Category: Berichte

Aulendorf hat ein neues Fasnetslied

EinMannBand2 tritt mit „Auladorf zur Fasnetszeit“
beim Wettbewerb um den Närrischen Ohrwurm 2019 an

Dass Aulendorf zur Fasnetszeit am närrischsten ist weit und breit, das weiß ein jeder hier im Land – so behauptet es zumindest die erste Liedzeile des neuen Fasnetsschunklers „Auladorf zur Fasnetszeit“. Erfunden haben ihn Peter Baurmann und Andreas Herkommer mit ihrer EinMannBand². Am Fasnetssonntag, 3. März, werden sie mit dem Lied beim Fasnetshit-Wettbewerb des SWR-Fernsehens live in der Stadthalle in Singen auftreten. Ob „Auladorf zur Fasnetszeit“ zum „Närrischen Ohrwurm 2019“ gekürt wird, entscheidet das Publikum mit – vor Ort und an den Fernsehbildschirmen zuhause.

Andreas Herkommer und Peter Baurmann (von links) werden bei ihrem Auftritt in Singen von der Band „Die Aulendorfer“ unterstützt.

„Die Grundidee ist schunkel-schunkel, klatsch-klatsch“, erklärt der Aulendorfer Andreas Herkommer zum Aufbau des Lieds, und in der Tat, lädt der Refrain im Viervierteltakt nach Strophengeschunkel zum Mitklatschen ein. „Auladorf zur Fasnetszeit“ ist dabei ein musikalischer Ritt durch die Aulendorfer Hochfasnet – „Doa send se alle außer Rand und Band“– angefangen von der Vorstellung der Masken und dem Maskenbefreien bis zum Kehraus und dem „s goaht drgega“. „Letzten November dachten wir, es wäre witzig auch was zur Fasnet zu machen“, sagt Herkommer, der nun im vierten Jahr mit Peter Baurmann, der ursprünglich aus Köln kommt und heute in der Nähe von Ravensburg lebt, als EinMannBand² auftritt. Beide haben langjähriger Erfahrung als Solomusiker.

In drei Tagen entstanden

„Wir können beide nicht wirklich mit Noten umgehen“, gesteht Herkommer und erklärt, wie die beiden Musiker sich trotzdem im nur dreitägigen Entstehungsprozess des Lieds austauschten: „Wir singen es aufs Handy und schicken es uns gegenseitig“. Den Text erdachte Herkommer auf der Zugfahrt zur Arbeit, dann gab es noch schnell eine gemeinsame Probe und am Ende der Woche wurde das Werk bei der Weihnachtsfeier dem Zunftrat vorgestellt. „Wir wollten eine ehrliche Rückmeldung, ob es was taugt“, sagt Herkommer.

Das Lied sei gut angekommen, öffentliche Premiere feierte es dann allerdings erst beim Häsrichten Ende Januar. „Den Refrain haben die Leute gelich beim zweiten mal mitgesungen.“ Als potentieller „Närrischen Ohrwurm“ sei es aber nicht komponiert worden. „Gar nicht. Das war dann ein spontaner Entschluss. Wir dachten ehrlich gesagt, dass wir ohnehin nicht ausgewählt werden“, berichtet Herkommer.

Dann allerdings kam es anders, vor rund zwei Wochen kam der Anruf des Fernsehsenders. „Auladorf zur Fasnetszeit“ ist unter 45 Bewerbungen als einer von acht Finalisten im Rennen um den Titel. „Überrascht“, sagt Herkommer, seien sie gewesen, und etwas zwiegespalten. Denn der Auftritt in der Stadthalle in Singen, bei dem Jury und Publikum ab 16 Uhr aus den Finalisten den Sieger bestimmen, findet am Fasnetssonntag statt, dem Tag des Großen Narrenumzugs in Aulendorf. „Eigentlich der blödeste Termin im Jahr, aber am Ende freuen wir uns natürlich, dass wir dorthin können. Es geht in dem Lied ja um die Aulendorfer Fasnet, und das bei so einer Veranstaltung zeigen zu dürfen ist schon sehr spannend.“

Wer springt als Burggraf ein?

Herkommer ist gebürtiger Aulendorfer, langjähriges Zunftmitglied und sagt: „Mir liegt die Fasnet sehr am Herzen.“ Umso schwerer fällt es ihm, am Fasnetssonntag nicht vor Ort sein zu können, nicht zuletzt, da er als Burggraf quasi Hüter des Brauchtums sei und am Fasnetssonntag gebraucht werde. Die Narrenmesse und den Zunftmeisterempfang werde er daher auch noch als Burggraf mitmachen, für den Umzug springt ein anderes Zunftmitglied ein, sodass der Hofstaat dort auch vollständig zu sehen ist. Wer das sein wird, ist noch nicht abschließend geklärt. „Wir müssen noch schauen, wem das Häs am besten passt.“

Bei ihrem Auftritt in Singen wird die EinMannBand² auf der Bühne von der Band „Die Aulendorfer“, also Jürgen Schmid, Jürgen Schoch, Kurt Rimmele, Dieter Langlouis und Franz Jung, verstärkt. Und vor der Bühne, so hofft Herkommer, von einigen Fans, die mit nach Singen reisen. In dem kostenlosen Bus, der von Aulendorf aus fahren wird, sind noch Plätze frei. „Wir können es noch fehlerfrei spielen, aber dann haben es die Leute in der Hand, die anrufen.“ Denn ausschlaggebend für den Sieg ist das Urteil der Zuschauer, die telefonisch für ihren Lieblingsfasnetshit abstimmen können.

