Category: Berichte

Aulendorfer Masken sind verbannt

Brauchtumsmoment in der Stadthalle beendet die Fasnet 2019

Die Aulendorfer Masken sind beim Kehraus am Dienstagabend wieder verbannt worden. Das Traditionsmoment gehört zum Brauchtum der Aulendorfer Fasnet, das als Teil der schwäbisch- alemannischen Fasnacht immaterielles Kulturerbe ist.

Drei Mal tritt in der Aulendorfer Fasnet die Figur des Maskenmeisters auf; beim Häsrichten, bei der Befreiung der Masken am Hexeneck sowie bei der Verbannung der Masken. Gegen 23.45 Uhr am Dienstagabend war es in der Aulendorfer Stadthalle – in der zuvor noch ausgelassen getanzt und die Auftritte der Guggenmusik Spots und der Sprunghexen verfolgt wurden – soweit: Burggraf Andreas I (Andreas Herkommer) ließ das Ende des närrischen Treibens verkünden, und Bürgermeister Matthias Burth bekam den Stadtschlüssel zurück.

Beim Kehraus in der Stadthalle verbannt der Maskenmeister die Aulendorfer Masken.

Dann schritt der herbeigerufene Maskenmeister (Michael Weißenrieder) zur Tat – der Moment, zu dem auch den umstehenden Kehrausbesuchern das Lachen aus den Gesichtern verschwand. „Ich spreche nunmehr aus den Bann – den keiner ein Jahr lösen kann!“, sprach der Maskenmeister seinen Bannspruch. Heulend und klagend beugten sich die Masken und zogen mit den Gongschlägen um Mitternacht mit ihrem Meister aus der Stadthalle davon.

Das Ende bildeten der Burggraf mit seinem Gefolge, Zunftmeister, Hohe Räte und Bürgermeister – jeder mit einer Kerze in der Hand. Am Ausgang löschte der Maskenmeister diese – sofern nicht der letzte närrische Schalk die Flamme selbst auspustete. Und tatsächlich: schlagartig, mit dem letzten Löschen der Kerze verschwand auch die fastnächtliche Stimmung in der Halle, viele Besucher machten sich direkt auf den Heimweg. „Ein bisschen schade ist es ja schon“, raunte eine Aulendorferin noch beim Hinausgehen.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 07.03.2019
Text und Foto: Paulina Stumm

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Das Urteil ist gefallen: Die Fasnet ist an allem schuld

Aulendorfer Narren ziehen zum Abschied als Hemdglonker durch die Stadt und fällen ihren Narrenbaum

Unter dem Wehklagen der Hemdglonker und mit dem Verbrennen der Fasnet haben sich die Aulendorfer Narren am Dienstagabend von den närrischen Tagen verabschiedet. Auch der Narrenbaum ist gefallen.

In weißen Nachthemden ziehen die Hemdglonker zum Abschluss der Fasnet als letzter Umzug durch die Stadt.

In weiße Nachthemden und Schlafmütze – mal als Zipfel, mal als Haube – gekleidet, blass geschminkten Gesichtern und aufgemalten Tränen sind die Hemdglonker mit Laternen, Rätschen und Fackeln durch die Stadt gezogen. „Das ist immer ein schöner Abschluss, ein bewusster Schlusspunkt“, findet Rita Dittrich, für den lohne es sich auch die Kostümierung hervorzukramen, die mit einigen anderen Fasnetsklamotten ab Aschermittwoch in die Wäsche kommen. Auch für Umzugsorganisator Manfred Hügler gehören die Hemdglonker einfach dazu, „weil ich das schon seit… ja wie lang eigentlich, 28 Jahren vielleicht, mache.“ So ähnlich hört man das noch öfter am Abend. „Ich gehe mit, weil ich das schon als Kind gemacht habe, wenn auch nicht in Aulendorf“, sagt Herbert Dobner, der aus Isny zu Gast ist und sich ebenfalls in altes Schlafkleid gewandet hat. Für Brigitte Raisch sind die Hemdglonker in ihrer Blässe auch ein Zeichen für eine gewisses Abgekämpftsein zum Ende der Fasnet. „Jetzt tragen wir sie zu Grabe, darum heulen wir und haben Tränen auf den Wangen.“

Der Zug zieht zum Schlossplatz, wo er den Narrenbaum umrundend, von zahlreichen Zuschauern und Zeremonienmeister begrüßt wird. Dann geht es der Fasnet an den Kragen. Die Narrenrichter erscheinen, zu richten die Fasnet ob all ihrer Vergehen – und derer weiß der Richter einige zu benennen: laut Lästern, Leute an der Nase herum führen, Kirche schwänzen, aus der Flasche trinken, Mädchen anlügen und mancher soll sich gar nicht mehr gewaschen haben. Das Urteil der Richter ist eindeutig: „Die Fasnet ist an allem schuld, drum wird das Seil jetzt abgespult.“ Und so wird die Fasnet in Form einer Strohpuppe aufgehängt und geht in Flammen auf, während die Narren begleitet vom zunächst tragenden, dann noch einmal lustig erklingenden Aulendorfer Narrenmarsch zum letzten Tanz um den Baum ansetzen, bevor auf dieser gefällt wurde.

So mancher schnappte sich ein Stück vom Narrenbaum, als Erinnerung. Isabell Köberle erwischte einen Zweig mit Bändel. Ein kleines Stück davon wird sie, wie so mancher Aulendorfer Narr, im Geldbeutel aufbewahren bis zur nächsten Fasnet.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 06.03.2019
Text und Foto: Paulina Stumm

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Aulendorf hat „eine Hymne kreiert“

Närrischer Ohrwurm 2019 geht nach Aulendorf – Fans empfangen Sieger auf dem Schlossplatz

Die EMB² &“ Die Aulendorfer“ geben beim Wettbewerbsauftritt um den Närrischen Ohrwurm alles. (Foto: SWR/Alexander Kluge).

