Wekenmann und Ramona Angele und zehn Hofpagen als Hofstaat zur Seite stehen.

Und noch zwei weitere freudige Anlässe gab es zu feiern: einmal den Geburtstag eines Zunftmitglieds, der „Martin“ mit Vornamen heißt – passend zum 11. November, dem Martinstag. Und zum zweiten die Geburt des Enkels von Zunftmeister Rolf Reitzel. „Oskar hat sich 15 Tage Zeit gelassen und sich den 11.11. ausgesucht, um auf die Welt zu kommen!“ freute sich der Zunftmeister über den Nachwuchs.

Ein weiterer Anlass zur Freude war die Bekanntgabe des Fasnetsmottos 2019: „Zum wilde Tiere seha muss ma it verreisa, dia sieht ma au im Zoo beim rum… laufa. Do sieht ma so ziemlich alls an Exota, von Löwa über Leoparda bis zu de Ozelota“ dichtete Vize-Zunftmeister Florian Angele. Und zum Schluss: „Lasst uns eine grandiose Fasnet starten – in Aulendorfs Zoologischem Garten!“ Doch starten werde die Zunft die Fasnet erst an Dreikönig, betonte Zunftmeister Reitzel.

Konkurrenz für Burth?

Einen Vorgeschmack auf die nahende Fasnet gab der Frühschoppen dennoch. Dong, Dong, Dong… nach genau elf Gongschlägen wurde der Frühschoppen um elf nach elf mit dem Aulendorfer Narrenmarsch eröffnet. Alle sangen und klatschten kräftig mit. Einen Vorgeschmack auf die Fasnet gaben auch die Ansprachen von Zunftmeister Rolf Reitzel und Bürgermeister Matthias Burth, die sich gegenseitig humorvoll auf die Schippe nahmen. Burth gratulierte der Zunft zu ihrem Geburtstag und dazu, dass sie nun schuldenfrei sei. „Schulden abbauen ist ja eigentlich mein Thema. Ich hab Angst, dass euer Zunftmeister bei der nächsten Wahl gegen mich antritt und sagt ‚ich kann Schuldenabbau‘“, gab Aulendorfs Bürgermeister unter dem Gelächter des Publikums zu. Reitzel beruhigte ihn und meinte: „Keine Angst. Wenn es soweit ist, interessiert mich nur eins: Es fängt mit ‚R‘ an und hört mit ‚ente‘ auf.“

Humorvoll ging es bei den gegenseitigen Geschenken weiter. Der Bürgermeister hatte den Narren im vorherigen Jahr eine Schiefertafel mit einem Teelicht darauf geschenkt – „damit uns ein Licht aufgeht“, erzählte Reitzel. Als passende Antwort überreichte er ihm am Sonntag einen Schraubenzieher – „damit du die noch fehlenden Lampen in deinem Haus montieren kannst“, erläuterte der Zunftmeister. Denn obwohl Matthias Burth vor drei Jahren in sein neues Haus eingezogen sei, würden dort noch immer nicht alle Lampen hängen, erklärte Reitzel.

Burth wiederum hatte der Zunft ein besonderes Geburtstagsgeschenk mitgebracht: einen in Zeitungspapier eingepackten Röhrenfernseher. „Damit du in Ruhe das Landschaftstreffen im Fernsehen angucken kannst“, sagte er zum Zunftmeister. 2021 wird in Aulendorf das Landschaftstreffen stattfinden, zu dem rund 5000 Hästräger erwartet werden. Die Narrenzunft werde versuchen, zu diesem Anlass das Fernsehen nach Aulendorf zu bringen, berichtete Reitzel. Das wusste der Bürgermeister und schenkte deshalb den Narren das „hochmoderne Gerät“. Freude über das Geschenk wollte beim Vize-Zunftmeister Angele erst dann aufkommen, als er den in die Jahre gekommenen Fernseher wieder an den Bürgermeister zurückgeben konnte: „Wir freuen uns, dass du ihn annimmst“, sagte er schelmisch. Nach dem offiziellen Teil feierte die Narrenzunft mit Musik, Essen und guter Laune weiter. Gründe zu feiern hatte sie wahrlich genug.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 12.11.2018
Text und Foto: Sybille Glatz

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Neues aus der Narrenhochburg Aulendorf

Fasnetsmotto wird am 11. November verkündet – Alter für Maskenträger wird gesenkt

Zahlreich vertreten war der Aulendorfer Hexennachwuchs beim Landschaftstreffen in Bad Waldsee in diesem Jahr.