Wer mitfahren will zum Auftritt der EinMannBand² in Singen, kann sich bei Andreas Herkommer anmelden unter Mobiltelefon 0171/4243007 oder per Mail.

Insgesamt dauert das Lied „Auladorf zur Fasnetszeit“ knapp fünf Minuten, der Refrain lautet so:

„Und am abends, da juck’ mr en dr Halla rum, da lauft a guade Musik, subber Publikum.
Mir schreiat „Ja was saisch au“ und „Eckhex hui“ do goaht’s die ganze Nacht, mir gond no lang et hoim,
so goaht’s dia ganze Nacht ja und morga, morga da wird grad weiter gmacht.“

 

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 20.01.2019
Text: Paulina Stumm

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Aulendorf bekommt erstmals Hexenball

Hallen-Team will für Veranstaltung künftig zwischen verschiedenen Mottos wechseln

Die Aulendorfer Narrenzunft will für den Ball am Fasnetsfreitag, 1. März, in der Stadthalle eine neues Konzept umsetzten. Erstmals soll es in diesem Jahr einen Hexenball geben, zu dem die Hexengruppen umliegender Nachbarzünfte eingeladen wurden. Ob sie alle kommen, ist indes offen.

Die Aulendorfer Eckhexen laden zum Ball ein.

Es war vorletztes Jahr, dass die Guggenmusik Spots aus Otterswang am Fasnetsfreitag die Aulendorfer Stadthalle füllten und dort ihr 20-jähriges Bestehen zusammen mit weiteren Guggenmusikern feierten. „Das war etwas besonderes“, sagt Florian Angele, stellvertretender Zunftmeister und Mitglied im Hallen-Orga-Team. Auch im vergangenen Jahr stand der Abend im Zeichen des Spotsballs. Ein drittes Mal in Folge wollte das Hallen-Team dann aber vermeiden, damit keine Langeweile aufkommt.

Befreundete Hexen eingeladen

Es habe auch schon andere Themen für den Freitagabend gegeben, sagt Angele und erinnert an den Fanfarenzug, der einige befreundete Fanfarenzüge eingeladen hatte, oder an einen Ballabend mit Dirndl und Lederhose. In diesem Jahr soll es nun erstmals einen Hexenball geben, zu dem die Aulendorfer Zunft Hexen – „oder auch Schrättele“, so Angele – umliegender, befreundeter Zünfte eingeladen hat. Das Motto ist passend gewählt, gehören die Aulendorfer doch zu einer der größten Hexenzünfte. Wer alles im Häs kommt, ist noch offen, so mancher Brauchtumsausschuss berät offenbar noch darüber, ob die Hexen sich bei einer solchen Veranstaltung zeigen dürfen.

Für Programm werden die Aulendorfer Sprunghexen sorgen. Auch der Hexenwagen wird samt Bar in der Halle stehen. Ob von den eingeladenen Hexen noch Programmpunkte gestaltet werden, ist offen. „Wenn sie Lust haben, noch was zu machen, gerne“, sagt Angele. Musik liefert ein DJ.

Die Befürchtung, dass das häufige Wiederholen eines Mottos in Folge langweilig werden könnte, beschäftigte das Hallen-Team, zu dem auch Jochen Albrecht, Deborah Bichler, Stefan Weinfurter, Markus Schwarz und Christian Ramspberger gehören, offenbar sehr. Deshalb will das Team nun rund fünf unterschiedliche Mottos suchen will, die sich immer wieder abwechseln sollen. Neben dem Spotsball, dem Ball mit dem Fanfarenzug und dem Hexenball, so er sich bewährt, könnten dann zwei weitere Themen den Reigen schließen. Welche, das sei man noch am überlegen, sagt Angele.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 12.01.2019
Text: Paulina Stumm

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Kindergartenkinder malen zum diesjährigen Fasnetsmotto

Die unterschiedlichen Werke der Aktion sind im Zunftheim der Narrenzunft ausgestellt

Am Freitagnachmittag fand im Zunftheim der Narrenzunft eine „Vernissage“ zur Eröffnung der zweitägigen Bilderausstellung statt.

Seit Wochen haben die Kinder mit ihren Erzieherinnen zum diesjährigen Fasnetsmotto „Lasst uns eine grandiose Fasnet starten – in Aulendorfs Zoologischem Garten“ gebastelt, geklebt und gemalt. Dabei sind völlig unterschiedliche Werke zustande gekommen – einerseits herzerfrischende Kinderkunstwerke, denen man ansah, dass sie größtenteils ohne Hilfe von Erwachsenen gefertigt waren und zum anderen kunstvolle Kreationen bei denen die Erzieherinnen kräftig mit Hand angelegt haben.

Leo, Tim und Sina zeigen stolz ihre gebastelten Zoobilder inklusive Foto.

So tummelten sich allerlei ausgeschnittene, beklebte und bemalte Zootiere auf den bunten Stellwänden: Krokodile neben Pinguinen, Schlangen, Affen, Löwen, Tiger, Giraffen und Flamingos. Diese wurden von den Kindern stolz ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern gezeigt.

Fasnetsheft für die Kleinsten

Auch Bürgermeister Matthias Burth machte sich ein Bild von der Kreativität des Narrensamens. Zunftmeister Rolf Reitzel, der den Nachmittag eröffnete, schaffte es trotz Mikrofon kaum, die vielen fröhlichen Kinderstimmen zu übertönen, so turbulent ging es im „proppevollen“ Zunftsaal zu. Dabei hatte er Erfreuliches zu verkünden. Wurden dieses Jahr doch die Leiterinnen nicht nur mit dem Jahresorden der Narrenzunft beschenkt. Nein, alle Kindergartenkinder erhalten kostenlos ein Fasnetsheft. Ähnlich wie schon im Vorjahr die Grundschulkinder, wird darin mit noch einfacheren Worten die Aulendorfer Fasnet für die Kleinsten erklärt.