Der Närrische Ohrwurm 2019 geht nach Aulendorf. Mit drei Punkten Vorsprung haben die „EMB² & Die Aulendorfer“ den Fastnachtshit-Wettbewerb des SWR Fernsehens am Sonntag für sich entschieden. „Es ist überwältigend“, sagt Andreas Herkommer, der das Schunkellied zusammen mit Peter Baurmann als EinMannBand² ausgedacht und komponiert hat. Als Preis bekamen die Musiker ein professionelles Musikvideo – und einen Kuss von Schneewittchen.

„Ich kann es noch gar nicht richtig einordnen“, sagt Herkommer am Tag danach, immer noch etwas überrascht, aber gut gelaunt. Am späten Sonntagnachmittag standen er und seine Mitmusiker letztlich als Sieger auf der Bühne in Singen, von wo aus der SWR den Wettbewerb live im Fernsehen übertragen hatte. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir gewinnen“, sagt Herkommer – und doch setzten sie sich gegen sieben weitere Finalisten, die am Sonntag um den Titel musiziert hatten, durch.

„Es hat super geklappt“

„Wir waren schon am Samstag zum Soundcheck dort. Da waren wir noch echt angespannt. Wir haben zwei andere Bands gehört und das klang sehr professionell. Wir dachten, das wird ein harter Brocken“, erinnert sich Herkommer. Beim Auftritt am Sonntag selbst half dann das „sensationelle Publikum“ und der Blick in die vertrauten Masken der mitgereisten Fan-Abordnung aus Aulendorf. „Wir waren nicht aufgeregt. Die Grundstimmung war so positiv dort. Es hat super geklappt“, findet Herkommer.

So sehen Sieger aus: Die Band „Die Aulendorfer“ und (vordere Reihe von rechts) Peter Baurmann und Andreas Herkommer als EinMannBand². (Foto: SWR/Alexander Kluge)

Ganz ähnlich sahen das auch die drei Juroren, die für jeden der Finalisten nach deren Auftritt eine Bewertung ab- und Punkte vergaben. „So muss Fasnet klingen, es ist das einzige Lied, zu dem man Schunkeln und Feiern kann“, lobte etwa Schlagersängerin Alexandra Hofmann und gab den Aulendorfern zehn von elf möglichen Punkten. Mitjuror und Comedian Sven Hieronymus zog ebenfalls nur einen Punkt ab, als Mainzer habe er nicht alles verstanden. Und auch von Fernsehmoderator und Entertainer Hansy Vogt gab es zehn Punkte: „Ihr habt alles richtig gemacht. Ich würde sagen: Aulendorf hat eine Hymne kreiert.“

30 Punkte von der Jury

„Als wir von der Jury 30 Punkte bekommen haben, habe ich gehofft, dass wir damit unter die letzten fünf kommen“, sagt Herkommer und gibt zu: „Wenn man bei einem Wettbewerb mitmacht, will man natürlich auch gewinnen.“ Nach den Juryurteilen teilte sich die Aulendorfer dann zwar schon den vorläufigen Platz 1 mit der Band „Die Kellerspatzen und Freunde“, die Zuschauerabstimmung via Telefon stand da aber noch aus.

Die EMB² & „Die Aulendorfer“ mit Sänger-Jury und SWR- Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein als Schneewittchen. (Foto: SWR/Alexander Kluge).

Nach gut einer Stunde und 45 Minuten Liveshow war es dann soweit. SWR-Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein – im Schneewittchenkostüm – beendete das Telefon-Voting und versammelte alle fünf noch im Rennen stehende Teilnehmergruppen um sich. Die Anspannung stand den Musikern da schon ins Gesicht geschrieben. „Jede Minute fühlte sich wie eine Stunde an“, beschreibt Herkommer die Minuten, als Faber-Schrecklein nach und nach die Punkte der Publikumsabstimmung bekannt gab, bis klar war: „Auladorf zur Fasnetszeit“ ist der Närrische Ohrwurm 2019. Nur der Vollständigkeit halber: auch vom Publikum gab es für die Hitschmiede aus Aulendorf am meisten Punkte, nämlich 33.

Ein Kuss von Schneewittchen

Offensichtlich noch nicht ganz verarbeitet hat Herkommer den Kuss von Schneewittchen Sonja Faber-Schrecklein. Die Moderatorin holte zum Sieger-Interview aus, unterbrach sich dann aber selbst, nahm den Musiker zur Gratulation in den Arm, fragte: „Wurdest du schon mal von Schneewittchen geküsst?“ und gab dem Aulendorfer einen Kuss auf die Wange: „Jetzt isch’s passiert“. Dabei hatte Faber-Schrecklein die Rechnung aber ohne Dieter Langlouis von den „Aulendorfern“ gemacht, der sofort scherzhaft einwarf: „He! I au it!“ Schneewittchen lies sich nicht lange bitten und kommentierte lakonisch: „So sind se die Oberschwaben.“

„Nein, von Schneewittchen wird man nun wirklich nicht alle Tage geküsst“, sagt Herkommer dazu nur und erklärt: es sei der Moment gewesen, in dem klar war, dass sie gewonnen hätten: „Alles läuft wie im Film ab, da bekommt man gar nicht alles richtig mit.“

Bei der Ankunft in Aulendorf am Abend gegen 20 Uhr wurden die Gewinner des Närrischen Ohrwurms bereits erwartet. (Foto: privat/Julia Kramer).

