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Maskenvorstellung in der Grundschule

Bereits in den Tagen vor der Hauptfasnet herrschte in der Grundschule ausgelassene Fasnetsstimmung, denn  im Zweijahresrhythmus kommt die Narrenzunft Aulendorf am Montag und Dienstag in alle ersten und zweiten Klassen der Grundschule, um ihre fünf Originalmasken vorzustellen.

Außerdem wurde jede Große Pause mit einem musikalischen Leckerbissen versüßt. Am Montag waren es die „Fasnetslader“, am Dienstag das Schulhofkonzert von den Chorspatzen und des Flötenkreises was alle bestens auf die bevorstehenden Fasnetstage einstimmte.

Gespannt und voller Vorfreude warteten die Jüngsten auf diesen nicht alltäglichen Besuch, der als Tross  im Halbstundentakt an den beiden Tagen von Klasse zu Klasse zog. Begrüßt wurde jede der neun Klassen von Zunftmeister Rolf Reitzel mit einem kräftigen „Ha, ha, ha“ und die Schülerinnen und Schüler entgegneten jeweils passend mit „Jo was saischt au!“. Mit ihm kamen auch alle fünf Aulendorfer Masken in die jeweiligen Klassenzimmer.

Fünf original Fasnetsfiguren mit allen Details

Zunftmeister Reitzel verstand es in seinen Ausführungen bestens den Kindern jede einzelne der fünf original Fasnetsfiguren mit allen Details zu präsentieren und lockerte seinen Vortrag mit passenden Fragen an die Erst- und Zweitklässler auf. Aber auch von den Schülerinnen und Schülern kamen teils überraschende und sehr fundierte Fragen, da sie sich mit dem im letzten Jahr erstmals aufgelegtem Fasnetsheft „Alles rund um die Aulendorfer Fasnet“ bereits im Rahmen des Unterrichts bestens auf die Maskenvorstellung vorbereitet hatten.

Die sicherlich bekannteste und bei den Jüngsten zweifelsohne auch beliebteste Figur, die Eckhexe, war zuerst an der Reihe. Hier wurden nebst der Namensherkunft, auch die Bestickung des Kopftuches näher betrachtet und erklärt. Auch das „S“ auf der Hexenmaske, was beim Blick in den Spiegel zum Fragezeichen wird, wurde natürlich angesprochen.

Beim Schnörkele gab es auch allerlei in der Bestickung und am Geschell zu entdecken. Zudem wurde auch der in einem großen Schnörkel endende Hut und das brezelartige Gebäck näher angesehen und erläutert.

Dann wurde das Fetzle genauer unter die Lupe genommen. Hier wurde, wie schon beim Schnörkele, das „S“ und das Gesicht auf dem Rücken entdeckt und erklärt. Dass die Federn auf dem Hut des Spitzbuben zuvor von Hühnern stibitzt wurden, erzeugte den einen oder anderen Lacher.

Abschließend wandte Zunftmeister Rolf Reitzel sich Tschore und Rätsch zu, da sich von diesem Paar der Aulendorfer Narrenspruch herleitet. Einen kurzen Schreckmoment erzeugte der Tschore als er seine hölzerne Rätsch drehte. An der Rätsch konnte das übergroße Ohr und der mitgeführte Spiegel im Detail gemustert werden.

Maske als Anschauungsobjekt für Hand und Auge

Anhand eines Maskenrohlings und einer fertigen Maske erklärte der Zunftmeister außerdem wie Künstler in zeitaufwändiger Handarbeit daraus eine Maske schnitzen. Einen Eckhexen-Maskenrohling hatte er hierfür extra als Anschauungsobjekt für Hand und Auge der Jüngsten mit dabei. Hiermit konnte er zudem demonstrieren, dass sich die Stimme eines jeden unter der hölzernen Maske extrem verändert.

Anliegen: Scheu und Angst vor den Maskenträgern nehmen

Der Narrenzunft ist es ein großes Anliegen mit ihrem Kommen, den Kleinsten der Grundschule das Brauchtum der Aulendorfer Fasnet auf kindgerechte Art und Weise zu vermitteln, aber auch die Scheu und Angst vor den Maskenträgern zu nehmen. Mit dem Lüften der Masken zum Ende der Maskenvorstellung konnten alle Beteiligten den gespannten Kindern versichern, dass sich unter all den Masken ganz normale Leute, wie Mama, Papa, Oma oder Opa verbergen.

Der „Aulendorfer Narrenmarsch“ wurde gemeinsam gesungen

Mit der durch diesen Besuch nochmals gesteigerten Vorfreude auf die Aulendorfer Fasnet wurden die Maskenträger freudig von den einzelnen Klassen verabschiedet. Eines durfte in keiner Klasse zu Beginn oder am Ende des Besuchs fehlen – zusammen wurde mindestens einmal der „Aulendorfer Narrenmarsch“ gesungen.

Große Pausen musikalisch versüßt

Am Montag kamen in der Großen Pause erstmals die „Fasnetsladern“ zu Besuch. Mit ihrer musikalischer Darbietung vom Schulhaus hinaus auf den Schulhof, zogen die sechs Musiker alle Schülerinnen und Schüler in ihren Bann. Begleitet von den Maskenträgern, die zuvor zur Maskenvorstellung bei den Erst- und Zweitklässlern waren, wurde bei herrlichem Sonnenwetter gesungen und getanzt.

Auch beim Schulhofkonzert am Dienstag in der Großen Pause, das von den Chorspatzen und dem Flötenkreis der Grundschule musikalisch gestaltet wurde, waren die Aulendorfer Originalmasken wieder mit dabei.

So hatten alle Grundschüler nochmals die Möglichkeit vor der Hauptfasnet das ein oder andere Häs genauer in Augenschein zu nehmen und zusammen mit dem Fetzle und der Eckhex sich einer Polonaise zum Narrenmarsch über den Schulhof anzuschließen.