Die Texte stammen wiederum aus der Feder von Petra Guddat, Logo und Zeichnungen von Roland Mayer, Gestaltung und Satz von Florian Vögtle Team der BFG-Mediagroup. Finanziert wurde das Heft durch eine großzügige Spende der Gruppe „Naus auf‘d Gass zum Narraspaß“, die seit zwei Jahren am Fasnetssonntag im Radhof bewirtet. Norbert Gallasch übergab die Spende bei der Ausstellungseröffnung an die Narrenzunft. Der Zunftmeister verkündete, dass der Erlös der beiden Nachmittage aus dem Verkauf von Kaffee, Kuchen und Getränken eins zu eins an die Kindergärten gehe. Neben Speis und Trank konnten sich die Kinder an verschiedenen Aktionen beteiligen. Kinderschminken war ebenso angesagt wie Luftballontiere formen und Fasnetsbuttons bemalen. Das Highlight war natürlich das Kasperletheater, bei dem das Kasperle die Aufgabe hatte, ein Krokodil zu entlarven. Das Drehbuch hierzu stammt von Silke Allgaier, Carina Bauer, Ingrid Vogler, Flo und Anja Angele ließen die Kasperlepuppen tanzen.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 09.01.2019
Text und Foto: Claudia Buchmüller

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Schmuddelwetter kann die Sprunghexen in Ettenheim nicht stoppen

Das Narrentreffen in Ettenheim ist am Sonntagvormittag per Narrensprung eröffnet worden.
Viele Neugierige beobachteten das durchchoreographierte Treiben der Aulendorfer Hexen.

„Jo was saischt au“ skandierten rund 250 Maskierte kurz nach elf am Sonntagmorgen am Oberen Tor, und das närrische Volk am Straßenrand hatte handkehrum auch die Antwort drauf: „Eckhex hui“. Mit diesem verbalen Ritual, Fanfarenklänge und dem Einzug der Narrenzunft Aulendorf durchs Obere Tor in die Altstadt wurde die Ettenheimer Straßenfasent eröffnet.

Die Aulendorfer Hexen beim Narrensprung

Schmuddelwetter, eine Mischung zwischen Schneegraupel und Nieselregen, lag über der Stadt als sich eine Hundertschaft Neugieriger nahe dem Oberen Stadttor zum Spalier formierte, um den Auftakt des Narrentreffens mitzubekommen. Zum fünften Mal in Folge wurde die Straßenfasent mit dem Narrensprung einer Gastzunft von der Baar oder dem Bodenseeraum eröffnet.

Menschenpyramiden und akrobatische Einlagen

Während sich vor dem Tor die gewaltige Schar Maskenträger der Narrenzunft Aulendorf – Fetzle und Schnörkele in ihrem hellen Sackleinen Gewand und aufgereihten Laugenteilen am Brezelstab, Tschorre und Rätsch und die Eckhexen mit Besen, buntem Gewand und Kopftuch bestickt mit Tierkreiszeichenen – ihre Formation suchte oder sich mit Weinschorle auf den Einzug in die Stadt einstimmte, spekulierten die Menschen im Spalier noch über das Spektakel, das ihnen angekündigt war. Denn den Sprunghexen eilte der Ruf voraus, mit mächtigen Menschenpyramiden und akrobatischen Einlagen das Publikum am Straßenrand zu faszinieren.

 

Aulendorfer Fetzle beim Großen Umzug

Seit September ist die Gruppe von 20 bis 25 Sprunghexen in der Zunft im Training für die spektakulären Auftritte auf offener Straße. „Jedes Jahr studieren wir eine neue Choreografie ein,“ sagt Christian Scheffold, Chef der Truppe. Nicht alles, was im Herbst in der Turnhalle einstudiert wird, kann auf der Straße dann auch gezeigt werden. „Klar müssen wir uns auf die Witterungsverhältnisse einstellen. Wenn wir auf Eisplatten kommen, dann gehen hohen Pyramiden natürlich nicht. Und auch bei Regen ist unsere Choreografie weniger spektakulär“, erklärt Scheffold.

Seit Mitte der 1970er-Jahre gibt es die Gruppe der Sprunghexen als Teil der Eckhexen-Hästräger, die mit Handstandüberschlägen oder Kreuz- oder Schultersprüngen über von Hexen gebildeten Mauern setzen oder sich eben zu Menschenpyramiden auftürmen. Wenige Meter nach dem Einzug durchs Stadttor gibt die Truppe dann auch gleich eine erste Kostprobe: Eine sich auftürmende Mauer aus Hexenleiber wird mit Handstandüberschlag überwunden. Das Publikum am Straßenrand johlt und applaudiert und skandiert „Jo was saischt au – Eckhex hui“.

Aulendorf: 10 000 Einwohner und 2200 Hästräger

„Das wir unser Ritual hier als Narrensprung zeigen dürfen, ehrt uns sehr“, sagt derweil Paul Mock, stellvertretender Zunftmeister der Aulendorfer Zunft, die mit fünf Bussen angereist war. Aulendorf gilt als eine der Narrenhochburgen zwischen Ravensburg und Biberach. Das Städtchen hat knapp 10 000 Einwohner und 2200 Hästräger.