Ganz zu Ende war der Film nach der Live-Übertragung aber noch nicht. Im Bus ging es mit den Fans zurück nach Aulendorf, wo sich unter dem närrischen Volk die nahende Ankunft der Ohrwurm-Sieger in Windeseile verbreitete, wie eine Aulendorferin berichtet. „Das machte per Whatsapp die Runde wie ein Lauffeuer.“ Und so standen Abordnungen der Stadtkapelle und des Fanfarenzugs sowie geschätzte 200 bis 300 Aulendorfer bereit und empfingen die „EMB² & Die Aulendorfer“ am Schlossplatz. „Das war ein absolut ansteckendes Aulendorfer-Wir-Gefühl“, berichtet sie.

Feiern im „Aulendorfer-Wir-Gefühl“

„Wirklich im Kopf bleibt, dass es mit den Aulendorfern so super geklappt hat“, zieht Herkommer sein Fazit zum Närrischen Ohrwurm und lobt die Band, die sich so kurzfristig bereit erklärt habe, mitzumachen. Schließlich waren nur drei Wochen und eine richtige Probe Zeit, um das Lied entsprechend zu Arrangieren und den Auftritt vorzubereiten. „Den Spaß und die Harmonie, die wir hatten, das war echt beeindruckend.“

Bleiben wird den Musikern neben dem Titel Närrischer Ohrwurm auch die gleichnamige kleine Plastikskulptur, quasi der Oscar der Fasnetslieder. „Der steht zur Zeit bei mir daheim“, sagt Herkommer. Er soll künftig im Probelokal der „Aulendorfer“ einen Platz finden. „Dann kommen wir einmal im Monat vorbei und schauen, ob er noch da ist.“

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 05.03.2019
Text: Paulina Stumm
2 Fotos: SWR/Alexander Kluge  
1 Foto: Julia Kramer

 

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Aulendorfer Band gewinnt „Närrischen Ohrwurm“

Die Band „EMB² & Die Aulendorfer“ haben den „Närrischen Ohrwurm 2019“ gewonnen. Wie der veranstaltende SWR mitteilt, belegt die heimische Band den ersten Platz beim Fastnachtshit-Wettbewerb des SWR Fernsehens.

Die Teilnehmer aus Aulendorf beim „Närrischen Ohrwurm“. (Foto: SWR/Alexander Kluge.)

Ingesamt acht Kandidaten standen am Fastnachtssonntag ab 16 Uhr zur Wahl des „Närrischen Ohrwurms 2019“. Gesiegt haben am Ende der zweistündigen Live-Sendung, die von Sonja Faber-Schrecklein moderiert wurde, „EMB² & Die Aulendorfer“ mit ihrem Song „Aulendorf zur Fasnetzeit“, heißt es in der Pressemitteilung. Auf Platz zwei landeten „Die Kellerspatzen und Freunde“ aus Engen und Platz drei belegte „Friedel Kehrer – a Bronnweiler Weib“ aus Reutlingen-Bronnweiler. Voraussetzung für die Teilnahme seien auch bei der 12. Ausgabe des „Närrischen Ohrwurms“ eingängige, fastnächtliche und handgemachte Stücke gewesen – Coversongs waren ausgeschlossen. In der Abstimmungspause gab es ein Wiedersehen mit den Vorjahressiegern, der „Peng Gang“ aus Lauchringen und ihrem Hit „Salli, Salli“.

Promi-Jury entschied erstmals mit

Zum ersten Mal in der Geschichte des „Närrischen Ohrwurms“ durfte die Promi-Jury die närrischen Hits nicht nur fachkundig kommentieren, sondern auch bewerten, geht aus der Pressemeldung hervor. Sängerin und Musikerin Alexandra Hofmann, Musiker und Comedian Sven Hieronymus und Sänger und Entertainer Hansy Vogt hätten jeweils Punkte vergeben und die Vorauswahl für das Publikum getroffen. Von den acht Bands, die am Wettbewerb teilnahmen, kamen die fünf Fastnachtsmusikanten mit den meisten Punkten in die Endrunde, in der dann das Publikums gefragt war. Via TED stimmten die Gäste in der Stadthalle Singen und die Fernsehzuschauer Zuhause ab. Die Preise für die Sieger sind ein professionell hergestelltes Musikvideo, eine CD-Produktion in den Tonstudios des SWR und ein Profi-Fotoshooting.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 04.03.2019
Text: SZ

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Fröhliche Mischung zwischen Aulendorfer Zoo und Narrenzünften

König von Tannhausen bringt den Aulendorfern Königswetter zum Narrensprung mit

90 Minuten lang sind Hexen, Hudelemale, Räubergesindel und selbstverständlich die Aulendorfer Tradtitionsmasken Tschore und Rätsch, Fetzle, Schnörkele sowie die Eckhexen durch die Aulendorfer Hauptstraße gezogen. Dazwischen krächzte, blökte, wieherte und grunzte der diesjährige bunte Zoo aus der Aulendorfer Ortsfasnet zur Freude des Publikums.

Die Hexenliesel vom Pfannenstiel aus Ravensburg baut großartige Pyramiden.

Beeindruckendes Piratenschiff vom Narrenverein Ringenbach.