 Noch ist es eine Weile hin bis zum ersten offiziellen Termin der Fasnetssaison 2019 und dennoch finden in manchen Familien und Gruppierungen schon die ersten, streng geheimen Vorbereitungen statt. Zumal das neue Fasnetsmotto „unter der Hand“ oder eher „unter dem großen Ohr der Rätsch“ durchgesickert ist und sich in Windeseile verbreitet. Nein, die Schwäbische Zeitung beteiligt sich nicht an der Verbreitung von Geheimnissen und wartet natürlich bis zur offiziellen Verkündigung des Fasnetsmottos am 11.11. im Zunftheim der Narrenzunft.

Dennoch gibt es Neuigkeiten zu berichten und diese hängen mit einem leidigen Thema in Aulendorfer Narrenfamilien zusammen: „Ohne Maske hab‘ ich keinen Bock auf Springen! Da bin ich zu „alt“ dafür.“ Das Tragen einer Maske der Eckhexen, Fetzle und Schnörkele war bisher Mitgliedern vorbehalten, die am Stichtag 31. März das Mindestalter von 14 Jahren erreicht haben. Neu ist ab der Fasnet 2019 dass Kinder ab 12 Jahren mit einer geliehenen Maske offiziell mitspringen dürfen.

Zunftmeister Rolf Reitzel

Wie Zunftmeister Rolf Reitzel im Gespräch mit der SZ ausführte, wurde diese Erweiterung der Maskenordnung probeweise auf die Dauer von zwei Jahren beschränkt und vom Zunftrat mit großer Mehrheit beschlossen. Angeregt hat diese  Änderung der Zunftmeister selbst. „Mein Auftrag ist nicht nur, die Zunft zu führen, sondern auch den jungen Mäschkerle die Freude und den Spaß an der Fasnet zu vermitteln, sodass diese unser Brauchtum einmal weiterführen“, sagte Reitzel. Dazu gehöre eine möglichst frühe Bindung an die Aulendorfer Fasnet. Wenn junge Erwachsene wegen Ausbildung oder Studium Aulendorf verlassen, zuvor aber lange Jahre mitgesprungen seien, ziehe es diese zur Fasnetszeit wieder zurück, hofft er. Dass mit dieser neuen Regelung auch Bedingungen verknüpft sind, verstehe sich von selbst. „Ganz wichtig ist, dass Eltern ihre Zwölfjährigen nicht der Obhut der Zunft übergeben, sondern natürlich selbst verantwortlich sind“, so der Zunftmeister. Die Kinder müssen Mitglied in der Narrenzunft sein, wobei die Mitgliedschaft bis 18 Jahre beitragsfrei ist. Es genüge also nicht, dass der Maskenbesitzer in der Narrenzunft ist, erklärte er. Die gelbe Nummer des Maskenbesitzers muss am Häs des mitspringenden Kindes angebracht sein. Zudem wird die Teilnahme an der Maskenbelehrung,    die am 21. November um 18.30 Uhr im Zunftheim stattfindet, zwingend vorgeschrieben. „Wir haben den Termin so früh angesetzt, damit es für die Kids, die ja anderntags Schule haben, nicht zu spät wird“, bekräftigt das Oberhaupt der Zunft abschließend.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 26.10.2018
Text und Foto: Claudia Buchmüller

 

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Überregionales Narrentreffen der NG Hoorig Ettenheim am 03. Februar 2019

Am 03. Februar 2019 besucht die Narrenzunft Aulendorf die Narrengesellschaft Ettenheim

Hier der vorläufige Programmablauf:

Schon in der Früh:
Empfang der Narrenzunft Aulendorf durch den Umzugsleiter und Marsch an das „Obere Tor“.
Offizielle Begrüßung der Narrenzunft Aulendorf als Sprungzunft 2019 durch die Hoorigen.