Text und Fotos: Petra Guddat –  Grundschule Aulendorf

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Narrenzunft feiert tierischen Zunftball

Residenz des Burggrafen verwandelt sich in den zoologischen Garten von Aulendorf

Der Zunftball in der Stadthalle sei gut besucht gewesen und gefüllt mit allerlei Mäschkerle, die einem das Gefühl gaben, mitten im Zoologischen Garten zu sein. Das schreibt die Narrenzunft Aulendorf in einer Pressemitteilung.

Die Gäste hatten laut Narrenzunft das Motto ernst genommen und entsprechend fantasievoll umgesetzt. Was gab es da nicht alles zu sehen: den Schmetterlingsfänger mit seinen Schmetterlingen, Koalabären, die ihr Futter (Eukalyptus) dabei hatten, eine Gruppe „Tigerfutter“, eine Warte-Schlange, die Ranger mit Herz, Tukanvögel, der Elefant Benjamin Blümchen, Quallen, Futterautomaten, die Aulendorfer Zooklinik und mehr.

Der Einmarsch des Burggrafen Andreas I. zu Beginn in seine Residenz mit seinem Gefolge – Zeremonienmeister, Hofnarr, Pagen mitsamt dem Zunftrat – musikalisch begleitet vom Fanfarenzug mag ja noch recht brauchtumsmäßig gewesen sein. Aber dann glaubte man schon, ein Wirrwarr von allerlei tierischen Stimmen und Lauten erkennen zu können. Der Fanfarenzug bot noch ein besonderes musikalisches Stück, und die Pagen führten dem Motto entsprechend einen Paradetanz auf und bekamen dafür großen Applaus.

Einzigartige Tierwelt

Die Pandabären und

die PSV-Akrobaten heizten dem Publikum kräftig ein – aber nicht nur die.

Dann begann die Show. Der Pferdesportverein hüpfte von hinten auf die Bühne und bot laut Pressemitteilung ein tolles akrobatisches Programm, am Boden wie auch auf dem Pferd. Darauf stieg die Stimmung in der Halle an. Andreas Herkommer und Peter Baurmann stellten anschließend ihren „Närrischen Ohrwurm“ vor, unterstützt von „Den Aulendorfern“. Die Pandabären (Therafit-Jumpers von Jürgen Melzer) auf den Trampolinen waren eine Klasse für sich. Da kam man schon beim Zuschauen ins Schwitzen, und sie brachten auch noch eine Zugabe.

„Die Stachelschweine“ gewannen den Kostümwettbewerb.

Das Männerballett des FZ brachte dieses Jahr etwas Besonderes auf die Bühne. Moderator „Pferdinand“ (Michael Stöckler) stellte Tiere vor, die er auf der ganzen Welt eingesammelt hat. Dazu gehörten der Hubschrau-Bär, die Schnapsdrossel, Ingo, der warme Flamingo, die Bordsteinschwalbe Chantal, Rolf der Zapf-Hahn, die Wäsche-Spinne und die Mooskuh. Die „Celtic-Boys“ heizten mit ihrer Tanzeinlage weiter die Stimmung an. Die Musikgruppe „Bolly-Stop“ bildete den musikalischen Abschluss, bis die Halle bebte. Als Zugabe sangen alle als Homage an frühere Zeiten mit Wunni Schmid das Lied: „Gruß aus Aulendorf“.

Die traditionelle Kostümprämierung, bei der sich 16 Gruppen beteiligten, bildete den Schlusspunkt. Gewinner waren „Die Stachelschweine“ – die Frauen vom „BMW-Röhren-Team“. Das aufwändige Kostüm ist ein eigener Entwurf, den sie in tagelanger Arbeit selbst genäht hatten.

Das Bild zeigt Rolf Reitzel, Oliver Kübler und Florian Angele.

Zunftmeister Rolf Reitzel bedankte sich bei den Moderatoren Florian Angele und Oliver Kübler sowie allen Teilnehmern am Programm und auch bei den Zuschauern. Dabei gab er bekannt, dass Angele nach 20 Jahren die Leitung und die Moderation des Zunftballs abgibt. Einen heißen Kandidaten als Nachfolger gibt es wohl schon. Die Musikgruppe „Kau-boyz“ führte anschließend durch eine rauschende Ballnacht.

 

 

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 25.02.2019
Text: SZ
Fotos: peter Herbst

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Proben bis der Boden bebt

Bei der Hauptprobe für den Aulendorfer Zunftball gibt es Saitenwürstle, Kommandos und Geschwafel

In der noch unbestuhlten Stadthalle herrscht ein gemütliches Durcheinander. Draußen im Foyer warten bereits die Hofpagen in ihren schwarz-roten Kostümen. Es ist Donnerstagabend, die Hauptprobe für den Zunftball, bei der alle Mitwirkenden erstmals gemeinsam den Programmablauf üben, ist für 19 Uhr angesetzt.

Die Veranstaltungstechniker haben alle Hände voll zu tun bei der Hauptprobe zum Zunftball.

Mitten drin in der Halle steht ein Mischpult, mehrere Meter Spiegelwände, die noch beiseite geräumt werden müssen, wie Hallenmeister Markus Schwarz erklärt, stehen an der Seitenwand, weiter vorne sind Matten und Sportgeräte zu sehen. Von Hektik keine Spur. Vizezunftmeister Florian Angele, bei dem die Fäden zusammen laufen, ruft durch den Raum: „Wer macht den Burggraf? Und einen Zere (Zeremonienmeister) brauchen wir auch noch.“ Schnell sind zwei Kandidaten gefunden. Joachim Zimmermann als Zere hält statt dem Zeremonienstab einen Besenstiel in der Hand. Improvisation ist alles. Dann geht es los.

