Category: Berichte

Überregionales Narrentreffen der NG Hoorig Ettenheim am 03. Februar 2019

Am 03. Februar 2019 besucht die Narrenzunft Aulendorf die Narrengesellschaft Ettenheim

Hier der vorläufige Programmablauf:

Schon in der Früh:
Empfang der Narrenzunft Aulendorf durch den Umzugsleiter und Marsch an das „Obere Tor“.
Offizielle Begrüßung der Narrenzunft Aulendorf als Sprungzunft 2019 durch die Hoorigen.

11.11 Uhr Ettenheimer Narrensprung durch´s „Obere Tor“ durch die Narrenzunft Aulendorf gleichzeitig mit dem Sprung der Aulendorfer Sprunghexen durch´s „Obere Tor“ in die „Barocke Altstadt“. Eröffnung der Ettenheimer Wirtschafts – und Stroßefasent durch die Narrenzunft Aulendorf

14.00 Uhr Umzug der Gastzünfte aus dem gesamten Bereich der schwäbisch-alemannischen Fasent / Fasnet mit über 3.000 Häs – und Kleidlesträger durch die „Barocke Altstadt“.

Zur Homepage der NG Hoorig Ettenheim

 

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Eckhexe ist nicht mehr „nackig“

Maske der Aulendorfer Narrenzunft hängt jetzt mit Kopftuch im Europapark in Rust

Die Maske der Eckhexe stammt aus dem Nachlass eines privaten Sammlers.

 Eine Maske der Eckhexe, einer Aulendorfer Narrenfigur, hängt im Europapark in Rust. Sie ist Teil der dortigen Sammlung in der sogenannten „Narrenscheune Museum“. Sie hing dort zunächst ohne das charakteristische Kopftuch. Auf Initiative von Paul Mock von der Aulendorfer Narrenzunft ist die Maske jetzt vollständig.

Ein gutes Jahr ist es her, dass Mock die Maske im Europapark entdeckte, „nackig, also ohne Kopftuch“, sagt er. Ein Unding, befand auch der Zunftrat, und die Aulendorfer Narrenzunft beschloss, ein „handelsübliches Eckhexentuch“ für das Ausstellungsstück anfertigen zu lassen.

Die im Europapark hängende Maske stammt ursprünglich aus der Sammlung Paul Teikes, des ehemaligen, bereits verstorbenen Narrenmeisters des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte – quasi das Pendant zur Vereinigung Schwäbisch-Allemannischer Narrenzünfte. Wie der Europapark auf Anfrage mitteilt, wurde die Maske im Winter 2015/2016 von dessen Witwe, Petra Teikes, an den Park übergeben. Die Narrenscheune wurde zum Saisonstart 2016 eröffnet.

Die Narrenzunft Aulendorf pflege gute Kontakte zum Verband Oberrheinischer Narrenzünfte (VON), berichtet Mock, und so habe er auch in diesem Fall Kontakt zu ihm aufgenommen, da eines der Verbandsmitglieder die Ausstellung in der Narrenscheune mitorganisiert hatte. „Er versprach mir, wenn wir ein Tuch schicken, kümmert er sich drum.“ Vor ein paar Tagen erreichte die Narrenzunftdann die freudige Nachricht: Die Aulendorfer Eckhexe hängt jetzt mit Kopftuch in Rust. Das Tuch wurde in der vergangenen Woche von Bernd Götzmann vom VON angebracht.

Die Eckhexe ist übrigens natürlich nicht die einzige Maske in der Narrenscheune. Laut Homepage des Europaparks schmücken rund 130 aus Holz geschnitzte Masken die dortigen Holzwände.

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 29.03.2018
Text: Paulina Stumm
Foto: Europapark/ D. Reichle

 

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Polizei spricht von „friedlicher Fasnet“

Jugendtreff war am Gumpigen gut besucht – Landschaftstreffen kommt 2021 nach Aulendorf

 Ein weitgehend positives Fazit zur diesjährigen Fasnet in Aulendorf ziehen Narrenzunft, Polizei und Offene Jugendarbeit. Weder betrunkene Jugendliche noch alkoholbedingte Gewalttätigkeiten trüben die Bilanz.