11.11 Uhr Ettenheimer Narrensprung durch´s „Obere Tor“ durch die Narrenzunft Aulendorf gleichzeitig mit dem Sprung der Aulendorfer Sprunghexen durch´s „Obere Tor“ in die „Barocke Altstadt“. Eröffnung der Ettenheimer Wirtschafts – und Stroßefasent durch die Narrenzunft Aulendorf

14.00 Uhr Umzug der Gastzünfte aus dem gesamten Bereich der schwäbisch-alemannischen Fasent / Fasnet mit über 3.000 Häs – und Kleidlesträger durch die „Barocke Altstadt“.

Zur Homepage der NG Hoorig Ettenheim

 

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Eckhexe ist nicht mehr „nackig“

Maske der Aulendorfer Narrenzunft hängt jetzt mit Kopftuch im Europapark in Rust

Die Maske der Eckhexe stammt aus dem Nachlass eines privaten Sammlers.

 Eine Maske der Eckhexe, einer Aulendorfer Narrenfigur, hängt im Europapark in Rust. Sie ist Teil der dortigen Sammlung in der sogenannten „Narrenscheune Museum“. Sie hing dort zunächst ohne das charakteristische Kopftuch. Auf Initiative von Paul Mock von der Aulendorfer Narrenzunft ist die Maske jetzt vollständig.

Ein gutes Jahr ist es her, dass Mock die Maske im Europapark entdeckte, „nackig, also ohne Kopftuch“, sagt er. Ein Unding, befand auch der Zunftrat, und die Aulendorfer Narrenzunft beschloss, ein „handelsübliches Eckhexentuch“ für das Ausstellungsstück anfertigen zu lassen.

Die im Europapark hängende Maske stammt ursprünglich aus der Sammlung Paul Teikes, des ehemaligen, bereits verstorbenen Narrenmeisters des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte – quasi das Pendant zur Vereinigung Schwäbisch-Allemannischer Narrenzünfte. Wie der Europapark auf Anfrage mitteilt, wurde die Maske im Winter 2015/2016 von dessen Witwe, Petra Teikes, an den Park übergeben. Die Narrenscheune wurde zum Saisonstart 2016 eröffnet.

Die Narrenzunft Aulendorf pflege gute Kontakte zum Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (VON), berichtet Mock, und so habe er auch in diesem Fall Kontakt zu ihm aufgenommen, da eines der Verbandsmitglieder die Ausstellung in der Narrenscheune mitorganisiert hatte. „Er versprach mir, wenn wir ein Tuch schicken, kümmert er sich drum.“ Vor ein paar Tagen erreichte die Narrenzunftdann die freudige Nachricht: Die Aulendorfer Eckhexe hängt jetzt mit Kopftuch in Rust. Das Tuch wurde in der vergangenen Woche von Bernd Götzmann vom VON angebracht.

Die Eckhexe ist übrigens natürlich nicht die einzige Maske in der Narrenscheune. Laut Homepage des Europaparks schmücken rund 130 aus Holz geschnitzte Masken die dortigen Holzwände.

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 29.03.2018
Text: Paulina Stumm
Foto: Europapark/ D. Reichle

 

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Polizei spricht von „friedlicher Fasnet“

Jugendtreff war am Gumpigen gut besucht – Landschaftstreffen kommt 2021 nach Aulendorf

 Ein weitgehend positives Fazit zur diesjährigen Fasnet in Aulendorf ziehen Narrenzunft, Polizei und Offene Jugendarbeit. Weder betrunkene Jugendliche noch alkoholbedingte Gewalttätigkeiten trüben die Bilanz.