Paul Mock, stellv. Zunftmeister, der Narrenzunft Aulendorf

Mock selbst hatte übrigens den Kontakt zur Narrengesellschaft Hoorig gesucht, als er vor zwei Jahren die SWR-Übetragung vom Narrentreffen gesehen hatte. „Die Atmosphäre in der Altstadt hat uns so gut gefallen. Hier wird Brauchtum noch gelebt, da wollten wir gerne dabei sein“, sagt Mock. Bloß dabei sein, war dann aber nicht, die Zunft wurde von der Narrengesellschaft gleich für den Narrensprung beim Narrentreffen mit fast 4000 Hästrägern angeheuert.

 

Bericht: Badische Zeitung Lokalausgabe Ortenau 04.02.2019
Text: Klaus Fischer
 Fotos: Olaf  Michel

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Aulendorf präsentiert sich im Fasnetskleid

Vom Weg der Straßenbändel und den unsichtbaren Helfern hinter der Fasnetsdekoration

Vergangene Woche hat die Hexenwagen-Gruppe der Narrenzunft Aulendorf unter Leitung von André Bixenmann, unterstützt von Neumitgliedern, wie schon die vergangenen 20 Jahre die Straßen der Stadt mit bunten Fasnetsbändeln geschmückt.

Die Hexenwagengruppe schmückt gemeinsam mit Neumasken die Straßen der Stadt mit den bunten Fasnetsbändeln.

Der Arbeitseinsatz begann am frühen Morgen mit dem Abholen vieler Bändelpakete im Vereinsheim und dauerte bis gegen 14 Uhr. Sorgsam festgezurrt an Dachrinnen, Bäumen und Laternenpfosten, zieren die bunten Bänder nun bis Aschermittwoch die Straßen und künden fröhlich von der fünften Jahreszeit. Beim Befestigen der bunten Pracht wird strengstens auf die Verkehrssicherheit geachtet, wie Otto Ludwig, einer der „alten Hasen“ der Gruppe, bestätigte – sie sind auf 4,20 Meter Höhe und circa zehn Meter von Ampelanlagen entfernt. Bixenmann fügte hinzu, dass die Bändel zwischendurch auch immer wieder kontrolliert und falls notwendig, nachgezogen werden.

Doch woher kommen eigentlich die vielen Meter aneinandergereihter, bunter Stoffstreifen? Dieser Frage ging die „Schwäbische Zeitung“ nach. Und traf dabei im Obergeschoss des Vereinsheims der Narrenzunft Aulendorf auf die langjährigen Zunftmitglieder Joachim Zimmermann und Markus Schwarz. Während Zimmermann mit viel Muskelschmalz große Markisenballen in möglichst gleichmäßige Streifen reißt, schneidet Schwarz anhand einer Schablone die Streifen in rechteckige Stücke und legt diese aufeinander. Mit der Zeit werden die Arme immer länger und die Schere hinterlässt allmählich deutliche Spuren in der Hand. „Halb so wild“, erklären beide lachend, da gebe es „weit mindere Arbeiten“. An diesem Abend machen sie noch ein paar Stunden weiter, damit nächste Woche genug Material zum Nähen bereit ist, bekräftigen sie.

Herbert Herkommer bereitet alles fachgerecht vor, damit seine Frau Hildegard an der Nähmaschine loslegen kann.

So liegen tags darauf im Zunftstüble Berge von Material für die nächsten Arbeitsschritte bereit. Die Eltern des Burggrafen, Hildegard und Herbert Herkommer, sind wieder einmal bei der Arbeit. Herbert Herkommer sortiert und stapelt Stoffstücke nach Farben. Danach faltet er lange Bänder zur Hälfte und zieht den entstandenen Knick über die Tischkante, damit er gut hält. In diesen Falz legt seine Frau dann die Stoffstücke und näht diese fest. Zwischen 90 und 100 Stoffstücke braucht sie für einen der rund 17 Meter langen Bändel und pro Bändel eine knappe Stunde. Anschließend wird der fertige Bändel sorgfältig zusammengelegt und verschnürt. Da müsse man zu zweit sein, damit es kein Durcheinander gibt, weiß das Ehepaar aus mehrjähriger Erfahrung. „Die Arbeit macht zu zweit sowieso mehr Spaß, und wir machen das beide auch richtig gern. Da sieht man einfach, dass man etwas g‘schafft hat“, sagen sie mit Blick auf die fertigen Bändel.

Bis zum Landschaftstreffen im Jahr 2021 liegt allerdings noch viel Arbeit vor ihnen. Dann sollen knapp 70 neue Bändel die Stadt verschönern, das sind an die 7000 Stoffstücke, die geschnitten und vernäht werden wollen. „Das machen wir dann den Sommer über“, lacht Hildegard Herkommer und lässt die Nähmaschine wieder rattern. Aber wie kommt man denn zu so einer arbeitsintensiven Beschäftigung? „Wia d‘Jungfrau zum Kind oder genauer, wenn d’r Sohn ruft, dann sind mir do“, schmunzelt Herbert Herkommer.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 31.01.2019
Text und Foto: Claudia Buchmüller

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Häsrichten entwickelt sich zum Publikumsmagnet

Narrenzunft Aulendorf startete in die Ballfasnet – Häsrichter zaubern ein komödiantisches Feuerwerk

Die Narrenzunft Aulendorf startete am Samstag traditionell mit dem „Häsrichten“ in die Ballfasnet 2019. Zunftmeistervertreter Flo Angele freute sich über die volle Stadthalle und begrüßte scherzhaft „die 100 zahlenden und 300 geladenen Gäste“. Danach besuchte Maskenmeister Michael Weißenrieder die Originalmasken an ihrem Verbannungsort, dem Zauberberg. Begleitet von schauriger Musik forderte er sie auf, „ihr Häs herzurichten“ und versprach ihnen, bald den Bann zu lösen.