„Jetzt zu sagen, er war zu 100 Prozent positiv, ist natürlich schwierig nach dem Brand Samstagnacht“, sagt Zunftmeister Rolf Reitzel, „aber sonst war es super.“ Auch Befürchtungen, den Großen Narrensprung am Sonntag absagen zu müssen, hätten sich noch in der Nacht zerschlagen. „Um 2 Uhr hat der Feuerwehrkommandant Entwarnung gegeben.“ Dass Heydts trotzdem, wie abgesprochen, die Straßensperren für den Umzug „perfekt und alle“ aufstellten, freut Reitzel sehr. Insgesamt bei neun Auswärtssprüngen war die Zunft in diesem Jahr, darunter auch beim Landschaftstreffen in der Nachbarstadt. „Waldsee war super für uns; wir hatten keine Arbeit und mussten nur mit dem Pendelbus rüberfahren, das war optimal“, lobt Reitzel. „Wenn wir das auch so gut hinbekommen, können wir zufrieden sein“, blickt Reitzel auf das Jahr 2021 voraus. Dann nämlich – so ist es Mitte Januar bei der Hauptversammlung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte(VSAN) bekannt gegeben worden – findet das Landschaftstreffen Oberschwaben-Allgäu in Aulendorf statt. „Da geht es jetzt schon los mit der Planung“, sagt der Zunftmeister, auch wenn die Hauptarbeit natürlich erst 2020 anstehe. Bereits in näherer Zeit beschäftigen muss sich die Zunft mit der Zukunft des Kehraus am Abend des  Fasnetsdienstags. Die Band „Lollypop“ gab nach fast 25 Jahren heuer ihren Abschied. Die musikalische Zukunft sei noch völlig offen.

Keine gravierenden Sachen

Die Polizei war auch auf Grapschereien bei den Umzügen vorbereitet, angezeigt wurden in Aulendorf aber keine.

„Aus polizeilicher Sicht war es eine sehr zufriedenstellende Fasnet in Aulendorf. Es gab keine gravierenden Sachen, keine großen Schlägereien, keine betrunkenen Jugendlichen, die wir heimfahren mussten“, zieht Polizeikommissar Michael Stöckler vom Polizeiposten Altshausen sein Fazit. Ob Letzteres an der Präventionsveranstaltung „Weniger blau, mehr Gumpiger“ lag oder an den Testkäufen der Polizei vorab in Supermärkten, könne er nicht aber sagen. Die Polizei hatte über die närrischen Tage eine Außenstelle im Aulendorfer Schloss eingerichtet und war viel in der Stadt unterwegs. „Einziger Brennpunkt war am Minigolfplatz.“ Dort riefen die Beamten Jugendliche über 18 Jahren zur Ordnung, die dort Alkohol tranken und zu laut waren. „Es ist ja eine Klinik daneben“, erklärt Stöckler. Zu den Umzügen hatte die Polizei im Vorfeld ein Schwerpunktthema ausgemacht: Betatschen von Mädchen. „Aber da ist nichts vorgefallen“, berichtet Stöckler. Auch zu K.o.-Tropfen sei der Polizei nichts angezeigt worden.

Der Jugendtreff am Schlossplatz hatte am Gumpigen von 10 bis 18 Uhr geöffnet und wurde laut  Jugendsozialarbeiterin Franziska Wiest mit rund 50 bis 60 Besuchern auch sehr gut angenommen. „Im letzten Jahr waren es viele jüngere Jugendliche, jetzt waren von Grundschülern bis zu großen Jugendlichen und Ehemaligen viele da. Das war echt nett“, freut sie sich. Geboten war damit ein Rückzugsort zum Aufwärmen, Tischkickerspielen, aber auch Kinderschminken und einen Dance- Contest gab es.