„Jetzt zu sagen, er war zu 100 Prozent positiv, ist natürlich schwierig nach dem Brand Samstagnacht“, sagt Zunftmeister Rolf Reitzel, „aber sonst war es super.“ Auch Befürchtungen, den Großen Narrensprung am Sonntag absagen zu müssen, hätten sich noch in der Nacht zerschlagen. „Um 2 Uhr hat der Feuerwehrkommandant Entwarnung gegeben.“ Dass Heydts trotzdem, wie abgesprochen, die Straßensperren für den Umzug „perfekt und alle“ aufstellten, freut Reitzel sehr. Insgesamt bei neun Auswärtssprüngen war die Zunft in diesem Jahr, darunter auch beim Landschaftstreffen in der Nachbarstadt. „Waldsee war super für uns; wir hatten keine Arbeit und mussten nur mit dem Pendelbus rüberfahren, das war optimal“, lobt Reitzel. „Wenn wir das auch so gut hinbekommen, können wir zufrieden sein“, blickt Reitzel auf das Jahr 2021 voraus. Dann nämlich – so ist es Mitte Januar bei der Hauptversammlung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte(VSAN) bekannt gegeben worden – findet das Landschaftstreffen Oberschwaben-Allgäu in Aulendorf statt. „Da geht es jetzt schon los mit der Planung“, sagt der Zunftmeister, auch wenn die Hauptarbeit natürlich erst 2020 anstehe. Bereits in näherer Zeit beschäftigen muss sich die Zunft mit der Zukunft des Kehraus am Abend des  Fasnetsdienstags. Die Band „Lollypop“ gab nach fast 25 Jahren heuer ihren Abschied. Die musikalische Zukunft sei noch völlig offen.

Keine gravierenden Sachen

Die Polizei war auch auf Grapschereien bei den Umzügen vorbereitet, angezeigt wurden in Aulendorf aber keine.

„Aus polizeilicher Sicht war es eine sehr zufriedenstellende Fasnet in Aulendorf. Es gab keine gravierenden Sachen, keine großen Schlägereien, keine betrunkenen Jugendlichen, die wir heimfahren mussten“, zieht Polizeikommissar Michael Stöckler vom Polizeiposten Altshausen sein Fazit. Ob Letzteres an der Präventionsveranstaltung „Weniger blau, mehr Gumpiger“ lag oder an den Testkäufen der Polizei vorab in Supermärkten, könne er nicht aber sagen. Die Polizei hatte über die närrischen Tage eine Außenstelle im Aulendorfer Schloss eingerichtet und war viel in der Stadt unterwegs. „Einziger Brennpunkt war am Minigolfplatz.“ Dort riefen die Beamten Jugendliche über 18 Jahren zur Ordnung, die dort Alkohol tranken und zu laut waren. „Es ist ja eine Klinik daneben“, erklärt Stöckler. Zu den Umzügen hatte die Polizei im Vorfeld ein Schwerpunktthema ausgemacht: Betatschen von Mädchen. „Aber da ist nichts vorgefallen“, berichtet Stöckler. Auch zu K.o.-Tropfen sei der Polizei nichts angezeigt worden.

Der Jugendtreff am Schlossplatz hatte am Gumpigen von 10 bis 18 Uhr geöffnet und wurde laut  Jugendsozialarbeiterin Franziska Wiest mit rund 50 bis 60 Besuchern auch sehr gut angenommen. „Im letzten Jahr waren es viele jüngere Jugendliche, jetzt waren von Grundschülern bis zu großen Jugendlichen und Ehemaligen viele da. Das war echt nett“, freut sie sich. Geboten war damit ein Rückzugsort zum Aufwärmen, Tischkickerspielen, aber auch Kinderschminken und einen Dance- Contest gab es.

DRK findet kreisweit Helfer

Die DRK-Ortsgruppe Aulendorf war am Gumpigen vom Narrenbaumstellen bis nach dem Umzug sowie am Umzugssonntag ab mittags vor Ort. „Am Donnerstag war nix, am Sonntag ein, zwei Kleinigkeiten“, berichtet Manfred Hügler. Allerdings war das DRK Aulendorf noch in der Nacht zum Sonntag beim Großbrand auf dem Wertstoffhof im Einsatz und stellte für die Einsatzkräfte den Sanitätsdienst und organisierte die Verpflegung. Auch für die DRK-Mitglieder eine besondere Situation. Sie hätten einen normalen Mundschutz getragen, berichtet Hügler. Der Standort wurde so eingerichtet, dass die Helfer nicht direkt im Gefahrenbereich waren. „Wir waren die ganze Nacht im Einsatz, deshalb haben wir nachts noch einen Hilferuf im Kreisverband gestartet, dass wir am Sonntag beim Umzug Unterstützung brauchen, weil unsere Leute einfach platt gewesen seien.“ Mit Erfolg: Unter den 15 DRK-Helfern waren am Sonntag einige aus dem ganzen Kreis, die zur Unterstützung nach Aulendorf kamen. Auch der Rettungsdienst der Malteser in Aulendorf meldet keine speziell fasnetsbezogenen Einsätze, nur „das normale Tagesgeschäft“.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 15.02.2018
Text und Foto: Paulina Stumm