„Und was wäre die Fasnet ohne Musik?“ fragte Moderator Michael Weißenrieder und betonte es immer wieder, damit dem Publikum die Bedeutung der vielen Kapellen, Fanfarenzüge und Lumpenkapellen ins Bewusstsein gerufen wurde. Klar war auf jeden Fall, dass dank der kurzweiligen Moderation und den geselligen Narrenmärschen die gute Laune bestens bedient wurde. Nachdem die Zuschauerreihen schon recht früh die gesamte Hauptstraße säumten, startete der Umzug bei strahlendem Sonnenschein mit der Kißlegger Narrenzunft Hudelemale. Ihre Hudelmusik spielte den Narrenmarsch und alle schunkelten mit. Wirklich alle, also Zunfträte, Hudelemale, Weißenrieder und das Publikum links und rechts des Weges. Aus der Heimat von Bürgermeister Matthias Burth kam der Narrenverein Ringgenbach mit seinen Bachpiraten, die ein imposantes Schiff durch die Hauptstraße manövrierten. Die Räuberbande der Schwarze Veri Zunft mit den orange-schwarzen Hexenlieseln und den neckischen Krattlern waren mobil und trieben ihren Schabernack mit denZuschauern.

Premiere in Aulendorf: Die Griesebigger aus Kressbronn mit der Kirsche im Mund.

Premiere in Aulendorf feierte die Griesebigger Zunft aus Kressbronn, die mit Narrenkomitee und Garde angereist waren, dazu noch die bunten Griesebigger: Eine Maske die sich an die gefräßigen Staren anlehnt, die den Bauern die Kirschen – eben die Griesen – wegschnappen. Ebenfalls vom Bodensee, namentlich aus Langenargen, kam die Narrenzunft D´Dammglonker mit einer Hexenschar, die eine Leiter für die oberen Stockwerke dabei hatte. Nochmals richtig farbenfroh ist die kleine Abordnung der Wiler Rhy Waggis Clique aus Weil am Rhein mit ihrem urigen Holzfasswägele.

Akrobatische Hexen

Farbenfroh die Wiler Rhy Waggis aus Weil am Rhein.

Befreundete Narrenzünfte aus der unmittelbaren Nähe gehören natürlich in jedem Jahr dazu. Nicht weit hatte es die Narrengilde aus Otterswang, die ihre Guggamusik Spots dabei hatte. Aus Bad Schussenried war die Narrenzunft mit den Grimmigen Riedteufeln und akrobatischen Hexen aus Roppertsweiler gekommen. Immer einen beeindruckender Auftritt haben die Indianer aus Ebersbach- Musbach, deren Häuptling und seine Squaw auf dem Pferd daher reiten. Beim markerschütternden Ibitscha, ibitscha – tscha, tscha, tscha uh verschwendet man gern mal einen Gedanken an die Kindertage. Ein kleines bissel gruselig sind dagegen die Bomser Kellergoischter, die auch noch mit einer Hexengruppe aufwarteten. Burggraf Andreas I wurde am Umzug durch Kai Bebendorf vertreten, damit es im närrischen Hofstaat keine Lücken gab. Denn Andreas Herkommer hatte seinen großen Auftritt am Sonntagnachmittag beim Närrischen Ohrwurm des SWR.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 04.03.2019
Text und Fotos: Dietmar Hermanutz

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Narren stellen bei Kaiserwetter ihren Baum

Auf dem Aulendorfer Schlossplatz steppt der Bär – Schülerbefreiung am Morgen

Bei herrlichem Kaiserwetter und frühlingshaften Temperaturen hat Aulendorf am Donnerstag die Ortsfasnet gefeiert. Sonnenschein, blauer Himmel, beste Stimmung und fröhliches Beisammensein prägten den Gumpigen. Los ging der Tag mit der Schülerbefreiung am Morgen und dem anschließenden Aufstellen des Narrenbaums auf dem Schlossplatz – nicht nur für Kinder eine Gaudi.

Gefangen genommen und abgeführt: Grundschulrektor Oliver Trzeciok.

Einen wunderschönen und beeindruckenden Kranz gab es vor dem Stellen für den Narrenbaum.

Kleine Feen, Prinzessinnen, Clowns und – getreu dem zoologischen Fasnetsmotto – eine bunte Tierwelt bestehend aus Löwen, Pfauen, Tigern, farbenfrohen Vögeln, Schafen oder Zebras tummelten sich um kurz vor 10 an und in der Grundschule. Sie wurden Zeugen, wie die Narren, unter anderem begleitet von der Original Aulendorfer Krachkapelle, den Fasnetsladern sowie der erstmals teilnehmenden Lumpenkapelle Schindelbach-Zollenreute, das Schulhaus stürmten und Rektor Oliver Trzeciok gefesselt abführten. Nicht fehlen durften die Kanonenschläge auf dem Schulhof, bevor der Umzug Richtung Schlossplatz begann.

 

Wo ist bloß das Narrenloch? Und, oh Schreck, es ist nicht tief genug! Der „Bohrbär“ musste ran – mit Unterstützung klappte es besser.

Helden der Kinder waren auf dem Umzugsweg die Schwellköpfe, die aus den 1950er-Jahren stammen und bereits im vergangenen Jahr eine Wiederbelebung erfuhren. Sie verteilten entlang der Straße und auch von Hausdächern und aus geöffneten Fenstern herab Gutsle und Brezeln an die Kinder – was für ein leckerer Spaß.

Angekommen am Schlossplatz empfing der stellvertretende Zunftmeister Flo Angele humorvoll die närrische Schar und Burggraf Andreas I. (Andreas Herkommer) forderte die Zimmermänner auf, den Narrenbaum zu stellen. Doch, oh Schreck, wo ist das Loch für den Baum? Ein klarer Fall für die Narrenlochsucher, die jedoch ihrerseits erst vom „Narrenlochsucher- Sucher“ Flo Angele gemeinsam mit den Kindern gefunden werden mussten.

Erstmals dabei: die Lumpenkapelle Schindelbach-Zollenreute.