DRK findet kreisweit Helfer

Die DRK-Ortsgruppe Aulendorf war am Gumpigen vom Narrenbaumstellen bis nach dem Umzug sowie am Umzugssonntag ab mittags vor Ort. „Am Donnerstag war nix, am Sonntag ein, zwei Kleinigkeiten“, berichtet Manfred Hügler. Allerdings war das DRK Aulendorf noch in der Nacht zum Sonntag beim Großbrand auf dem Wertstoffhof im Einsatz und stellte für die Einsatzkräfte den Sanitätsdienst und organisierte die Verpflegung. Auch für die DRK-Mitglieder eine besondere Situation. Sie hätten einen normalen Mundschutz getragen, berichtet Hügler. Der Standort wurde so eingerichtet, dass die Helfer nicht direkt im Gefahrenbereich waren. „Wir waren die ganze Nacht im Einsatz, deshalb haben wir nachts noch einen Hilferuf im Kreisverband gestartet, dass wir am Sonntag beim Umzug Unterstützung brauchen, weil unsere Leute einfach platt gewesen seien.“ Mit Erfolg: Unter den 15 DRK-Helfern waren am Sonntag einige aus dem ganzen Kreis, die zur Unterstützung nach Aulendorf kamen. Auch der Rettungsdienst der Malteser in Aulendorf meldet keine speziell fasnetsbezogenen Einsätze, nur „das normale Tagesgeschäft“.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 15.02.2018
Text und Foto: Paulina Stumm

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Narren verabschieden die Fasnet

Hemdglonker ziehen wehklagend zum Schloßplatz – Narrenbaum gefällt

Unter Wehklagen haben die Aulendorfer Narren am Dienstagabend die Fasnet verabschiedet. Als Hemdglonker verkleidet zogen die Fasnetsfreunde durch das Städtchen zum Schloßplatz, wo die Fasnet in Form einer Strohpuppe symbolisch gerichtet und verbrannt wurde. Unter den Blicken der Besucher fiel dann auch der Narrenbaum.

So sieht sie aus, kurz bevor sie in Flammen aufgeht, die Fasnet, die laut Narrenrichter „an allem Schuld“ ist.

Mit Fackeln und Laternen zogen die blass geschminkten Hemdglonker in ihren weißen Nachtgewändern und mit Schlafmützen und -hauben ausgestattet auf dem Schloßplatz ein. Für viele Aulendorfer gehört der Umzug und das anschließende Spiel um die Fasnet und den Narrenbaum fest dazu. „Wir sind jedes Jahr dabei“, sagte etwa Andrea Thaler, „das gehört als Abschluss einfach dazu, sonst begreift man morgen gar nicht, dass es vorbei ist.“ Noch am Nachmittag war Thaler beim Umzug in Tettnang mitgesprungen, nach dem Hemdglonkerumzug, so hoffte sie, werde sie noch ein Stück vom dann gefällten Narrenbaum abbekommen, „und einen Bändel, das ist ein Highlight.“

Doch bevor der Baum fiel, galt es noch, die Fasnet zu richten. Dazu rief Burggraf Andreas I. den Narrenrichter herbei, der alsbald die Verfehlungen der Fasnet verlas und ihr verschiedenstes zur Last legte: laut lästern, Kirche schwänzen, Mädchen anlügen, „Männer vernascha, und so machner hot sich nemme gwascha“. Unter dem Wehklagen der Narren verkündetet er sein Urteil: „Die Fasnet ist an allem schuld, drum wird das Seil jetzt abgespult“. Und während die Fasnet in Form einer Strohpuppe am Narrenbaum baumelnd unter Funken und Knallen in Flammen aufging, tanzten die Narren noch letztes Mal gemeinsam zum Aulendorfer Narrenmarsch um den Baum.