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Narren verabschieden die Fasnet

Hemdglonker ziehen wehklagend zum Schloßplatz – Narrenbaum gefällt

Unter Wehklagen haben die Aulendorfer Narren am Dienstagabend die Fasnet verabschiedet. Als Hemdglonker verkleidet zogen die Fasnetsfreunde durch das Städtchen zum Schloßplatz, wo die Fasnet in Form einer Strohpuppe symbolisch gerichtet und verbrannt wurde. Unter den Blicken der Besucher fiel dann auch der Narrenbaum.

So sieht sie aus, kurz bevor sie in Flammen aufgeht, die Fasnet, die laut Narrenrichter „an allem Schuld“ ist.

Mit Fackeln und Laternen zogen die blass geschminkten Hemdglonker in ihren weißen Nachtgewändern und mit Schlafmützen und -hauben ausgestattet auf dem Schloßplatz ein. Für viele Aulendorfer gehört der Umzug und das anschließende Spiel um die Fasnet und den Narrenbaum fest dazu. „Wir sind jedes Jahr dabei“, sagte etwa Andrea Thaler, „das gehört als Abschluss einfach dazu, sonst begreift man morgen gar nicht, dass es vorbei ist.“ Noch am Nachmittag war Thaler beim Umzug in Tettnang mitgesprungen, nach dem Hemdglonkerumzug, so hoffte sie, werde sie noch ein Stück vom dann gefällten Narrenbaum abbekommen, „und einen Bändel, das ist ein Highlight.“

Doch bevor der Baum fiel, galt es noch, die Fasnet zu richten. Dazu rief Burggraf Andreas I. den Narrenrichter herbei, der alsbald die Verfehlungen der Fasnet verlas und ihr verschiedenstes zur Last legte: laut lästern, Kirche schwänzen, Mädchen anlügen, „Männer vernascha, und so machner hot sich nemme gwascha“. Unter dem Wehklagen der Narren verkündetet er sein Urteil: „Die Fasnet ist an allem schuld, drum wird das Seil jetzt abgespult“. Und während die Fasnet in Form einer Strohpuppe am Narrenbaum baumelnd unter Funken und Knallen in Flammen aufging, tanzten die Narren noch letztes Mal gemeinsam zum Aulendorfer Narrenmarsch um den Baum.

Auch dieser durfte, trotz des ein oder anderen Wunschs aus den Reihen der Zuschauer, nicht stehen bleiben, sondern wurde rasch gefällt. Kaum war der lange Baum auf dem Schlossplatz aufgeschlagen, rannten viele Narren zum Baum, um sich etwas Reisig, einen Bändel oder auch eine abgesägte Scheibe vom Narrenbaum 2018 als Andenken zu schnappen. „Der erinnert uns daran, dass wir eine schöne Fasnet hatten“, sagte etwa Ingrid Reitzel über ihren kleinen Zweig. Ab jetzt „goht’s dagega“.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 13.02.2018
Text und Foto: Paulina Stumm

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Sprungfreudige Hexen erstaunen Besucher

Beim Großen Narrensprung in Aulendorf geht es trotz Schneeregens ausgelassen zu

Die Schnörkele sind eine gutmütige und lustige Maske der Aulendofer Narrenzunft.

 Butzenzuttel, Schorrenweibla, Seegockel und noch viele weitere Masken hat es am Sonntagnachmittag beim Großen Narrensprung in Aulendorf zu sehen gegeben. Trotz zeitweiligem Schneeregen ließen sich Hunderte Zuschauer nicht davon abhalten, das närrische Treiben am Umzugsrand zu verfolgen – dem ein oder anderen rückten die Narren dabei ganz schön auf die Pelle.