Maskenmeister Michael Weißenrieder besucht die Originalmasken am Verbannungsort und fordert sie auf, „ihr Häs herzurichten“.

Die Uraufführung des neuen Fasnetslieds „Auladorf zur Fasnetszeit“, getextet und komponiert von der EinMannBand2, Andreas Herkommer und Peter Baurmann, kam bei den Gästen gut an. Sie ließen sich nicht lange bitten, sondern sangen und klatschten begeistert mit. Mit Begeisterung wurde auch der Fanfarenzug empfangen, der die Ehrungen, die Angele auf der Bühne vornahm, jeweils mit einem kurzen Musikstück begleitete.

Der zweite Teil des Programms gehörte dann den Häsrichtern. „Des wär a Gschicht‘ für d‘ Häsrichter“ ist ein geflügeltes Wort in Aulendorf und wird oft mit „aber jo it“ oder noch schlimmer mit „dann bin i nemme dei Freund“ beantwortet. Dabei geht es um Begebenheiten und Missgeschicke von Aulendorfer Bürgern, die den Häsrichtern zugetragen werden. Die Häsrichter sind eine Gruppe von Narren, die aus diesen Geschichten alljährlich zum Auftakt der Ballfasnet ein komödiantisches Feuerwerk zaubern. Seit drei Jahren beweist die Gruppe um Maria Arnold und Britta Wekenmann nicht nur schauspielerisches Talent. Sie untermalen die gespielten Szenen zusätzlich mit umgetexteten, live gesungenen Liedern – Ansgar Wekenmann fertigt passende Karikaturen dazu.

Viel Applaus erhielten die Häsrichter (von links: Britta Wekenmann, Maria Arnold, Sandra Daiber, Carina Baur, Tina Heinemann und Irene Steinhauser) für ihr Feuerwerk in Wort, Gesang und Bild.

Mit Spannung wird jedes Jahr erwartet, welchen Spielort sich die Gruppe ausgesucht hat und natürlich, „wer dran kommt“. Als sich der Vorhang öffnete, blickten die Zuschauer in den Marmorsaal des Schlosses, wo in Kürze die Kostümführung mit Gräfin Paula stattfinden sollte. Wie konnte es auch anders sein, die Gräfin war verhindert und wurde von Maria Arnold vertreten. Diese Rolle war ihr auf den Leib geschneidert, nur ihr Outfit wollte nicht so recht dazu passen und bescherte schon ohne Worte die ersten Lacher.

An ihrem köstlichen fränkischen Dialekt, dem bruddligen Urschwäbisch von Hausmeister Bruno, dem Jugendsprachschatz der beiden Schlossführungsgäste und der maßregelnden Zofe Stein hätte jeder Sprachwissenschaftler seine Freude gehabt. 27 Geschichten, 16 Lieder und 25 Karikaturen später wusste das Publikum so Einiges, was die Betroffenen selbst lieber vergessen würden.Etwa über die Schnörkelesdemenz des Schultes, betreffend seines Hochzeitstages. Die Geschichten um einen falsch angeschlossenen Anrufbeantworter, der sich stets einschaltete, wenn die Türklingel betätigt wurde oder die kunstvoll mit einer 33 versehene Torte zum 34. Geburtstag. Das gelockerte Zölibat von Aulendorfs Pfarrer Anantham, entstanden durch einen Versprecher bei der Begrüßung anlässlich des Neujahrskonzertes, kam genauso aufs Tablett, wie die verfrühte Fahrt eines Marinechormitgliedes zum Konzert nach Lindau, das allerdings erst Tage später stattfand.

Die Waldseer kamen ebenfalls nicht ungeschoren davon. Hier wussten die Häsrichter von der falschen Einwechslung eines Spielers beim Relegationsspiel und dem darauf erfolgten Abstieg zu berichten. An Dramaturgie nicht mehr zu überbieten war die Schilderung einer nächtlichen Autofahrt. Hier wurde es mucksmäuschenstill im Saal, bis zur erlösenden Erklärung von Hausmeister Bruno, dass es sich beim überfahrenen Objekt um eine Plastiktüte gehandelt hat.

Zum Abschluss hatte sich die Truppe etwas Besonderes einfallen lassen. Alle Betroffenen, die durch ihre Missgeschicke mehr oder weniger freiwillig zum Programmpunkt wurden, bekamen einen Häsrichterorden und alle zusammen wohlverdienten, langanhaltenden Applaus. Den Schlusspunkt des Programms setzte Angele, der Vertretern der Aulendorfer Jugendfeuerwehr 555,55 Euro übergab. Der Betrag kam zustande, weil beim jährlichen Zunftmeisterempfang keine Gastgeschenke mehr verteilt werden.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 28.01.2019
Text und Foto: Claudia Buchmüller

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Das Häsrichten wird erstmals vorverlegt

 Die Proben zur Veranstaltung laufen bereits – Diesjähriger Termin ist am 26. Januar

Das Häsrichten ist eigentlich ein fester Termin in der Aulendorfer Ortsfasnet und fand bisher stets drei Wochen vor dem Fasnetssamstag statt. Dieses Jahr wird die Veranstaltung vorgezogen und ist bereits am Samstag, 26. Januar. Grund hierfür ist das Landschaftstreffen der befreundeten Wangener Narrenzunft Kuhschelle weiß-rot und die damit verbundene Freinacht.

Die Häsrichter Irene Steinhauser (von links), Sandra Daiber, Carina Baur, Britta Wekenmann und Maria Arnold beim Probeabend mit musikalischer Begleitung durch Andy Herkommer (vorne links) und Peter Baurmann.