Auch dieser durfte, trotz des ein oder anderen Wunschs aus den Reihen der Zuschauer, nicht stehen bleiben, sondern wurde rasch gefällt. Kaum war der lange Baum auf dem Schlossplatz aufgeschlagen, rannten viele Narren zum Baum, um sich etwas Reisig, einen Bändel oder auch eine abgesägte Scheibe vom Narrenbaum 2018 als Andenken zu schnappen. „Der erinnert uns daran, dass wir eine schöne Fasnet hatten“, sagte etwa Ingrid Reitzel über ihren kleinen Zweig. Ab jetzt „goht’s dagega“.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 13.02.2018
Text und Foto: Paulina Stumm

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Sprungfreudige Hexen erstaunen Besucher

Beim Großen Narrensprung in Aulendorf geht es trotz Schneeregens ausgelassen zu

Die Schnörkele sind eine gutmütige und lustige Maske der Aulendofer Narrenzunft.

 Butzenzuttel, Schorrenweibla, Seegockel und noch viele weitere Masken hat es am Sonntagnachmittag beim Großen Narrensprung in Aulendorf zu sehen gegeben. Trotz zeitweiligem Schneeregen ließen sich Hunderte Zuschauer nicht davon abhalten, das närrische Treiben am Umzugsrand zu verfolgen – dem ein oder anderen rückten die Narren dabei ganz schön auf die Pelle.

Noch in der Nacht zuvor hatte es in Aulendorf einen Großbrand in einem Wertstoffhof gegeben. Wegen der starken Rauchentwicklung hatte es Warnungen gegeben, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Nachricht verbreitete sich schnell und auch die Narrenzunft hatte kurzzeitig Bedenken, ob der Umzug am Folgetag würde stattfinden können. Es habe einzelne Anfragen auswärtiger Zünfte gegeben, wie es aussehe, berichtet die Zunft, aber bereits am frühen Morgen war auf der Homepage zu lesen: Der Umzug findet wie geplant statt.

Nachhilfe in Narrenrufen

Die Bächlesfischer der NZ Seegockel treiben es bunt mit den Zuschauern.

Und so sprangen neun auswärtige Zünfte samt verschiedenen Musikkapellen, einigen Aulendorfer Ulkgruppen und natürlich den Aulendorfer Masken ab 14 Uhr knapp zwei Stunden am Schloss vorbei durch Aulendorf und die Hauptstraße entlang – in deren Mitte der Lautsprecherwagen aufgestellt war. Moderator der Aulendorfer Zunft, Michael Weißenrieder, begrüßte die Gastzünfte und half den Zuschauern – soweit nötig – mit den Narrenrufen. Da wurde genau hingehört und dann auch kräftig zurückgerufen, etwa bei der Narrenzunft Seegockel Friedrichshafen: „Gockelores – Kikeriki“. Deren Gruppe der Gockelmetzger wäre Weißenrieder dann alsbald beinahe selbst zum Opfer gefallen. Er konnte sich aber genauso retten wie später vor Werners Esel der Narrenzunft Bad Waldsee.

 

Moderator Michael Weißenrieder bekommt ein Gastgeschenk.

Retten konnte sich auch der ein oder die andere Zuschauerin, die von den Masken gefangen genommen wurden – etwa von den Hexaverbrennern der Unlinger Zunft, mit dem passenden Narrenruf. In diesem Fall einem dreifachen „hoi, hoi, hoi“ als Antwort auf „Bussakendla, Bussaweibla“. Lobende Worte fand der Moderator auch für den Narrensamen aus Bad Waldsee, der sich mutig zu einer hohen Pyramide auftürmte. Und während die Narren mit den großen Besuchern auch ihren Schabernack trieben, gab es für die Kinder Süßigkeiten. Eine freundliche Närrin lüftet sogar einmal kurz ihre Maske, als eine kleine Zuschauerin sich erschrocken an Papas Beine klammerte. Den auswärtigen Zünften folgten die bunten und in diesem Jahr intergalaktisch gewandeten Ulkgruppen, bevor die Aulendorfer Zunft den Umzug beschloss. Für anerkennendes Raunen in den Zuschauerreihen sorgten dabei auch die akrobatischen Elemente der Sprunghexen.