Noch in der Nacht zuvor hatte es in Aulendorf einen Großbrand in einem Wertstoffhof gegeben. Wegen der starken Rauchentwicklung hatte es Warnungen gegeben, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Nachricht verbreitete sich schnell und auch die Narrenzunft hatte kurzzeitig Bedenken, ob der Umzug am Folgetag würde stattfinden können. Es habe einzelne Anfragen auswärtiger Zünfte gegeben, wie es aussehe, berichtet die Zunft, aber bereits am frühen Morgen war auf der Homepage zu lesen: Der Umzug findet wie geplant statt.

Nachhilfe in Narrenrufen

Die Bächlesfischer der NZ Seegockel treiben es bunt mit den Zuschauern.

Und so sprangen neun auswärtige Zünfte samt verschiedenen Musikkapellen, einigen Aulendorfer Ulkgruppen und natürlich den Aulendorfer Masken ab 14 Uhr knapp zwei Stunden am Schloss vorbei durch Aulendorf und die Hauptstraße entlang – in deren Mitte der Lautsprecherwagen aufgestellt war. Moderator der Aulendorfer Zunft, Michael Weißenrieder, begrüßte die Gastzünfte und half den Zuschauern – soweit nötig – mit den Narrenrufen. Da wurde genau hingehört und dann auch kräftig zurückgerufen, etwa bei der Narrenzunft Seegockel Friedrichshafen: „Gockelores – Kikeriki“. Deren Gruppe der Gockelmetzger wäre Weißenrieder dann alsbald beinahe selbst zum Opfer gefallen. Er konnte sich aber genauso retten wie später vor Werners Esel der Narrenzunft Bad Waldsee.

 

Moderator Michael Weißenrieder bekommt ein Gastgeschenk.

Retten konnte sich auch der ein oder die andere Zuschauerin, die von den Masken gefangen genommen wurden – etwa von den Hexaverbrennern der Unlinger Zunft, mit dem passenden Narrenruf. In diesem Fall einem dreifachen „hoi, hoi, hoi“ als Antwort auf „Bussakendla, Bussaweibla“. Lobende Worte fand der Moderator auch für den Narrensamen aus Bad Waldsee, der sich mutig zu einer hohen Pyramide auftürmte. Und während die Narren mit den großen Besuchern auch ihren Schabernack trieben, gab es für die Kinder Süßigkeiten. Eine freundliche Närrin lüftet sogar einmal kurz ihre Maske, als eine kleine Zuschauerin sich erschrocken an Papas Beine klammerte. Den auswärtigen Zünften folgten die bunten und in diesem Jahr intergalaktisch gewandeten Ulkgruppen, bevor die Aulendorfer Zunft den Umzug beschloss. Für anerkennendes Raunen in den Zuschauerreihen sorgten dabei auch die akrobatischen Elemente der Sprunghexen.

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 12.02.2018
Text und Fotos: Paulina Stumm

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Zimmermänner stellen Narrenbaum

Narrenlochsucher bekommen Unterstützung aus dem All

 Ganz in Hand der Narren hat sich Aulendorf am Donnerstag gezeigt. Am Gumpigen ist traditionell viel los in der Stadt. Los ging es mit der Schülerbefreiung am Morgen und dem Stellen des über die Dächer ragenden Narrenbaums auf dem Schlossplatz. Am Nachmittag zogen dann allerlei kreativ zum diesjährigen Fasnetsmotto verkleidete Gruppen im Kinderumzug durch die Straßen.

Mit vereinten Kräften und einem anfeuernden „Hau-Ruck“ der Zuschauer wuchten die Zimmermänner den Narrenbaum in die Höhe.

Kanonenknall donnert durch den Pausenhof der Grundschule, als die Narren am Donnerstagmorgen gegen zehn Uhr in die Schule einlaufen, den Grundschulrektor Oliver Trzeciok gefangen nehmen und gefesselt aus dem Schulhaus abführen. Begleitet von der Aulendorfer Krachkapell’ strömen die Kinder aus der Schule. Im Umzug geht es dann Richtung Schlossplatz. Unterwegs erwartet die Kinder in diesem Jahr eine Neuerung: die Schwellköpfe mit Gutsle.