„Wir möchten, dass die Aulendorfer Narren zur Freinacht können und sich nicht zwischen Häsrichten und Freinacht entscheiden müssen“, erklären Maria Arnold und Britta Wekenmann. Die beiden sind seit drei Jahren für das Häsrichten verantwortlich und halten am beliebten Konzept, einer Mischung aus Theaterspiel und musikalischer Interpretation, sowie dazu passenden, eingeblendeten Karrikaturen fest. Mit dabei sind die bewährten Mitspielerinnen Carina Baur, Sandra Daiber, Tina Heinemann und Irene Steinhauser. Den musikalischen Part übernehmen wieder Peter Baurmann und Andy Herkommer mit der „Ein-MannBand2“, die im Rahmen ihrer „Total tanzbare Takte Tour 2019“ auch nach dem offiziellen Teil für total tanzbare Tanzmusik sorgen werden.

Die „EinMannBand2“ gibt bei der Probe der Häsrichtertruppe im Zunftheim der Narrenzunft den Ton vor – C-Moll: „Seid Ihr bereit?“ Die Häsrichter beginnen und plötzlich ertönt ein „Halt, das stimmt so überhaupt nicht, die Kopfstimme ist völlig daneben.“ Nochmal das C-Moll und dann passt es. Nach und nach werden die selbst getexteten Lieder des 23-seitigen Drehbuches geübt. Rassige Sambamusik bildet die Grundlage zur nächsten, im wahrsten Sinne des Wortes „feurigen“ Begebenheit. Danach folgt ein Lied mit G#, das will und will nicht klappen. „Können wir das nochmal machen?“, fragt Maria und die Musiker geben wiederholt ein paar Takte vor. „So ein Gschiss mit dem Gis“, kommentiert Britta und alle brechen in fröhliches Gelächter aus.

In der Pause ist Zeit für ein Gespräch. Geschichten sammeln die Häsrichter das ganze Jahr über. Im November wird dann ausgewählt, welche Begebenheiten es ins Programm schaffen. „Das ist gar nicht so einfach zu entscheiden, ob das beim Publikum auch ankommt“, sagen die Häsrichter. Danach werden Szenen erarbeitet, das Drehbuch geschrieben, gedichtet und passende Lieder ausgesucht. Dieses Jahr hätten sie viele Geschichten gehabt, aber die passende Musik dazu auszuwählen, sei enorm schwierig gewesen. Auf die Frage, ob es etwas Neues gibt, schütteln alle verneinend den Kopf und erklären unisono, dass es wieder völlig unpolitisch bleibt und mehr nicht verraten wird. Einzig, dass die „EinMannBand2“ ein neues Aulendorfer Fasnetslied gedichtet und komponiert hat, ist noch in Erfahrung zu bringen. Damit die Leute kräftig mitsingen könnten, würden Liedzettel ausgelegt. Zum Häsrichten gehört natürlich traditionell zu Beginn der Besuch des Maskenmeisters am Verbannungsort der Aulendorfer Masken. Dort macht sich einer nach dem anderen bereit und richtet das Häs. Befreit werden sie aber erst am Mittwochabend vor dem Gumpigen beim Hexeneck.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 21.01.2019
Text und Foto: Claudia Buchmüller

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Ehrenabend für verdiente Narren und treue Helfer

Ideeller „Lohn in Blechform“ soll zum Weitermachen ermutigen

Am Samstagabend hatte die Narrenzunft Aulendorf zum Ehrenabend ins Zunftheim eingeladen. „Es ist uns eine Herzenssache, langjährigen Mitgliedern und treuen Helfern unserer Fasnet zu danken“, sagte Zunftmeister Rolf Reitzel. Seit nunmehr 18 Jahren findet diese Veranstaltung bei den Aulendorfer Narren jeweils am Vorabend des offiziellen Beginns der schwäbisch-alemannischen Fasnet, dem 6. Januar statt. Der Fanfarenzug unter Leitung des zweiten Vorsitzenden Jonas Beutinger eröffnete traditionell die Veranstaltung. Die Anwesenden klatschten voller Vorfreude mit, sind doch die Fanfarenklänge und Trommelwirbel des FZ Aulendorf untrennbar mit der Fasnet verbunden.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Narrenzunft wurden geehrt (von links): Theo Vogel, Günther Fleck, Liese Weißenrieder, Renate Pfeiffer, Rosemarie Emele, Eddie Härle, Richard Frey und Franz Schick. Ganz links im Bild Zunftmeister Rolf Reitzel und Stellverteter Florian Angele, ganz rechts Stellvertreter Paul Mock.

Bevor Zunftmeister Reitzel mit der Vergabe der Orden und Ehrennadeln begann, bedankte er sich beim Jungzunftrat, der die Bewirtung übernommen hatte. Danach ernannte er den langjährigen Ordenswart Joachim Zimmermann zum Ehrenzunftrat. Dieser bedankte sich mit den Worten, dass er noch nicht wisse, ob er sich darüber freuen soll, erhalte man diesen Titel doch erst im Alter. Ähnlich äußerte sich auch Theo Vogel, der für 50 Jahre Mitgliedschaft die Ehrennadel in Gold erhielt. Darauf erklang ein tröstendes „Ihr seid doch die Jungen unter den Alten“ aus dem Publikum. Apropos Alter, es war auffallend, wie viele junge Menschen zum Ehrenabend gekommen waren.

Richard Frey, der ebenfalls für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde, nahm die Gelegenheit wahr, sich bei der Vorstandschaft der Zunft zu bedanken. „Es ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich, sich ehrenamtlich so zu engagieren; vor allem auch deshalb, weil die gesetzlichen Vorschriften und Anforderung stets zunehmen.“ Langanhaltender Beifall folgte aus dem gefüllten Raum. Zunftmeister Reitzel, sein Stellvertreter Florian Angele und auch die Geehrten sorgten mit Anekdoten dafür, dass der Ehrungsmarathon kurzweilig verlief.