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 12.02.2018
Text und Fotos: Paulina Stumm

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Zimmermänner stellen Narrenbaum

Narrenlochsucher bekommen Unterstützung aus dem All

 Ganz in Hand der Narren hat sich Aulendorf am Donnerstag gezeigt. Am Gumpigen ist traditionell viel los in der Stadt. Los ging es mit der Schülerbefreiung am Morgen und dem Stellen des über die Dächer ragenden Narrenbaums auf dem Schlossplatz. Am Nachmittag zogen dann allerlei kreativ zum diesjährigen Fasnetsmotto verkleidete Gruppen im Kinderumzug durch die Straßen.

Mit vereinten Kräften und einem anfeuernden „Hau-Ruck“ der Zuschauer wuchten die Zimmermänner den Narrenbaum in die Höhe.

Kanonenknall donnert durch den Pausenhof der Grundschule, als die Narren am Donnerstagmorgen gegen zehn Uhr in die Schule einlaufen, den Grundschulrektor Oliver Trzeciok gefangen nehmen und gefesselt aus dem Schulhaus abführen. Begleitet von der Aulendorfer Krachkapell’ strömen die Kinder aus der Schule. Im Umzug geht es dann Richtung Schlossplatz. Unterwegs erwartet die Kinder in diesem Jahr eine Neuerung: die Schwellköpfe mit Gutsle.

Narrengruß: „Eckhex-Hui“

In der Hauptstraße schließen sich die Zimmermänner mit dem Narrenbaum an, der auf dem Schlossplatz schon von Florian Angele, dem moderierenden stellvertretenden Zunftmeister, erwartet wird. Mit launigen Späßen und einem dreifachen „Eckhex-Hui“ heißt er die Zimmermänner und die sich am Rand drängenden Zuschauer und Umzugsgänger willkommen, während Hofstaat und Rektor auf dem Tribünenwagen Aufstellung beziehen.

Der Burggraf fordert die Zimmermänner auf, den Baum zu stellen. Diese stellen klar: „Wir haben den Baum unter großen Gefahren gefällt“, allein: „Ich seh’ da gar kein Narrenloch“. Die Narrenlochsucher müssen her, denn ohne passendes Narrenloch wird für der Baum kein Plätzchen zum Aufstellen zu finden sein. Unterstützung gibt’s in diesem Jahr aus dem All. Astronaut Peter mit seinem Kollegen bieten – unterwegs „auf der Suche nach der intergalaktischen Fete“ – ihre Hilfe an. Mit Messgeräten ausgestattet machen sich die Narrenlochsucher ans Werk. Als sie, musikalisch unterstützt von den Schussentäler Schalmeien, der Krachkapell’ und der Schulband der Schule am Schlosspark unter Leitung von Rektor Christof Lang, nach einigen Fehlversuchen dann doch fündig werden, rollt der Baum auf dem Hänger auf den Platz. „Das ist der älteste und schlechteste gepflegte Lanztraktor in Aulendorf, aber er gehört halt der Stadt“, stichelt Angele.

Einen imposanten Kranz gab es für den Narrenbaum.

Imposanter Kranz am Baum

Ein Raunen geht durch die Zuschauerreihen, als dem Baum der imposante Kranz umgelegt wird. Es folgen die Fahnen mit den Masken, bevor die gut 20 Zimmermänner die Schwalben, die Stützstangen, anbringen. Begleitet von Hau-Ruck-Rufen der Zuschauer wuchten sie den Baum in mehreren Etappen in die Höhe. „Schee war’s, wie immer“, wird Zimmermeister Anton Rist später kommentieren. Und ja, der Baum habe völlig problemlos ins Narrenloch gepasst.

 

Für Kinder war am Gumpigen einiges geboten, etwa beim Burggraf-Aufwiegen.