Als die Sucher gefunden waren, machten sie sich ans Werk und wurden nach einer Weile auch fündig. Doch das entdeckte Narrenbaumloch war nicht tief genug. Also suchten Angele und die Kinder den Bohrbär. „Bohrbääär!“ ertönte es aus den Kinderkehlen. Als das nichts half, erschallten Rufe nach „Himbääär!“ und „Brombääär!“. Der Trick funktionierte: Endlich war er gefunden, und als der Bär mit Hilfe der Grundschüler das Loch gebohrt hatte, machten sich die Zimmermänner mit dem Narrenbaumstellen ans Werk. Das gelang nicht sofort, in mehreren Etappen wuchteten die  Zimmermänner den Baum in die Höhe – dazwischen sorgten die Schalmeien, Schulband, Lumpen- und Krachkapellen für Stimmung.

Wie schwer ist der Burggraf? Das galt es beim Aufwiegen mit Gummibärchen herauszufinden.

Dann war es geschafft, der Stamm passte prima ins Loch und die närrische Schar tanzte ausgelassen um den Baum, bevor sich der Burggraf in seinen Polstersessel begab, um mit Gummibärchen aufgewogen zu werden. Erneut ein süß-leckeres Spektakel für die begeisterten Kinder. Zum Abschluss des Vormittags konnten sie dann noch Landjäger einsammeln, die die Schwellköpfe vom Schlossbalkon herunter warfen.
Ha, ha, ha, jo was saisch au!

 

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 01.03.2019
Text und Fotos: Karin Kiesel

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Masken sind vom Bann befreit

Mit dem Tanz ums Feuer und dem Rathaussturm geht es in die närrischen Tage

Es ist der Moment, den viele Freunde der Aulendorfer Fasnet herbei sehnen: der ausgelassene Tanz der frisch befreiten Aulendorfer Masken um das lodernde Feuer. Am Mittwochabend ist es soweit gewesen. Mehrere hunderte Zuschauer hatten sich am Hexeneck eingefunden, um die Maskenbeschwörung mitzuerleben. Sie gehört mit ihren Figuren genauso zum Brauchtum der Aulendorfer Narrenzunft wie der anschließende Sturm aufs Rathaus samt Übernahme der Amts- und Schlüsselgewalt und der närrischen Regierungserklärung. Unter den Klängen der Stadtkapelle und des Fanfarenzugs haben die Narren die Regentschaft übernommen und damit die Hochfasnet eingeläutet.

Der Maskenmeister ruft die Masken herbei.

Es ist gerade 19 Uhr, die Kirchenglocken mischen sich mit Trommelschlägen und den Fanfaren, da zieht der Hofstaat in der anbrechenden Nacht auf den abgesperrten Platz unterhalb des Schlosses, um den sich die Zuschauer drängen: der Burggraf Andreas I (Andreas Herkommer), in Begleitung seines Hofstaats, des Zunftmeisters und den Hohen Räten.

Extra aus Rottweil angereist

Das ist es, worauf auch ein extra für diesen Abend aus Rottweil angereistes Ehepaar gewartet hat. Die beiden haben ganz vorne am Absperrzaun in erster Reihe einen Platz ergattert. „Mein Mann kommt aus Ebersbach und hat immer von diesem Abend geschwärmt“, sagt sie, 33 Jahre sei er nicht mehr hier gewesen. Und dann beginnt das Spiel beginnt.

Die befreiten Masken tanzen um das Feuer.

Der Burggraf verlangt nach dem Maskenmeister, dieser möge die „guten alten Geister“ beschwören. Der lässt sich nicht lange bitten: „Ha, ha, ha, das mach‘ ich gern, für meinen Burggraf, meinen Herrn! Gleich nimmt der Zauber seinen Lauf – ich befehl‘, Nacht, tu dich auf!“ In schwarzem Umhang und mit spitzem Hut tritt der Maskenmeister (Michael Weißenrieder) auf und entzündet mit einer Fackel in der Mitte des Platzes ein loderndes Feuer, bevor er nach und nach die Masken zu sich ruft.

Als erstes schleichen die Eckhexen herbei, umrunden den Platz und verleihen der Szenerie eine unheimliche
Atmosphäre. Mit weiteren Beschwörungsformeln und allerlei buntem Zauber im Feuer ruft der  Maskenmeister auch Tschore und Rätsch, Schnörkele und die Fetzle herbei. Ein Jahr ist seit ihrer Verbannung vergangen, nun löst der Maskenmeister den Bann und Freude bricht sich Bahn; unter die Klänge des Aulendorfer Narrenmarschs mischen sich die schellenden Glocken der Schnörkele, die zusammen mit den anderen Masken im Rund ums Feuer tanzen.

Dem Rottweiler Ehepaar gefällt es sehr – und auch die Eckhexe, die sich mit ihr einen kurzen Schabernack erlaubt, kann am Gesamteindruck nichts ändern. „Es gibt nichts vergleichbares“, sagt er. Doch bei der Befreiung des Masken alleine bleibt es nicht, sie wollen mehr, streben danach, „die Macht des Regierens“ zu erlangen.

Der Hofnarr verliest die närrische Regierungserklärung.

In Begleitung der frisch befreiten Masken ziehen Burggraf und Gefolge sodann zum Sturm aufs Rathaus. Ganz so einfach ist die Macht allerdings nicht zu haben. Die lauernden Hexen werden von der Schlossgarde vor dem Schlossportal in Schach gehalten, Bürgermeister (Matthias Burth) und Gemeinderat weigern sich, die Macht abzugeben. Alles Verhandeln endet schließlich in der närrischen Eroberung des Rathauses, Maskenmeister und Eckhexen stürmen den Marmorsaal, das Stadtoberhaupt muss sich geschlagen geben. Vom Schlossbalkon aus verkündet er dem vor dem Schloss zuschauenden Volk seinen Rücktritt, übergibt dem Burggrafen den symbolischen Schlüssel zur Stadt und lässt sich den Strohhut aufsetzen.