Narrengruß: „Eckhex-Hui“

In der Hauptstraße schließen sich die Zimmermänner mit dem Narrenbaum an, der auf dem Schlossplatz schon von Florian Angele, dem moderierenden stellvertretenden Zunftmeister, erwartet wird. Mit launigen Späßen und einem dreifachen „Eckhex-Hui“ heißt er die Zimmermänner und die sich am Rand drängenden Zuschauer und Umzugsgänger willkommen, während Hofstaat und Rektor auf dem Tribünenwagen Aufstellung beziehen.

Der Burggraf fordert die Zimmermänner auf, den Baum zu stellen. Diese stellen klar: „Wir haben den Baum unter großen Gefahren gefällt“, allein: „Ich seh’ da gar kein Narrenloch“. Die Narrenlochsucher müssen her, denn ohne passendes Narrenloch wird für der Baum kein Plätzchen zum Aufstellen zu finden sein. Unterstützung gibt’s in diesem Jahr aus dem All. Astronaut Peter mit seinem Kollegen bieten – unterwegs „auf der Suche nach der intergalaktischen Fete“ – ihre Hilfe an. Mit Messgeräten ausgestattet machen sich die Narrenlochsucher ans Werk. Als sie, musikalisch unterstützt von den Schussentäler Schalmeien, der Krachkapell’ und der Schulband der Schule am Schlosspark unter Leitung von Rektor Christof Lang, nach einigen Fehlversuchen dann doch fündig werden, rollt der Baum auf dem Hänger auf den Platz. „Das ist der älteste und schlechteste gepflegte Lanztraktor in Aulendorf, aber er gehört halt der Stadt“, stichelt Angele.

Einen imposanten Kranz gab es für den Narrenbaum.

Imposanter Kranz am Baum

Ein Raunen geht durch die Zuschauerreihen, als dem Baum der imposante Kranz umgelegt wird. Es folgen die Fahnen mit den Masken, bevor die gut 20 Zimmermänner die Schwalben, die Stützstangen, anbringen. Begleitet von Hau-Ruck-Rufen der Zuschauer wuchten sie den Baum in mehreren Etappen in die Höhe. „Schee war’s, wie immer“, wird Zimmermeister Anton Rist später kommentieren. Und ja, der Baum habe völlig problemlos ins Narrenloch gepasst.

 

Für Kinder war am Gumpigen einiges geboten, etwa beim Burggraf-Aufwiegen.

Nach dem obligatorischen Tanz um den Narrenbaum lässt sich der Burggraf in seinem Polstersessel nieder und wird mit Gummibärchen aufgewogen. So ganz leicht ist er nicht, sehr zur Freude der Kinder, die sich gütlich tun. Dann verläuft sich die bunte Narrenversammlung schnell. Während die einen zum Mittag verschwinden, tummeln sich ein paar Jugendliche mit Musik auf der Straße oder ziehen sich bis zum Umzug in den Jugendtreff zurück.

 

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 09.02.2018
Text und Fotos: Paulina Stumm

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Grundschulrektor betritt Neuland

 Erstmals miterlebt hat die Schülerbefreiung der Grundschüler deren neuer Rektor Oliver Trzeciok. Neuland, denn an seiner vorigen Stelle als Rektor gab es das nicht. Für ihn sei es keine Frage gewesen, dass er den Brauch mitmache und sich von den Narren gefangen nehmen lasse: „Es hat Tradition und gehört dazu.“ Gefürchtet hat er sich nicht. „Sie haben es ganz angenehm gestaltet“, zieht Trzeciok sein Fazit. Nur ein paar mehr Eltern, die mit ihren Kindern den Gutslesumzug mitgehen, hätte er sich gewünscht. Befürchtungen, dass die Kinder den Respekt vor ihm verlieren, wenn sie ihn als Gefangenen sehen hatte er offenbar nicht, vielmehr trieb ihn die Sorge um, dass die Kinder sich fürchten. „Wenn ein Kind erschrocken geschaut hat, hab ich auch gleich gesagt: Freu’ dich, jetzt sind sechs Tage schulfrei.“

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 09.02.2018
Text: Paulina Stumm

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