„Ohne Bla bla und weiteres Geschwätz“

Der Fanfarenzug marschiert ein, heute sind alle in Zivil, ein völlig ungewohntes Bild. Dafür ist die Musik gewohnt mitreißend und so klatschen etliche der Anwesenden auch gleich mit. Wobei die heutigen Zuschauer allesamt aus Mitwirkenden bestehen. Der Hofpagentanz wird zweimal geübt, dann ist Leiterin Sabrina Käser mit ihren Mädels zufrieden. Angele gibt die Anweisung „sobald der Fanfarenzug draußen ist, kommt ohne Bla bla und weiteres Geschwätz gleich der Narrenmarsch“. Links vor der Bühne ist ein Tisch aufgebaut, an dem Zimmermann und Jochen Albrecht Orden auspacken und Gutscheine für die Mitwirkenden bereit halten. Und während der Probe gibt es für alle Getränke und Saitenwürstle.

Aus den riesigen Boxen dröhnt plötzlich überaus laute Musik, der Bass bringt sogar den Boden zum Vibrieren. Derweil hüpfen zum Takt des Musikstücks hintereinander 16 Mädels Richtung Bühne. Zwei Mal wird das geübt, erst dann ist es „on Point“, wie eine der drei Trainerinnen erklärt. Auf der Bühne zeigt die Gruppe dann tolle Kunststücke, sowohl auf dem Pferd als auch am Boden. Danach teilt Angele mit, dass das Programm kurzfristig geändert wird, damit Musik- und Tanzeinlagen sich besser mischen. „Wir leben von den Änderungen“, sagt Hallenmeister Schwarz dazu völlig gelassen.

Völlig entspannt bleiben auch alle, als die Aufbauphase der nächsten Gruppe etwas länger dauert. Da wird hier ein Sportgerät zur Seite gerückt, dort noch eine Schraube angezogen. Aber dann geht die Post ab und die Halle bebt nicht nur vom Bass sondern auch vom Temperament der Mädels auf der Bühne, die passend zum diesjährigen Motto „Lasst uns eine grandiose Fasnet starten – in Aulendorfs Zoologischem Garten!“ ein köstliches Musikstück ausgewählt haben. Pssst, mehr wird nicht verraten, es wurde ja schließlich um größtmögliche Geheimhaltung gebeten.

Eigenkompositionen ansingen für den Mikrofontest

Apropos Musik, da gibt es mehrere Interpreten, die mit Eigenkompositionen schwäbisch unterwegs sind, die Titel in der Probe jedoch größtenteils nur ansingen, damit die Mikrofone eingerichtet werden können. So wie etwa bei „Bolly-Stop“, die auch wieder die Kappe dabei haben, und mehrmals zugerufen bekommen: „Kappa ra!“ Wohl nur was für Insider oder wird dies beim Zunftball aufgeklärt?

„Ich höre den Kai nicht“, ruft Michael Weißenrieder Björn von der Technik zu und ein Scherzkeks aus dem Saal erwidert lautstark, dass das vielleicht auch besser so sei. Großes Gelächter. Bei den „Aulendorfern“ und dem närrischen Ohrwurm haben die Tontechniker länger Arbeit, erst will das Mikrofon für Saxophon eins nicht, dann das für Saxophon zwei. Aber letztendlich ist das für die erfahrenen Veranstaltungstechniker kein Problem, auch wenn ein Pfeifton während des Abends zwischendurch einem beinahe das Trommelfell platzen lässt.

Fasnetslader schauen auch kurz vorbei

Die Fasnetslader erfreuen die Probenden zwischendurch mit einem Ständchen.

Zwischendurch kommen die Fasnetslader in voller Montur, spielen ein paar Lieder und sorgen damit für eine unfreiwillige Pause der Übenden. Alle freuen sich darüber. „Des isch scheee, wenn ihr zur Prob kommet, dann kriaget ihr glei no dr Jahresorden“, sagt Angele. Ein weiterer Auftritt sorgt zunächst für Irritation: saufende Giraffen, schwangere Elefanten und weiteres Getier, dazwischen der Moderator der Gruppe, der, vorsichtig ausgedrückt, totalen Unsinn ins Mikrofon schwafelt. Allerdings, die Gesichter der Umstehenden zeigen sich wenig erstaunte. Ob es wohl tatsächlich Leute gibt, denen diese seltsame Art von Humor gefällt? Die Aufklärung kommt prompt kurz vor Schluss: es war nur eine Sound- und Lichtprobe, der richtige Text wird erst beim Zunftball preisgegeben.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 23.02.2019
Text und Fotos: Claudia Buchmüller

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Aulendorf hat ein neues Fasnetslied

EinMannBand2 tritt mit „Auladorf zur Fasnetszeit“
beim Wettbewerb um den Närrischen Ohrwurm 2019 an

Dass Aulendorf zur Fasnetszeit am närrischsten ist weit und breit, das weiß ein jeder hier im Land – so behauptet es zumindest die erste Liedzeile des neuen Fasnetsschunklers „Auladorf zur Fasnetszeit“. Erfunden haben ihn Peter Baurmann und Andreas Herkommer mit ihrer EinMannBand². Am Fasnetssonntag, 3. März, werden sie mit dem Lied beim Fasnetshit-Wettbewerb des SWR-Fernsehens live in der Stadthalle in Singen auftreten. Ob „Auladorf zur Fasnetszeit“ zum „Närrischen Ohrwurm 2019“ gekürt wird, entscheidet das Publikum mit – vor Ort und an den Fernsehbildschirmen zuhause.

Andreas Herkommer und Peter Baurmann (von links) werden bei ihrem Auftritt in Singen von der Band „Die Aulendorfer“ unterstützt.

„Die Grundidee ist schunkel-schunkel, klatsch-klatsch“, erklärt der Aulendorfer Andreas Herkommer zum Aufbau des Lieds, und in der Tat, lädt der Refrain im Viervierteltakt nach Strophengeschunkel zum Mitklatschen ein. „Auladorf zur Fasnetszeit“ ist dabei ein musikalischer Ritt durch die Aulendorfer Hochfasnet – „Doa send se alle außer Rand und Band“– angefangen von der Vorstellung der Masken und dem Maskenbefreien bis zum Kehraus und dem „s goaht drgega“. „Letzten November dachten wir, es wäre witzig auch was zur Fasnet zu machen“, sagt Herkommer, der nun im vierten Jahr mit Peter Baurmann, der ursprünglich aus Köln kommt und heute in der Nähe von Ravensburg lebt, als EinMannBand² auftritt. Beide haben langjähriger Erfahrung als Solomusiker.