Nach dem obligatorischen Tanz um den Narrenbaum lässt sich der Burggraf in seinem Polstersessel nieder und wird mit Gummibärchen aufgewogen. So ganz leicht ist er nicht, sehr zur Freude der Kinder, die sich gütlich tun. Dann verläuft sich die bunte Narrenversammlung schnell. Während die einen zum Mittag verschwinden, tummeln sich ein paar Jugendliche mit Musik auf der Straße oder ziehen sich bis zum Umzug in den Jugendtreff zurück.

 

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 09.02.2018
Text und Fotos: Paulina Stumm

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Grundschulrektor betritt Neuland

 Erstmals miterlebt hat die Schülerbefreiung der Grundschüler deren neuer Rektor Oliver Trzeciok. Neuland, denn an seiner vorigen Stelle als Rektor gab es das nicht. Für ihn sei es keine Frage gewesen, dass er den Brauch mitmache und sich von den Narren gefangen nehmen lasse: „Es hat Tradition und gehört dazu.“ Gefürchtet hat er sich nicht. „Sie haben es ganz angenehm gestaltet“, zieht Trzeciok sein Fazit. Nur ein paar mehr Eltern, die mit ihren Kindern den Gutslesumzug mitgehen, hätte er sich gewünscht. Befürchtungen, dass die Kinder den Respekt vor ihm verlieren, wenn sie ihn als Gefangenen sehen hatte er offenbar nicht, vielmehr trieb ihn die Sorge um, dass die Kinder sich fürchten. „Wenn ein Kind erschrocken geschaut hat, hab ich auch gleich gesagt: Freu’ dich, jetzt sind sechs Tage schulfrei.“

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 09.02.2018
Text: Paulina Stumm

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Überraschung: Schwellköpfe sind wieder da

Fasnetslader beleben Gutslesumzug wieder – Kinder freuen sich über Süßigkeiten

 Sie stammen aus den 1950er-Jahren und haben bei der diesjährigen Fasnet in Aulendorf eine Wiederbelebung erfahren: die Schwellköpfe. Der Umzug der Grundschüler zum Schlossplatz war heuer als Gutslesumzug gestaltet worden. Für viele überraschend traten dabei die Pappmaschee-Köpfe an verschiedenen Stationen in der Hauptstraße und auf dem Schlossbalkon auf.

Die Schwellköpfe stammen vermutlich aus dem Jahr 1956.

„Als ich vor knapp 20 Jahren nach Aulendorf kam, gab es den Gutslesumzug noch. Er ging damals nach dem Narrenbaumstellen von Geschäft zu Geschäft“, erzählt Ulrike Nassal von den Fasnetsladern, die diese Tradition in Aulendorf wieder aufleben und den Kindern eine Freude machen wollten. Wenn sie als Lader von Haus zu Haus zögen, bekämen sie immer wieder Spenden, die sie nun für den Gutslesumzug nutzen. Und da die Gruppe ein markantes Zeichen suchte, das die Kinder auf die Gutslesstationen beim Frischemarkt Raisch und der Bäckerei Leser sowie auf dem Schlossbalkon, von dem statt Bonbons Würstchen flogen, suchten, kam man irgendwann auf die Schwellköpfe. Der Zeugwart der Narrenzunft, Markus Schwarz, habe sich daran erinnert, dass die überdimensional großen Köpfe im Zunftheim lagerten und angeboten, dass die Fasnetslader sie benutzen können, berichtet Nassal. „Sie wurden 1956 für den Zunftball gemacht.“

„Die Schwellköpfe waren Teil des Programms der Dullen“, weiß auch Ehrenzunftmeister Klaus Wekenmann zu berichten. Die Dullen, so nannte sich seinerzeit eine Gruppe aus Frauen von Zunfträten, die jedes Jahr mit einem anderen Programm bei der Straßenfasnet angetreten seien. So richtig viel weiß heute keiner mehr über die Dullen und die Schwellköpfe zu erzählen. Mitte der 50er-Jahre, als die Bundeswehr gegründet wurde, hätten die Dullen dieses Thema aufgegriffen, so erinnert sich Wekenmann an Erzählungen der „Alten“. „Eine der Figuren hat ein Schiffchen (militärische Kopfbedeckung, Anm.d.Red.) auf.“

Für die Kinder, die den Bonbonregen, der von Balkon und Flachdach auf sie niederging, sichtlich genossen und ihre Hände ganz weit nach oben streckten, um sogleich wieder die auf den Boden gefallenen Gaben einzusammeln, haben die Schwellköpfe ihre Funktion jedenfalls auch 2018 erfüllt. Schon auf dem Weg in die Hauptstraße hatten Narren kleine Säckchen mit dem Logo der Fasnetslader verteilt, die dann auch fleißig befüllt wurden.