„Von dieser Stund’ an bis Aschermittwoch gilt die Narrenfreiheit in Aulendorf“, lässt der Zeremonienmeister (Jürgen Müller) verlauten. Was genau das bedeutet – und wo die Grenzen verlaufen, verließt er in der Proklamation vom Balkon herab gleich mit. Der Zunftmeister und seine Räte gestalten die Tage, wachen aber auch darüber, „dass nichts Unehrenhaftes und Schlechtes, Anstößiges und Sittenwidriges geschehen wird.“ Es folgt die erste Amtshandlung, das Verlesen der närrischen Regierungserklärung.

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 28.02.2019
Text und Fotos: Paulina Stumm

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Maskenvorstellung in der Grundschule

Bereits in den Tagen vor der Hauptfasnet herrschte in der Grundschule ausgelassene Fasnetsstimmung, denn  im Zweijahresrhythmus kommt die Narrenzunft Aulendorf am Montag und Dienstag in alle ersten und zweiten Klassen der Grundschule, um ihre fünf Originalmasken vorzustellen.

Außerdem wurde jede Große Pause mit einem musikalischen Leckerbissen versüßt. Am Montag waren es die „Fasnetslader“, am Dienstag das Schulhofkonzert von den Chorspatzen und des Flötenkreises was alle bestens auf die bevorstehenden Fasnetstage einstimmte.

Gespannt und voller Vorfreude warteten die Jüngsten auf diesen nicht alltäglichen Besuch, der als Tross  im Halbstundentakt an den beiden Tagen von Klasse zu Klasse zog. Begrüßt wurde jede der neun Klassen von Zunftmeister Rolf Reitzel mit einem kräftigen „Ha, ha, ha“ und die Schülerinnen und Schüler entgegneten jeweils passend mit „Jo was saischt au!“. Mit ihm kamen auch alle fünf Aulendorfer Masken in die jeweiligen Klassenzimmer.

Fünf original Fasnetsfiguren mit allen Details

Zunftmeister Reitzel verstand es in seinen Ausführungen bestens den Kindern jede einzelne der fünf original Fasnetsfiguren mit allen Details zu präsentieren und lockerte seinen Vortrag mit passenden Fragen an die Erst- und Zweitklässler auf. Aber auch von den Schülerinnen und Schülern kamen teils überraschende und sehr fundierte Fragen, da sie sich mit dem im letzten Jahr erstmals aufgelegtem Fasnetsheft „Alles rund um die Aulendorfer Fasnet“ bereits im Rahmen des Unterrichts bestens auf die Maskenvorstellung vorbereitet hatten.

Die sicherlich bekannteste und bei den Jüngsten zweifelsohne auch beliebteste Figur, die Eckhexe, war zuerst an der Reihe. Hier wurden nebst der Namensherkunft, auch die Bestickung des Kopftuches näher betrachtet und erklärt. Auch das „S“ auf der Hexenmaske, was beim Blick in den Spiegel zum Fragezeichen wird, wurde natürlich angesprochen.

Beim Schnörkele gab es auch allerlei in der Bestickung und am Geschell zu entdecken. Zudem wurde auch der in einem großen Schnörkel endende Hut und das brezelartige Gebäck näher angesehen und erläutert.

Dann wurde das Fetzle genauer unter die Lupe genommen. Hier wurde, wie schon beim Schnörkele, das „S“ und das Gesicht auf dem Rücken entdeckt und erklärt. Dass die Federn auf dem Hut des Spitzbuben zuvor von Hühnern stibitzt wurden, erzeugte den einen oder anderen Lacher.

Abschließend wandte Zunftmeister Rolf Reitzel sich Tschore und Rätsch zu, da sich von diesem Paar der Aulendorfer Narrenspruch herleitet. Einen kurzen Schreckmoment erzeugte der Tschore als er seine hölzerne Rätsch drehte. An der Rätsch konnte das übergroße Ohr und der mitgeführte Spiegel im Detail gemustert werden.

Maske als Anschauungsobjekt für Hand und Auge

Anhand eines Maskenrohlings und einer fertigen Maske erklärte der Zunftmeister außerdem wie Künstler in zeitaufwändiger Handarbeit daraus eine Maske schnitzen. Einen Eckhexen-Maskenrohling hatte er hierfür extra als Anschauungsobjekt für Hand und Auge der Jüngsten mit dabei. Hiermit konnte er zudem demonstrieren, dass sich die Stimme eines jeden unter der hölzernen Maske extrem verändert.

Anliegen: Scheu und Angst vor den Maskenträgern nehmen

Der Narrenzunft ist es ein großes Anliegen mit ihrem Kommen, den Kleinsten der Grundschule das Brauchtum der Aulendorfer Fasnet auf kindgerechte Art und Weise zu vermitteln, aber auch die Scheu und Angst vor den Maskenträgern zu nehmen. Mit dem Lüften der Masken zum Ende der Maskenvorstellung konnten alle Beteiligten den gespannten Kindern versichern, dass sich unter all den Masken ganz normale Leute, wie Mama, Papa, Oma oder Opa verbergen.

Der „Aulendorfer Narrenmarsch“ wurde gemeinsam gesungen

Mit der durch diesen Besuch nochmals gesteigerten Vorfreude auf die Aulendorfer Fasnet wurden die Maskenträger freudig von den einzelnen Klassen verabschiedet. Eines durfte in keiner Klasse zu Beginn oder am Ende des Besuchs fehlen – zusammen wurde mindestens einmal der „Aulendorfer Narrenmarsch“ gesungen.