In drei Tagen entstanden

„Wir können beide nicht wirklich mit Noten umgehen“, gesteht Herkommer und erklärt, wie die beiden Musiker sich trotzdem im nur dreitägigen Entstehungsprozess des Lieds austauschten: „Wir singen es aufs Handy und schicken es uns gegenseitig“. Den Text erdachte Herkommer auf der Zugfahrt zur Arbeit, dann gab es noch schnell eine gemeinsame Probe und am Ende der Woche wurde das Werk bei der Weihnachtsfeier dem Zunftrat vorgestellt. „Wir wollten eine ehrliche Rückmeldung, ob es was taugt“, sagt Herkommer.

Das Lied sei gut angekommen, öffentliche Premiere feierte es dann allerdings erst beim Häsrichten Ende Januar. „Den Refrain haben die Leute gelich beim zweiten mal mitgesungen.“ Als potentieller „Närrischen Ohrwurm“ sei es aber nicht komponiert worden. „Gar nicht. Das war dann ein spontaner Entschluss. Wir dachten ehrlich gesagt, dass wir ohnehin nicht ausgewählt werden“, berichtet Herkommer.

Dann allerdings kam es anders, vor rund zwei Wochen kam der Anruf des Fernsehsenders. „Auladorf zur Fasnetszeit“ ist unter 45 Bewerbungen als einer von acht Finalisten im Rennen um den Titel. „Überrascht“, sagt Herkommer, seien sie gewesen, und etwas zwiegespalten. Denn der Auftritt in der Stadthalle in Singen, bei dem Jury und Publikum ab 16 Uhr aus den Finalisten den Sieger bestimmen, findet am Fasnetssonntag statt, dem Tag des Großen Narrenumzugs in Aulendorf. „Eigentlich der blödeste Termin im Jahr, aber am Ende freuen wir uns natürlich, dass wir dorthin können. Es geht in dem Lied ja um die Aulendorfer Fasnet, und das bei so einer Veranstaltung zeigen zu dürfen ist schon sehr spannend.“

Wer springt als Burggraf ein?

Herkommer ist gebürtiger Aulendorfer, langjähriges Zunftmitglied und sagt: „Mir liegt die Fasnet sehr am Herzen.“ Umso schwerer fällt es ihm, am Fasnetssonntag nicht vor Ort sein zu können, nicht zuletzt, da er als Burggraf quasi Hüter des Brauchtums sei und am Fasnetssonntag gebraucht werde. Die Narrenmesse und den Zunftmeisterempfang werde er daher auch noch als Burggraf mitmachen, für den Umzug springt ein anderes Zunftmitglied ein, sodass der Hofstaat dort auch vollständig zu sehen ist. Wer das sein wird, ist noch nicht abschließend geklärt. „Wir müssen noch schauen, wem das Häs am besten passt.“

Bei ihrem Auftritt in Singen wird die EinMannBand² auf der Bühne von der Band „Die Aulendorfer“, also Jürgen Schmid, Jürgen Schoch, Kurt Rimmele, Dieter Langlouis und Franz Jung, verstärkt. Und vor der Bühne, so hofft Herkommer, von einigen Fans, die mit nach Singen reisen. In dem kostenlosen Bus, der von Aulendorf aus fahren wird, sind noch Plätze frei. „Wir können es noch fehlerfrei spielen, aber dann haben es die Leute in der Hand, die anrufen.“ Denn ausschlaggebend für den Sieg ist das Urteil der Zuschauer, die telefonisch für ihren Lieblingsfasnetshit abstimmen können.

Wer mitfahren will zum Auftritt der EinMannBand² in Singen, kann sich bei Andreas Herkommer anmelden unter Mobiltelefon 0171/4243007 oder per Mail.

Insgesamt dauert das Lied „Auladorf zur Fasnetszeit“ knapp fünf Minuten, der Refrain lautet so:

„Und am abends, da juck’ mr en dr Halla rum, da lauft a guade Musik, subber Publikum.
Mir schreiat „Ja was saisch au“ und „Eckhex hui“ do goaht’s die ganze Nacht, mir gond no lang et hoim,
so goaht’s dia ganze Nacht ja und morga, morga da wird grad weiter gmacht.“

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 20.01.2019
Text: Paulina Stumm

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Aulendorf bekommt erstmals Hexenball

Hallen-Team will für Veranstaltung künftig zwischen verschiedenen Mottos wechseln

Die Aulendorfer Narrenzunft will für den Ball am Fasnetsfreitag, 1. März, in der Stadthalle eine neues Konzept umsetzten. Erstmals soll es in diesem Jahr einen Hexenball geben, zu dem die Hexengruppen umliegender Nachbarzünfte eingeladen wurden. Ob sie alle kommen, ist indes offen.

Die Aulendorfer Eckhexen laden zum Ball ein.

Es war vorletztes Jahr, dass die Guggenmusik Spots aus Otterswang am Fasnetsfreitag die Aulendorfer Stadthalle füllten und dort ihr 20-jähriges Bestehen zusammen mit weiteren Guggenmusikern feierten. „Das war etwas besonderes“, sagt Florian Angele, stellvertretender Zunftmeister und Mitglied im Hallen-Orga-Team. Auch im vergangenen Jahr stand der Abend im Zeichen des Spotsballs. Ein drittes Mal in Folge wollte das Hallen-Team dann aber vermeiden, damit keine Langeweile aufkommt.