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 09.02.2018
Text und Foto: Paulina Stumm

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Masken tanzen wieder ums Feuer

Maskenmeister bricht den Bann – Narren stürmen das Aulendorfer Rathaus

Der Maskenmeister ruft die Aulendorfer Masken …

 Mit viel Getöse und in fast mystischem Feuerschein sind die Aulendorfer Masken am Mittwochabend von ihrem Bann befreit worden. Hunderte Zuschauer folgten dem fastnächtlichen Schauspiel am Hexeneck, der genauso zur Tradition der Aulendorfer Narrenzunft gehört, wie der anschließende Sturm aufs Rathaus samt Übernahme der Amts- und Schlüsselgewalt und der närrischen Regierungserklärung. Begleitet von Stadtkapelle, Fanfarenzug und den Spots haben die Narren die Regentschaft der Stadt übernommen und damit die Hochfasnet eingeläutet.

Dicht gedrängt standen die Zuschauer um den abgesperrten Platz unterhalb des Schlosses, um der Maskenbeschwörung beizuwohnen, und warteten auf das Erscheinen von Burggraf und Maskenmeister – und natürlich der Aulendorfer Masken. Und tatsächlich: Nicht lange nachdem der Glockenschlag der Kirche um 19 Uhr verhallt war, zog der Hofstaat ein.

„Schafft den Maskenmeister mir zur Stell – Auf, beeilt euch, bringt ihn schnell“, rief Burggraf Andreas I. (Andreas Herkommer) in die Nacht. Der Gerufene ließ sich nicht lange bitten und erhielt den Auftrag, die „guten alten Geister“ zu beschwören. In schwarzem Umhang trat der Maskenmeister (Michael Weißenrieder) auf den Plan und entzündete mit einer Fackel ein loderndes Feuer.

Eckhexen schleichen herbei

… die dann um das Feuer tanzen

„Ich ruf euch – Hexen von der Eck, herbei, herbei zu diesem Fleck.“ In diese fast mystische Szenerie schlichen die Eckhexen herbei und umrundeten den Platz, begleitet von ihren gurrenden Hexenlauten. Nacheinander rief der Maskenmeister auch Tschore und Rätsch, Schnörkele und die Fetzle herbei, löste den Bann und befreite die Masken. „Seid alle hier willkommen, der erste Tanz sei aufgenommen.“ Gelöst tanzten die Masken zu den Klängen des Aulendorfer Narrenmarsches ums Feuer.

Sodann zogen Hofstaat, Maskenmeister und die frisch befreiten Masken zum Sturm aufs Rathaus vors Schloss. Mehrfach erbaten sie Einlass und verlangten von Bürgermeister (Matthias Burth) und Gemeinderat, zurückzutreten. Doch erst als der Maskenmeister mit einigen Eckhexen den Marmoorsaal stürmte, gab sich das Stadtoberhaupt geschlagen, verkündete vom Schlossbalkon aus seinen Rücktritt und überreichte dem Burggrafen den Schlüssel der Stadt.

Eckhexen belagern das Schloss

„Von dieser Stund an bis Aschermittwoch gilt die Narrenfreiheit in Aulendorf“, rief der Zeremonienmeister (Jürgen Müller) vom Balkon und erklärte: „Der Zunftmeister und seine Räte erhalten das ausschließliche Recht zur Gestaltung dieser Tage der Narrenfreiheit. Sie sind uns verpflichtet streng darüber Wache zu halten, dass nichts Unehrenhaftes und Schlechtes, Anstößiges und Sittenwidriges geschehen wird.“ Es oblag sodann dem Hofnarren (Britta Wekenmann) die vom Hohen Rat beschlossene, elf Punkte umfassende, närrische Regierungserklärung zu verkünden.