Gleich zwei Auszeichnungen vom Zunftmeister erhielten Jennifer Reitzel und Zeremonienmeister Jürgen Müller.

Herzhaft gelacht wurde etwa über die Bemerkung von Franz Schick, dem eine goldige Frau lieber gewesen wäre, als eine goldene Ehrennadel. Zudem erfuhren die Gäste, für welche besonderen Verdienste der jeweilige Empfänger geehrt wird. Da gab es einiges zu staunen über die vielen unterschiedlichen und vor allem langjährigen Einsätze, die im gemeinsamen Bestreben für eine schöne Fasnet zusammenkommen. Der eine stellt seit Jahr und Tag kostenlos notwendiges Equipment zur Verfügung, andere trainieren jahrzehntelang die Sprunghexen, wieder andere basteln aufwendige Orden oder übernehmen Verantwortung für die Hofpagen. Auch die Narrenmesse am Fasnetssonntag will vorbereitet werden, nicht zu vergessen das Häsrichten und der Kinderball, das Schmücken von Halle und Straßen…

Die Liste lässt sich endlos fortführen. Für Bauhofleistungen, die von der Stadtverwaltung stets völlig unbürokratisch genehmigt werden, erhielten stellvertretend Bauhofmitarbeiter den Sternorden. Auch der Einsatz des DRK und der Feuerwehr wurde mit dem Sternorden belohnt. Bei der Übergabe gab der Zunftmeister seiner Hoffnung Ausdruck, „dass so ein Blechle vielleicht dafür sorgt, dass die Empfänger sich weiterhin mit der Zunft verbunden fühlen.“ Nur mit vielen helfenden Händen sei es möglich, die einzigartige Aulendorfer Fasnet auf die Beine zu stellen.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 07.01.2019
Text und Fotos: Claudia Buchmüller

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Narrenzunft Aulendorf feiert 69. Geburtstag

Fasnetsmotto 2019 ist der Zoo –
Narrenzunft ist schuldenfrei und bereitet sich auf Landschaftstreffen 2021 vor

Was da wohl drin sein mag? Bürgermeister Matthias Burth überreicht der Narrenzunft ein besonders liebevoll verpacktes Geburtstagsgeschenk.

Feste muss man feiern, wie sie fallen. Und zum Feiern hatte die Narrenzunft Aulendorf bei ihrem traditionellen Martini-Frühschoppen am Sonntag nicht nur einen, sondern gleich mehrere Gründe: Zum einen feierte die Zunft ihren 69. Geburtstag. Gegründet wurde sie als eingetragener Verein vor genau 69 Jahren, am 11. November 1949, wie Zunftmeister Rolf Reitzel im vollbesetzten Saal des Zunftheims erzählte. Gekommen waren rund 100 Zunftmitglieder und Gäste.

Darüber hinaus konnten die Aulendorfer Narren feiern, seit kurzem schuldenfrei zu sein und das vor 18 Jahren eröffnete Zunftheim ihr Eigen nennen zu können: „Jetzt gehört es uns!“, erklärte Reitzel stolz. Ein weiterer Grund zum Feiern war die Inthronisation von Andreas Herkommer als Burggraf Andreas I., dem Reitzel feierlich sein Zepter überreichte. Ihm werden in der kommenden Fasnet der Zeremonienmeister Jürgen Müller, die Hofnarren Britta Wekenmann und Ramona Angele und zehn Hofpagen als Hofstaat zur Seite stehen.

Und noch zwei weitere freudige Anlässe gab es zu feiern: einmal den Geburtstag eines Zunftmitglieds, der „Martin“ mit Vornamen heißt – passend zum 11. November, dem Martinstag. Und zum zweiten die Geburt des Enkels von Zunftmeister Rolf Reitzel. „Oskar hat sich 15 Tage Zeit gelassen und sich den 11.11. ausgesucht, um auf die Welt zu kommen!“ freute sich der Zunftmeister über den Nachwuchs.

Ein weiterer Anlass zur Freude war die Bekanntgabe des Fasnetsmottos 2019: „Zum wilde Tiere seha muss ma it verreisa, dia sieht ma au im Zoo beim rum… laufa. Do sieht ma so ziemlich alls an Exota, von Löwa über Leoparda bis zu de Ozelota“ dichtete Vize-Zunftmeister Florian Angele. Und zum Schluss: „Lasst uns eine grandiose Fasnet starten – in Aulendorfs Zoologischem Garten!“ Doch starten werde die Zunft die Fasnet erst an Dreikönig, betonte Zunftmeister Reitzel.

Konkurrenz für Burth?

Einen Vorgeschmack auf die nahende Fasnet gab der Frühschoppen dennoch. Dong, Dong, Dong… nach genau elf Gongschlägen wurde der Frühschoppen um elf nach elf mit dem Aulendorfer Narrenmarsch eröffnet. Alle sangen und klatschten kräftig mit. Einen Vorgeschmack auf die Fasnet gaben auch die Ansprachen von Zunftmeister Rolf Reitzel und Bürgermeister Matthias Burth, die sich gegenseitig humorvoll auf die Schippe nahmen. Burth gratulierte der Zunft zu ihrem Geburtstag und dazu, dass sie nun schuldenfrei sei. „Schulden abbauen ist ja eigentlich mein Thema. Ich hab Angst, dass euer Zunftmeister bei der nächsten Wahl gegen mich antritt und sagt ‚ich kann Schuldenabbau‘“, gab Aulendorfs Bürgermeister unter dem Gelächter des Publikums zu. Reitzel beruhigte ihn und meinte: „Keine Angst. Wenn es soweit ist, interessiert mich nur eins: Es fängt mit ‚R‘ an und hört mit ‚ente‘ auf.“