Befreundete Hexen eingeladen

Es habe auch schon andere Themen für den Freitagabend gegeben, sagt Angele und erinnert an den Fanfarenzug, der einige befreundete Fanfarenzüge eingeladen hatte, oder an einen Ballabend mit Dirndl und Lederhose. In diesem Jahr soll es nun erstmals einen Hexenball geben, zu dem die Aulendorfer Zunft Hexen – „oder auch Schrättele“, so Angele – umliegender, befreundeter Zünfte eingeladen hat. Das Motto ist passend gewählt, gehören die Aulendorfer doch zu einer der größten Hexenzünfte. Wer alles im Häs kommt, ist noch offen, so mancher Brauchtumsausschuss berät offenbar noch darüber, ob die Hexen sich bei einer solchen Veranstaltung zeigen dürfen.

Für Programm werden die Aulendorfer Sprunghexen sorgen. Auch der Hexenwagen wird samt Bar in der Halle stehen. Ob von den eingeladenen Hexen noch Programmpunkte gestaltet werden, ist offen. „Wenn sie Lust haben, noch was zu machen, gerne“, sagt Angele. Musik liefert ein DJ.

Die Befürchtung, dass das häufige Wiederholen eines Mottos in Folge langweilig werden könnte, beschäftigte das Hallen-Team, zu dem auch Jochen Albrecht, Deborah Bichler, Stefan Weinfurter, Markus Schwarz und Christian Ramspberger gehören, offenbar sehr. Deshalb will das Team nun rund fünf unterschiedliche Mottos suchen will, die sich immer wieder abwechseln sollen. Neben dem Spotsball, dem Ball mit dem Fanfarenzug und dem Hexenball, so er sich bewährt, könnten dann zwei weitere Themen den Reigen schließen. Welche, das sei man noch am überlegen, sagt Angele.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 12.01.2019
Text: Paulina Stumm

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Kindergartenkinder malen zum diesjährigen Fasnetsmotto

Die unterschiedlichen Werke der Aktion sind im Zunftheim der Narrenzunft ausgestellt

Am Freitagnachmittag fand im Zunftheim der Narrenzunft eine „Vernissage“ zur Eröffnung der zweitägigen Bilderausstellung statt.

Seit Wochen haben die Kinder mit ihren Erzieherinnen zum diesjährigen Fasnetsmotto „Lasst uns eine grandiose Fasnet starten – in Aulendorfs Zoologischem Garten“ gebastelt, geklebt und gemalt. Dabei sind völlig unterschiedliche Werke zustande gekommen – einerseits herzerfrischende Kinderkunstwerke, denen man ansah, dass sie größtenteils ohne Hilfe von Erwachsenen gefertigt waren und zum anderen kunstvolle Kreationen bei denen die Erzieherinnen kräftig mit Hand angelegt haben.

Leo, Tim und Sina zeigen stolz ihre gebastelten Zoobilder inklusive Foto.

So tummelten sich allerlei ausgeschnittene, beklebte und bemalte Zootiere auf den bunten Stellwänden: Krokodile neben Pinguinen, Schlangen, Affen, Löwen, Tiger, Giraffen und Flamingos. Diese wurden von den Kindern stolz ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern gezeigt.

Fasnetsheft für die Kleinsten

Auch Bürgermeister Matthias Burth machte sich ein Bild von der Kreativität des Narrensamens. Zunftmeister Rolf Reitzel, der den Nachmittag eröffnete, schaffte es trotz Mikrofon kaum, die vielen fröhlichen Kinderstimmen zu übertönen, so turbulent ging es im „proppevollen“ Zunftsaal zu. Dabei hatte er Erfreuliches zu verkünden. Wurden dieses Jahr doch die Leiterinnen nicht nur mit dem Jahresorden der Narrenzunft beschenkt. Nein, alle Kindergartenkinder erhalten kostenlos ein Fasnetsheft. Ähnlich wie schon im Vorjahr die Grundschulkinder, wird darin mit noch einfacheren Worten die Aulendorfer Fasnet für die Kleinsten erklärt.

Die Texte stammen wiederum aus der Feder von Petra Guddat, Logo und Zeichnungen von Roland Mayer, Gestaltung und Satz von Florian Vögtle Team der BFG-Mediagroup. Finanziert wurde das Heft durch eine großzügige Spende der Gruppe „Naus auf‘d Gass zum Narraspaß“, die seit zwei Jahren am Fasnetssonntag im Radhof bewirtet. Norbert Gallasch übergab die Spende bei der Ausstellungseröffnung an die Narrenzunft. Der Zunftmeister verkündete, dass der Erlös der beiden Nachmittage aus dem Verkauf von Kaffee, Kuchen und Getränken eins zu eins an die Kindergärten gehe. Neben Speis und Trank konnten sich die Kinder an verschiedenen Aktionen beteiligen. Kinderschminken war ebenso angesagt wie Luftballontiere formen und Fasnetsbuttons bemalen. Das Highlight war natürlich das Kasperletheater, bei dem das Kasperle die Aufgabe hatte, ein Krokodil zu entlarven. Das Drehbuch hierzu stammt von Silke Allgaier, Carina Bauer, Ingrid Vogler, Flo und Anja Angele ließen die Kasperlepuppen tanzen.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 09.01.2019
Text und Foto: Claudia Buchmüller

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Schmuddelwetter kann die Sprunghexen in Ettenheim nicht stoppen

Das Narrentreffen in Ettenheim ist am Sonntagvormittag per Narrensprung eröffnet worden.
Viele Neugierige beobachteten das durchchoreographierte Treiben der Aulendorfer Hexen.

„Jo was saischt au“ skandierten rund 250 Maskierte kurz nach elf am Sonntagmorgen am Oberen Tor, und das närrische Volk am Straßenrand hatte handkehrum auch die Antwort drauf: „Eckhex hui“. Mit diesem verbalen Ritual, Fanfarenklänge und dem Einzug der Narrenzunft Aulendorf durchs Obere Tor in die Altstadt wurde die Ettenheimer Straßenfasent eröffnet.