Große Pausen musikalisch versüßt

Am Montag kamen in der Großen Pause erstmals die „Fasnetsladern“ zu Besuch. Mit ihrer musikalischer Darbietung vom Schulhaus hinaus auf den Schulhof, zogen die sechs Musiker alle Schülerinnen und Schüler in ihren Bann. Begleitet von den Maskenträgern, die zuvor zur Maskenvorstellung bei den Erst- und Zweitklässlern waren, wurde bei herrlichem Sonnenwetter gesungen und getanzt.

Auch beim Schulhofkonzert am Dienstag in der Großen Pause, das von den Chorspatzen und dem Flötenkreis der Grundschule musikalisch gestaltet wurde, waren die Aulendorfer Originalmasken wieder mit dabei.

So hatten alle Grundschüler nochmals die Möglichkeit vor der Hauptfasnet das ein oder andere Häs genauer in Augenschein zu nehmen und zusammen mit dem Fetzle und der Eckhex sich einer Polonaise zum Narrenmarsch über den Schulhof anzuschließen.

Text und Fotos: Petra Guddat –  Grundschule Aulendorf

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Narrenzunft feiert tierischen Zunftball

Residenz des Burggrafen verwandelt sich in den zoologischen Garten von Aulendorf

Der Zunftball in der Stadthalle sei gut besucht gewesen und gefüllt mit allerlei Mäschkerle, die einem das Gefühl gaben, mitten im Zoologischen Garten zu sein. Das schreibt die Narrenzunft Aulendorf in einer Pressemitteilung.

Die Gäste hatten laut Narrenzunft das Motto ernst genommen und entsprechend fantasievoll umgesetzt. Was gab es da nicht alles zu sehen: den Schmetterlingsfänger mit seinen Schmetterlingen, Koalabären, die ihr Futter (Eukalyptus) dabei hatten, eine Gruppe „Tigerfutter“, eine Warte-Schlange, die Ranger mit Herz, Tukanvögel, der Elefant Benjamin Blümchen, Quallen, Futterautomaten, die Aulendorfer Zooklinik und mehr.

Der Einmarsch des Burggrafen Andreas I. zu Beginn in seine Residenz mit seinem Gefolge – Zeremonienmeister, Hofnarr, Pagen mitsamt dem Zunftrat – musikalisch begleitet vom Fanfarenzug mag ja noch recht brauchtumsmäßig gewesen sein. Aber dann glaubte man schon, ein Wirrwarr von allerlei tierischen Stimmen und Lauten erkennen zu können. Der Fanfarenzug bot noch ein besonderes musikalisches Stück, und die Pagen führten dem Motto entsprechend einen Paradetanz auf und bekamen dafür großen Applaus.

Einzigartige Tierwelt

Die Pandabären und

die PSV-Akrobaten heizten dem Publikum kräftig ein – aber nicht nur die.

Dann begann die Show. Der Pferdesportverein hüpfte von hinten auf die Bühne und bot laut Pressemitteilung ein tolles akrobatisches Programm, am Boden wie auch auf dem Pferd. Darauf stieg die Stimmung in der Halle an. Andreas Herkommer und Peter Baurmann stellten anschließend ihren „Närrischen Ohrwurm“ vor, unterstützt von „Den Aulendorfern“. Die Pandabären (Therafit-Jumpers von Jürgen Melzer) auf den Trampolinen waren eine Klasse für sich. Da kam man schon beim Zuschauen ins Schwitzen, und sie brachten auch noch eine Zugabe.

„Die Stachelschweine“ gewannen den Kostümwettbewerb.

Das Männerballett des FZ brachte dieses Jahr etwas Besonderes auf die Bühne. Moderator „Pferdinand“ (Michael Stöckler) stellte Tiere vor, die er auf der ganzen Welt eingesammelt hat. Dazu gehörten der Hubschrau-Bär, die Schnapsdrossel, Ingo, der warme Flamingo, die Bordsteinschwalbe Chantal, Rolf der Zapf-Hahn, die Wäsche-Spinne und die Mooskuh. Die „Celtic-Boys“ heizten mit ihrer Tanzeinlage weiter die Stimmung an. Die Musikgruppe „Bolly-Stop“ bildete den musikalischen Abschluss, bis die Halle bebte. Als Zugabe sangen alle als Homage an frühere Zeiten mit Wunni Schmid das Lied: „Gruß aus Aulendorf“.

Die traditionelle Kostümprämierung, bei der sich 16 Gruppen beteiligten, bildete den Schlusspunkt. Gewinner waren „Die Stachelschweine“ – die Frauen vom „BMW-Röhren-Team“. Das aufwändige Kostüm ist ein eigener Entwurf, den sie in tagelanger Arbeit selbst genäht hatten.

Das Bild zeigt Rolf Reitzel, Oliver Kübler und Florian Angele.

Zunftmeister Rolf Reitzel bedankte sich bei den Moderatoren Florian Angele und Oliver Kübler sowie allen Teilnehmern am Programm und auch bei den Zuschauern. Dabei gab er bekannt, dass Angele nach 20 Jahren die Leitung und die Moderation des Zunftballs abgibt. Einen heißen Kandidaten als Nachfolger gibt es wohl schon. Die Musikgruppe „Kau-boyz“ führte anschließend durch eine rauschende Ballnacht.

 

 

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 25.02.2019
Text: SZ
Fotos: peter Herbst

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Proben bis der Boden bebt

Bei der Hauptprobe für den Aulendorfer Zunftball gibt es Saitenwürstle, Kommandos und Geschwafel

In der noch unbestuhlten Stadthalle herrscht ein gemütliches Durcheinander. Draußen im Foyer warten bereits die Hofpagen in ihren schwarz-roten Kostümen. Es ist Donnerstagabend, die Hauptprobe für den Zunftball, bei der alle Mitwirkenden erstmals gemeinsam den Programmablauf üben, ist für 19 Uhr angesetzt.