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 08.02.2018
Text und Fotos: Paulina Stumm

 

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Narraspaß auf dr’ Gass geht in die zweite Auflage

Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr gibt es wieder ein Aufwärmprogramm vor dem Narrensprung

 Nach der im vergangenen Jahr erfolgreichen Veranstaltung am Fasnetssonntag unter dem Motto „Naus auf d’Gass zum Narraspaß“ möchte die Aulendorfer Gruppe rund um Norbert Gallasch auch dieses Jahr versuchen, den Tag des großen Aulendorfer Narrensprungs für alle Besucher und Einheimische noch attraktiver zu gestalten.

Die „Narrenspäßler“ (von links) Markus Szabo, Marija Viljevac und Norbert Gallasch überreichen Florian Angele (Zweiter von rechts) als Vertreter der Narrenzunft den Gewinn aus dem letzten Jahr.

„Das war ein Mega-Erfolg letztes Jahr, damit hatten wir so gar nicht gerechnet“, sagt Gallasch. „Die Resonanz der Leute war gigantisch, da war echt der Teufel los, der Radhof war zeitweise brechend voll.“ Geboren worden sei die Idee vor zwei Jahren an der Fasnet selbst, und zwar in ihrem Herzstück, der altehrwürdigen Aulendorfer Stadthalle. Dort hätten Helmut Heydt und Markus Szabo, zwei Mitglieder der Interessengemeinschaft „Narraspaß“, aus der sprichwörtlichen Bierlaune heraus im lockeren Plausch darüber gesprochen, was denn getan werden könnte, um die Zeit vor dem Umzug für die auswärtigen Narrenzünfte, aber auch für alle Aulendorfer etwas zu beleben – sprich, die Stimmung für den bevorstehenden „Sprung“ schon etwas anzuheizen. Dafür haben sich die „Narrenspäßler“ Heydt, Szabo, Marija Viljevac und Gallasch heuer so einiges einfallen lassen.

Startschuss ist das Ende der traditionellen „Narramess“ am Sonntagvormittag, in der die Musikkapelle Tannhausen aufspielt. Spielend geht es dann auch aus der Kirche heraus und auf die Gass, einmal rund um den Narrenbaum und gleich hernach im spielenden Tross, dem sich jeder gerne anschließen darf, in Richtung Radhof. Dort angekommen, werden im halbstündigen Wechsel verschiedene Musikkapellen aus Aulendorf und der Region spielen.

Im Prinzip gehe es einfach darum, das närrische Angebot in Aulendorf zu erweitern. Die Narrenzunft selbst habe mit ihrem „Kerngeschäft“ schon mehr als genug zu tun, daher sei der „Narraspaß“ vor allem als Unterstützung gemeint, erklärt Gallasch. „Sonst war in der Zeit vor dem Umzug halt einfach nichts groß los, und dann geht aber wiederum der Umzug los und man muss auf Knopfdruck lustig sein.“

Kindergetränke sind kostenlos

Bei der Bewirtung im Radhof unterstützt werden die „Narrenspäßler“ wiederum von ansässigen Geschäftsleuten. Kinder bekommen etwa Kindergetränke geschenkt, die Musikanten bekommen nach ihren jeweiligen Auftritten Freigetränke. Stichwort „Gewinn“: 2017 habe man 752 Euro Reingewinn machen können und diesen komplett der Narrenzunft vermacht, erklärt Gallasch.  Auch der diesjährige Gewinn soll 1:1 in die Fasnet fließen. „Bevorzugt ist etwas für die Kinder, so viel kann schon einmal versprochen werden“, sagt Gallasch.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 07.02.2018
Text und Foto: Julia Kramer

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