Die Aulendorfer Hexen beim Narrensprung

Schmuddelwetter, eine Mischung zwischen Schneegraupel und Nieselregen, lag über der Stadt als sich eine Hundertschaft Neugieriger nahe dem Oberen Stadttor zum Spalier formierte, um den Auftakt des Narrentreffens mitzubekommen. Zum fünften Mal in Folge wurde die Straßenfasent mit dem Narrensprung einer Gastzunft von der Baar oder dem Bodenseeraum eröffnet.

Menschenpyramiden und akrobatische Einlagen

Während sich vor dem Tor die gewaltige Schar Maskenträger der Narrenzunft Aulendorf – Fetzle und Schnörkele in ihrem hellen Sackleinen Gewand und aufgereihten Laugenteilen am Brezelstab, Tschorre und Rätsch und die Eckhexen mit Besen, buntem Gewand und Kopftuch bestickt mit Tierkreiszeichenen – ihre Formation suchte oder sich mit Weinschorle auf den Einzug in die Stadt einstimmte, spekulierten die Menschen im Spalier noch über das Spektakel, das ihnen angekündigt war. Denn den Sprunghexen eilte der Ruf voraus, mit mächtigen Menschenpyramiden und akrobatischen Einlagen das Publikum am Straßenrand zu faszinieren.

 

Aulendorfer Fetzle beim Großen Umzug

Seit September ist die Gruppe von 20 bis 25 Sprunghexen in der Zunft im Training für die spektakulären Auftritte auf offener Straße. „Jedes Jahr studieren wir eine neue Choreografie ein,“ sagt Christian Scheffold, Chef der Truppe. Nicht alles, was im Herbst in der Turnhalle einstudiert wird, kann auf der Straße dann auch gezeigt werden. „Klar müssen wir uns auf die Witterungsverhältnisse einstellen. Wenn wir auf Eisplatten kommen, dann gehen hohen Pyramiden natürlich nicht. Und auch bei Regen ist unsere Choreografie weniger spektakulär“, erklärt Scheffold.

Seit Mitte der 1970er-Jahre gibt es die Gruppe der Sprunghexen als Teil der Eckhexen-Hästräger, die mit Handstandüberschlägen oder Kreuz- oder Schultersprüngen über von Hexen gebildeten Mauern setzen oder sich eben zu Menschenpyramiden auftürmen. Wenige Meter nach dem Einzug durchs Stadttor gibt die Truppe dann auch gleich eine erste Kostprobe: Eine sich auftürmende Mauer aus Hexenleiber wird mit Handstandüberschlag überwunden. Das Publikum am Straßenrand johlt und applaudiert und skandiert „Jo was saischt au – Eckhex hui“.

Aulendorf: 10 000 Einwohner und 2200 Hästräger

„Das wir unser Ritual hier als Narrensprung zeigen dürfen, ehrt uns sehr“, sagt derweil Paul Mock, stellvertretender Zunftmeister der Aulendorfer Zunft, die mit fünf Bussen angereist war. Aulendorf gilt als eine der Narrenhochburgen zwischen Ravensburg und Biberach. Das Städtchen hat knapp 10 000 Einwohner und 2200 Hästräger.

Paul Mock, stellv. Zunftmeister, der Narrenzunft Aulendorf

Mock selbst hatte übrigens den Kontakt zur Narrengesellschaft Hoorig gesucht, als er vor zwei Jahren die SWR-Übetragung vom Narrentreffen gesehen hatte. „Die Atmosphäre in der Altstadt hat uns so gut gefallen. Hier wird Brauchtum noch gelebt, da wollten wir gerne dabei sein“, sagt Mock. Bloß dabei sein, war dann aber nicht, die Zunft wurde von der Narrengesellschaft gleich für den Narrensprung beim Narrentreffen mit fast 4000 Hästrägern angeheuert.

 

Bericht: Badische Zeitung Lokalausgabe Ortenau 04.02.2019
Text: Klaus Fischer
 Fotos: Olaf  Michel

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Aulendorf präsentiert sich im Fasnetskleid

Vom Weg der Straßenbändel und den unsichtbaren Helfern hinter der Fasnetsdekoration

Vergangene Woche hat die Hexenwagen-Gruppe der Narrenzunft Aulendorf unter Leitung von André Bixenmann, unterstützt von Neumitgliedern, wie schon die vergangenen 20 Jahre die Straßen der Stadt mit bunten Fasnetsbändeln geschmückt.

Die Hexenwagengruppe schmückt gemeinsam mit Neumasken die Straßen der Stadt mit den bunten Fasnetsbändeln.

Der Arbeitseinsatz begann am frühen Morgen mit dem Abholen vieler Bändelpakete im Vereinsheim und dauerte bis gegen 14 Uhr. Sorgsam festgezurrt an Dachrinnen, Bäumen und Laternenpfosten, zieren die bunten Bänder nun bis Aschermittwoch die Straßen und künden fröhlich von der fünften Jahreszeit. Beim Befestigen der bunten Pracht wird strengstens auf die Verkehrssicherheit geachtet, wie Otto Ludwig, einer der „alten Hasen“ der Gruppe, bestätigte – sie sind auf 4,20 Meter Höhe und circa zehn Meter von Ampelanlagen entfernt. Bixenmann fügte hinzu, dass die Bändel zwischendurch auch immer wieder kontrolliert und falls notwendig, nachgezogen werden.

Doch woher kommen eigentlich die vielen Meter aneinandergereihter, bunter Stoffstreifen? Dieser Frage ging die „Schwäbische Zeitung“ nach. Und traf dabei im Obergeschoss des Vereinsheims der Narrenzunft Aulendorf auf die langjährigen Zunftmitglieder Joachim Zimmermann und Markus Schwarz. Während Zimmermann mit viel Muskelschmalz große Markisenballen in möglichst gleichmäßige Streifen reißt, schneidet Schwarz anhand einer Schablone die Streifen in rechteckige Stücke und legt diese aufeinander. Mit der Zeit werden die Arme immer länger und die Schere hinterlässt allmählich deutliche Spuren in der Hand. „Halb so wild“, erklären beide lachend, da gebe es „weit mindere Arbeiten“. An diesem Abend machen sie noch ein paar Stunden weiter, damit nächste Woche genug Material zum Nähen bereit ist, bekräftigen sie.