Die Veranstaltungstechniker haben alle Hände voll zu tun bei der Hauptprobe zum Zunftball.

Mitten drin in der Halle steht ein Mischpult, mehrere Meter Spiegelwände, die noch beiseite geräumt werden müssen, wie Hallenmeister Markus Schwarz erklärt, stehen an der Seitenwand, weiter vorne sind Matten und Sportgeräte zu sehen. Von Hektik keine Spur. Vizezunftmeister Florian Angele, bei dem die Fäden zusammen laufen, ruft durch den Raum: „Wer macht den Burggraf? Und einen Zere (Zeremonienmeister) brauchen wir auch noch.“ Schnell sind zwei Kandidaten gefunden. Joachim Zimmermann als Zere hält statt dem Zeremonienstab einen Besenstiel in der Hand. Improvisation ist alles. Dann geht es los.

„Ohne Bla bla und weiteres Geschwätz“

Der Fanfarenzug marschiert ein, heute sind alle in Zivil, ein völlig ungewohntes Bild. Dafür ist die Musik gewohnt mitreißend und so klatschen etliche der Anwesenden auch gleich mit. Wobei die heutigen Zuschauer allesamt aus Mitwirkenden bestehen. Der Hofpagentanz wird zweimal geübt, dann ist Leiterin Sabrina Käser mit ihren Mädels zufrieden. Angele gibt die Anweisung „sobald der Fanfarenzug draußen ist, kommt ohne Bla bla und weiteres Geschwätz gleich der Narrenmarsch“. Links vor der Bühne ist ein Tisch aufgebaut, an dem Zimmermann und Jochen Albrecht Orden auspacken und Gutscheine für die Mitwirkenden bereit halten. Und während der Probe gibt es für alle Getränke und Saitenwürstle.

Aus den riesigen Boxen dröhnt plötzlich überaus laute Musik, der Bass bringt sogar den Boden zum Vibrieren. Derweil hüpfen zum Takt des Musikstücks hintereinander 16 Mädels Richtung Bühne. Zwei Mal wird das geübt, erst dann ist es „on Point“, wie eine der drei Trainerinnen erklärt. Auf der Bühne zeigt die Gruppe dann tolle Kunststücke, sowohl auf dem Pferd als auch am Boden. Danach teilt Angele mit, dass das Programm kurzfristig geändert wird, damit Musik- und Tanzeinlagen sich besser mischen. „Wir leben von den Änderungen“, sagt Hallenmeister Schwarz dazu völlig gelassen.

Völlig entspannt bleiben auch alle, als die Aufbauphase der nächsten Gruppe etwas länger dauert. Da wird hier ein Sportgerät zur Seite gerückt, dort noch eine Schraube angezogen. Aber dann geht die Post ab und die Halle bebt nicht nur vom Bass sondern auch vom Temperament der Mädels auf der Bühne, die passend zum diesjährigen Motto „Lasst uns eine grandiose Fasnet starten – in Aulendorfs Zoologischem Garten!“ ein köstliches Musikstück ausgewählt haben. Pssst, mehr wird nicht verraten, es wurde ja schließlich um größtmögliche Geheimhaltung gebeten.

Eigenkompositionen ansingen für den Mikrofontest

Apropos Musik, da gibt es mehrere Interpreten, die mit Eigenkompositionen schwäbisch unterwegs sind, die Titel in der Probe jedoch größtenteils nur ansingen, damit die Mikrofone eingerichtet werden können. So wie etwa bei „Bolly-Stop“, die auch wieder die Kappe dabei haben, und mehrmals zugerufen bekommen: „Kappa ra!“ Wohl nur was für Insider oder wird dies beim Zunftball aufgeklärt?

„Ich höre den Kai nicht“, ruft Michael Weißenrieder Björn von der Technik zu und ein Scherzkeks aus dem Saal erwidert lautstark, dass das vielleicht auch besser so sei. Großes Gelächter. Bei den „Aulendorfern“ und dem närrischen Ohrwurm haben die Tontechniker länger Arbeit, erst will das Mikrofon für Saxophon eins nicht, dann das für Saxophon zwei. Aber letztendlich ist das für die erfahrenen Veranstaltungstechniker kein Problem, auch wenn ein Pfeifton während des Abends zwischendurch einem beinahe das Trommelfell platzen lässt.

Fasnetslader schauen auch kurz vorbei

Die Fasnetslader erfreuen die Probenden zwischendurch mit einem Ständchen.

Zwischendurch kommen die Fasnetslader in voller Montur, spielen ein paar Lieder und sorgen damit für eine unfreiwillige Pause der Übenden. Alle freuen sich darüber. „Des isch scheee, wenn ihr zur Prob kommet, dann kriaget ihr glei no dr Jahresorden“, sagt Angele. Ein weiterer Auftritt sorgt zunächst für Irritation: saufende Giraffen, schwangere Elefanten und weiteres Getier, dazwischen der Moderator der Gruppe, der, vorsichtig ausgedrückt, totalen Unsinn ins Mikrofon schwafelt. Allerdings, die Gesichter der Umstehenden zeigen sich wenig erstaunte. Ob es wohl tatsächlich Leute gibt, denen diese seltsame Art von Humor gefällt? Die Aufklärung kommt prompt kurz vor Schluss: es war nur eine Sound- und Lichtprobe, der richtige Text wird erst beim Zunftball preisgegeben.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 23.02.2019
Text und Fotos: Claudia Buchmüller

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