Humorvoll ging es bei den gegenseitigen Geschenken weiter. Der Bürgermeister hatte den Narren im vorherigen Jahr eine Schiefertafel mit einem Teelicht darauf geschenkt – „damit uns ein Licht aufgeht“, erzählte Reitzel. Als passende Antwort überreichte er ihm am Sonntag einen Schraubenzieher – „damit du die noch fehlenden Lampen in deinem Haus montieren kannst“, erläuterte der Zunftmeister. Denn obwohl Matthias Burth vor drei Jahren in sein neues Haus eingezogen sei, würden dort noch immer nicht alle Lampen hängen, erklärte Reitzel.

Burth wiederum hatte der Zunft ein besonderes Geburtstagsgeschenk mitgebracht: einen in Zeitungspapier eingepackten Röhrenfernseher. „Damit du in Ruhe das Landschaftstreffen im Fernsehen angucken kannst“, sagte er zum Zunftmeister. 2021 wird in Aulendorf das Landschaftstreffen stattfinden, zu dem rund 5000 Hästräger erwartet werden. Die Narrenzunft werde versuchen, zu diesem Anlass das Fernsehen nach Aulendorf zu bringen, berichtete Reitzel. Das wusste der Bürgermeister und schenkte deshalb den Narren das „hochmoderne Gerät“. Freude über das Geschenk wollte beim Vize-Zunftmeister Angele erst dann aufkommen, als er den in die Jahre gekommenen Fernseher wieder an den Bürgermeister zurückgeben konnte: „Wir freuen uns, dass du ihn annimmst“, sagte er schelmisch. Nach dem offiziellen Teil feierte die Narrenzunft mit Musik, Essen und guter Laune weiter. Gründe zu feiern hatte sie wahrlich genug.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 12.11.2018
Text und Foto: Sybille Glatz

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Neues aus der Narrenhochburg Aulendorf

Fasnetsmotto wird am 11. November verkündet – Alter für Maskenträger wird gesenkt

Zahlreich vertreten war der Aulendorfer Hexennachwuchs beim Landschaftstreffen in Bad Waldsee in diesem Jahr.

 Noch ist es eine Weile hin bis zum ersten offiziellen Termin der Fasnetssaison 2019 und dennoch finden in manchen Familien und Gruppierungen schon die ersten, streng geheimen Vorbereitungen statt. Zumal das neue Fasnetsmotto „unter der Hand“ oder eher „unter dem großen Ohr der Rätsch“ durchgesickert ist und sich in Windeseile verbreitet. Nein, die Schwäbische Zeitung beteiligt sich nicht an der Verbreitung von Geheimnissen und wartet natürlich bis zur offiziellen Verkündigung des Fasnetsmottos am 11.11. im Zunftheim der Narrenzunft.

Dennoch gibt es Neuigkeiten zu berichten und diese hängen mit einem leidigen Thema in Aulendorfer Narrenfamilien zusammen: „Ohne Maske hab‘ ich keinen Bock auf Springen! Da bin ich zu „alt“ dafür.“ Das Tragen einer Maske der Eckhexen, Fetzle und Schnörkele war bisher Mitgliedern vorbehalten, die am Stichtag 31. März das Mindestalter von 14 Jahren erreicht haben. Neu ist ab der Fasnet 2019 dass Kinder ab 12 Jahren mit einer geliehenen Maske offiziell mitspringen dürfen.

Zunftmeister Rolf Reitzel

Wie Zunftmeister Rolf Reitzel im Gespräch mit der SZ ausführte, wurde diese Erweiterung der Maskenordnung probeweise auf die Dauer von zwei Jahren beschränkt und vom Zunftrat mit großer Mehrheit beschlossen. Angeregt hat diese  Änderung der Zunftmeister selbst. „Mein Auftrag ist nicht nur, die Zunft zu führen, sondern auch den jungen Mäschkerle die Freude und den Spaß an der Fasnet zu vermitteln, sodass diese unser Brauchtum einmal weiterführen“, sagte Reitzel. Dazu gehöre eine möglichst frühe Bindung an die Aulendorfer Fasnet. Wenn junge Erwachsene wegen Ausbildung oder Studium Aulendorf verlassen, zuvor aber lange Jahre mitgesprungen seien, ziehe es diese zur Fasnetszeit wieder zurück, hofft er. Dass mit dieser neuen Regelung auch Bedingungen verknüpft sind, verstehe sich von selbst. „Ganz wichtig ist, dass Eltern ihre Zwölfjährigen nicht der Obhut der Zunft übergeben, sondern natürlich selbst verantwortlich sind“, so der Zunftmeister. Die Kinder müssen Mitglied in der Narrenzunft sein, wobei die Mitgliedschaft bis 18 Jahre beitragsfrei ist. Es genüge also nicht, dass der Maskenbesitzer in der Narrenzunft ist, erklärte er. Die gelbe Nummer des Maskenbesitzers muss am Häs des mitspringenden Kindes angebracht sein. Zudem wird die Teilnahme an der Maskenbelehrung,    die am 21. November um 18.30 Uhr im Zunftheim stattfindet, zwingend vorgeschrieben. „Wir haben den Termin so früh angesetzt, damit es für die Kids, die ja anderntags Schule haben, nicht zu spät wird“, bekräftigt das Oberhaupt der Zunft abschließend.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 26.10.2018
Text und Foto: Claudia Buchmüller

 

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