Herbert Herkommer bereitet alles fachgerecht vor, damit seine Frau Hildegard an der Nähmaschine loslegen kann.

So liegen tags darauf im Zunftstüble Berge von Material für die nächsten Arbeitsschritte bereit. Die Eltern des Burggrafen, Hildegard und Herbert Herkommer, sind wieder einmal bei der Arbeit. Herbert Herkommer sortiert und stapelt Stoffstücke nach Farben. Danach faltet er lange Bänder zur Hälfte und zieht den entstandenen Knick über die Tischkante, damit er gut hält. In diesen Falz legt seine Frau dann die Stoffstücke und näht diese fest. Zwischen 90 und 100 Stoffstücke braucht sie für einen der rund 17 Meter langen Bändel und pro Bändel eine knappe Stunde. Anschließend wird der fertige Bändel sorgfältig zusammengelegt und verschnürt. Da müsse man zu zweit sein, damit es kein Durcheinander gibt, weiß das Ehepaar aus mehrjähriger Erfahrung. „Die Arbeit macht zu zweit sowieso mehr Spaß, und wir machen das beide auch richtig gern. Da sieht man einfach, dass man etwas g‘schafft hat“, sagen sie mit Blick auf die fertigen Bändel.

Bis zum Landschaftstreffen im Jahr 2021 liegt allerdings noch viel Arbeit vor ihnen. Dann sollen knapp 70 neue Bändel die Stadt verschönern, das sind an die 7000 Stoffstücke, die geschnitten und vernäht werden wollen. „Das machen wir dann den Sommer über“, lacht Hildegard Herkommer und lässt die Nähmaschine wieder rattern. Aber wie kommt man denn zu so einer arbeitsintensiven Beschäftigung? „Wia d‘Jungfrau zum Kind oder genauer, wenn d’r Sohn ruft, dann sind mir do“, schmunzelt Herbert Herkommer.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 31.01.2019
Text und Foto: Claudia Buchmüller

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Häsrichten entwickelt sich zum Publikumsmagnet

Narrenzunft Aulendorf startete in die Ballfasnet – Häsrichter zaubern ein komödiantisches Feuerwerk

Die Narrenzunft Aulendorf startete am Samstag traditionell mit dem „Häsrichten“ in die Ballfasnet 2019. Zunftmeistervertreter Flo Angele freute sich über die volle Stadthalle und begrüßte scherzhaft „die 100 zahlenden und 300 geladenen Gäste“. Danach besuchte Maskenmeister Michael Weißenrieder die Originalmasken an ihrem Verbannungsort, dem Zauberberg. Begleitet von schauriger Musik forderte er sie auf, „ihr Häs herzurichten“ und versprach ihnen, bald den Bann zu lösen.

Maskenmeister Michael Weißenrieder besucht die Originalmasken am Verbannungsort und fordert sie auf, „ihr Häs herzurichten“.

Die Uraufführung des neuen Fasnetslieds „Auladorf zur Fasnetszeit“, getextet und komponiert von der EinMannBand2, Andreas Herkommer und Peter Baurmann, kam bei den Gästen gut an. Sie ließen sich nicht lange bitten, sondern sangen und klatschten begeistert mit. Mit Begeisterung wurde auch der Fanfarenzug empfangen, der die Ehrungen, die Angele auf der Bühne vornahm, jeweils mit einem kurzen Musikstück begleitete.

Der zweite Teil des Programms gehörte dann den Häsrichtern. „Des wär a Gschicht‘ für d‘ Häsrichter“ ist ein geflügeltes Wort in Aulendorf und wird oft mit „aber jo it“ oder noch schlimmer mit „dann bin i nemme dei Freund“ beantwortet. Dabei geht es um Begebenheiten und Missgeschicke von Aulendorfer Bürgern, die den Häsrichtern zugetragen werden. Die Häsrichter sind eine Gruppe von Narren, die aus diesen Geschichten alljährlich zum Auftakt der Ballfasnet ein komödiantisches Feuerwerk zaubern. Seit drei Jahren beweist die Gruppe um Maria Arnold und Britta Wekenmann nicht nur schauspielerisches Talent. Sie untermalen die gespielten Szenen zusätzlich mit umgetexteten, live gesungenen Liedern – Ansgar Wekenmann fertigt passende Karikaturen dazu.

Viel Applaus erhielten die Häsrichter (von links: Britta Wekenmann, Maria Arnold, Sandra Daiber, Carina Baur, Tina Heinemann und Irene Steinhauser) für ihr Feuerwerk in Wort, Gesang und Bild.

Mit Spannung wird jedes Jahr erwartet, welchen Spielort sich die Gruppe ausgesucht hat und natürlich, „wer dran kommt“. Als sich der Vorhang öffnete, blickten die Zuschauer in den Marmorsaal des Schlosses, wo in Kürze die Kostümführung mit Gräfin Paula stattfinden sollte. Wie konnte es auch anders sein, die Gräfin war verhindert und wurde von Maria Arnold vertreten. Diese Rolle war ihr auf den Leib geschneidert, nur ihr Outfit wollte nicht so recht dazu passen und bescherte schon ohne Worte die ersten Lacher.

An ihrem köstlichen fränkischen Dialekt, dem bruddligen Urschwäbisch von Hausmeister Bruno, dem Jugendsprachschatz der beiden Schlossführungsgäste und der maßregelnden Zofe Stein hätte jeder Sprachwissenschaftler seine Freude gehabt. 27 Geschichten, 16 Lieder und 25 Karikaturen später wusste das Publikum so Einiges, was die Betroffenen selbst lieber vergessen würden.Etwa über die Schnörkelesdemenz des Schultes, betreffend seines Hochzeitstages. Die Geschichten um einen falsch angeschlossenen Anrufbeantworter, der sich stets einschaltete, wenn die Türklingel betätigt wurde oder die kunstvoll mit einer 33 versehene Torte zum 34. Geburtstag. Das gelockerte Zölibat von Aulendorfs Pfarrer Anantham, entstanden durch einen Versprecher bei der Begrüßung anlässlich des Neujahrskonzertes, kam genauso aufs Tablett, wie die verfrühte Fahrt eines Marinechormitgliedes zum Konzert nach Lindau, das allerdings erst Tage später stattfand.

Die Waldseer kamen ebenfalls nicht ungeschoren davon. Hier wussten die Häsrichter von der falschen Einwechslung eines Spielers beim Relegationsspiel und dem darauf erfolgten Abstieg zu berichten. An Dramaturgie nicht mehr zu überbieten war die Schilderung einer nächtlichen Autofahrt. Hier wurde es mucksmäuschenstill im Saal, bis zur erlösenden Erklärung von Hausmeister Bruno, dass es sich beim überfahrenen Objekt um eine Plastiktüte gehandelt hat.

Zum Abschluss hatte sich die Truppe etwas Besonderes einfallen lassen. Alle Betroffenen, die durch ihre Missgeschicke mehr oder weniger freiwillig zum Programmpunkt wurden, bekamen einen Häsrichterorden und alle zusammen wohlverdienten, langanhaltenden Applaus. Den Schlusspunkt des Programms setzte Angele, der Vertretern der Aulendorfer Jugendfeuerwehr 555,55 Euro übergab. Der Betrag kam zustande, weil beim jährlichen Zunftmeisterempfang keine Gastgeschenke mehr verteilt werden.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 28.01.2019
Text und Foto: Claudia Buchmüller

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Das Häsrichten wird erstmals vorverlegt

 Die Proben zur Veranstaltung laufen bereits – Diesjähriger Termin ist am 26. Januar

Das Häsrichten ist eigentlich ein fester Termin in der Aulendorfer Ortsfasnet und fand bisher stets drei Wochen vor dem Fasnetssamstag statt. Dieses Jahr wird die Veranstaltung vorgezogen und ist bereits am Samstag, 26. Januar. Grund hierfür ist das Landschaftstreffen der befreundeten Wangener Narrenzunft Kuhschelle weiß-rot und die damit verbundene Freinacht.

Die Häsrichter Irene Steinhauser (von links), Sandra Daiber, Carina Baur, Britta Wekenmann und Maria Arnold beim Probeabend mit musikalischer Begleitung durch Andy Herkommer (vorne links) und Peter Baurmann.

„Wir möchten, dass die Aulendorfer Narren zur Freinacht können und sich nicht zwischen Häsrichten und Freinacht entscheiden müssen“, erklären Maria Arnold und Britta Wekenmann. Die beiden sind seit drei Jahren für das Häsrichten verantwortlich und halten am beliebten Konzept, einer Mischung aus Theaterspiel und musikalischer Interpretation, sowie dazu passenden, eingeblendeten Karrikaturen fest. Mit dabei sind die bewährten Mitspielerinnen Carina Baur, Sandra Daiber, Tina Heinemann und Irene Steinhauser. Den musikalischen Part übernehmen wieder Peter Baurmann und Andy Herkommer mit der „Ein-MannBand2“, die im Rahmen ihrer „Total tanzbare Takte Tour 2019“ auch nach dem offiziellen Teil für total tanzbare Tanzmusik sorgen werden.

Die „EinMannBand2“ gibt bei der Probe der Häsrichtertruppe im Zunftheim der Narrenzunft den Ton vor – C-Moll: „Seid Ihr bereit?“ Die Häsrichter beginnen und plötzlich ertönt ein „Halt, das stimmt so überhaupt nicht, die Kopfstimme ist völlig daneben.“ Nochmal das C-Moll und dann passt es. Nach und nach werden die selbst getexteten Lieder des 23-seitigen Drehbuches geübt. Rassige Sambamusik bildet die Grundlage zur nächsten, im wahrsten Sinne des Wortes „feurigen“ Begebenheit. Danach folgt ein Lied mit G#, das will und will nicht klappen. „Können wir das nochmal machen?“, fragt Maria und die Musiker geben wiederholt ein paar Takte vor. „So ein Gschiss mit dem Gis“, kommentiert Britta und alle brechen in fröhliches Gelächter aus.

In der Pause ist Zeit für ein Gespräch. Geschichten sammeln die Häsrichter das ganze Jahr über. Im November wird dann ausgewählt, welche Begebenheiten es ins Programm schaffen. „Das ist gar nicht so einfach zu entscheiden, ob das beim Publikum auch ankommt“, sagen die Häsrichter. Danach werden Szenen erarbeitet, das Drehbuch geschrieben, gedichtet und passende Lieder ausgesucht. Dieses Jahr hätten sie viele Geschichten gehabt, aber die passende Musik dazu auszuwählen, sei enorm schwierig gewesen. Auf die Frage, ob es etwas Neues gibt, schütteln alle verneinend den Kopf und erklären unisono, dass es wieder völlig unpolitisch bleibt und mehr nicht verraten wird. Einzig, dass die „EinMannBand2“ ein neues Aulendorfer Fasnetslied gedichtet und komponiert hat, ist noch in Erfahrung zu bringen. Damit die Leute kräftig mitsingen könnten, würden Liedzettel ausgelegt. Zum Häsrichten gehört natürlich traditionell zu Beginn der Besuch des Maskenmeisters am Verbannungsort der Aulendorfer Masken. Dort macht sich einer nach dem anderen bereit und richtet das Häs. Befreit werden sie aber erst am Mittwochabend vor dem Gumpigen beim Hexeneck.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 21.01.2019
Text und Foto: Claudia Buchmüller

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