Kategorie: Berichte

Flo Angele ist neuer Zunftmeister

Rolf Reitzel und Paul Mock verabschieden sich aus der Spitze der Narrenzunft Aulendorf

Mit Florian Angele hat die Narrenzunft Aulendorf hat einen neuen Zunftmeister. Ihn wählten die Zunfträte am Mittwoch bei ihrer Sitzung in der Stadthalle zum Nachfolger von Rolf Reitzel. Das teilt die Zunft in einer Pressemitteilung mit. Reitzel gab das Amt wie angekündigt nach neun Jahren ab. Er wurde noch in der Sitzung einstimmig zum sechsten Ehrenzunftmeister der Narrenzunft Aulendorf ernannt. Auch sein Stellvertreter, Paul Mock, zog sich nun zurück.

Coronakonform überreichte Rolf Reitzel den Zunftmeisterorden an seinen Nachfolger Florian Angele.

Coronabedingt fand die Sitzung in der Stadthalle statt, mit 47 Zunfträten, von denen 40 stimmberechtigt waren. Unter der Wahlaufsicht von Tom Nagy und Britta Wekenmann wählten sie Flo Angele mit 37 Ja- und drei Nein-Stimmen zum achten Zunftmeister der Narrenzunft Aulendorf. Reitzel, dem ein Abgang mit Landschaftstreffen coronabedingt verwehrt blieb , überreichte Angele den Zunftmeisterorden.

Reitzel, gerührt und zunächst seiner Worte beraubt, und Mock bekamen indes von Michael Weißenrieder, stellvertretend für die Bandmitglieder von Bolly Stop, die Texte des Abschiedssongs überreicht. Mock, dessen Abschied als stellvertretender Zunftmeister und als Zunftrat anstand, fand laut Narrenzunft bewegende Worte. Er habe seine größte Aufgabe darin gesehen, die Fußstapfen von Klaus Wekenmann auszufüllen, und selbst als „Außenminister“ immer die Kontakte zu anderen Zünften aufzubauen und aufrechtzu erhalten, „was ihm mehr als herausragend gelang“.

Michael Weißenrieder selbst wählte die Versammlung zum stellvertretenden Zunftmeister. Durch seinen Amtswechsel war der Posten des Mitgliederwart nachzubesetzen. Tobias Schanne übernimmt ihn nun. Turnusgemäß wurden zudem alle Stellvertreter für die weiteren Posten im geschäftsführenden Zunftrat gewählt.

Neuigkeiten gab es zum Landschaftstreffen, das die Narrenzunft Aulendorf heuer ausgerichtet hätte, wäre nicht Corona dazwischengekommen. Die Narrenzunft Lindau ist laut Narrenzunft bereit, ihren Termin zum Landschaftstreffen 2025 der Narrenzunft Aulendorf zu überlassen. Die Zunfträte stimmten einstimmig für den neuen Termin (15. und 16. Februar 2025), der von der Landschaftssitzung bereits genehmigt wurde und nun vom Landschaftsvertreter Oberschwaben-Allgäu, Franz Mosch, noch dem VSAN-Präsidium zur Absegnung vorgeschlagen werden muss.

Außerdem sprachen sich die Zunfträte dafür aus, das Brauchtum auch digital zu erhalten. Die Zunft plant, altes Filmmaterial zu digitalisieren und neues, hochwertiges Filmmaterial von sämtlichen Brauchtumsveranstaltungen erstellen zu lassen.

Jeweils als Stellvertreter folgender Posten wurden gewählt: Deborah Bichler (Säckelmeisterin), Silke Schulze (Narrenschreiberin), Edgar Kümmerle (Mitgliedswart), Kai Bebendorf (Maskenwart), Manfred Hügler (Umzugswart), Christian Scheffold (Ordenswart), Stefan Weinfurter (Zeugwart), Jochen Albrecht (Zeugwart).

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 20.03.2021
Text: sz
Foto: peter Herbst

 

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Eine außergewöhnliche Fasnet ist beendet

Wahl des Nachfolgers von Zunftmeister Rolf Reitzel ist im März geplant

Beim Kehraus in der Stadthalle werden die Aulendorfer Masken verbannt – auch diesen Brauchtumsteil zeigte die Narrenzunft heuer als Video.

Eine außergewöhnliche Fasnet ist auch in Aulendorf zu Ende gegangen. Nachdem die Narrenzunft Aulendorf bereits weit im Vorfeld das Landschaftstreffen absagen musste, wurde irgendwann klar: Auch die Hochfasnet wird unter Corona- Bedingungen nicht mal annähernd wie gewohnt stattfinden können. Doch die Narren haben sich trotzdem ins Zeug gelegt.

„Liebes närrisches Volk, was war das für eine Fasnet? So was braucht man glaub’ nicht mehr“, lässt Burggraf Andreas der I., eine Figur der Aulendorfer Fasnet, in diesem Jahr zum Abschluss in einem Video wissen. Es ist eines von vielen, die die Narrenzunft heuer drehte und auf der Vereinshomepage und Social- Media-Kanälen veröffentlichte, um Fasnetsfreunden auch in Corona- Zeiten etwas zu bieten. Und so gab es neben der interaktiven Stubenfasnet auch ein virtuelles Häsrichten, ein Video von der Maskenbeschwörung, alte Aufnahmen vom Landschaftstreffen 1968, aber auch den Mitschnitt der Narrenmesse, die einzige Liveveranstaltung, die es unter strengen Hygieneauflagen gab, zu sehen. Zahlreich angenommen wurden auch die Ausmalbilder für zu Hause. Die Ulkgruppen reichten Videobeiträge ein, und auch frühere Auftritte der Sprunghexen und der Fasnetslader waren zu sehen.

Anders vorgestellt hatte sich seinen Abschied als Zunftmeister auch Rolf Reitzel, der den Posten nun nach neun Jahren freigibt. Noch mal zu verlängern und weiterhin Zunftmeister bleiben zu wollen, kam für ihn allerdings nie infrage. Auch, weil seinem Nachfolger Zeit bleiben soll, im Amt anzukommen, bevor voraussichtlich 2025 das Landschaftstreffen quasi nachgeholt wird. Die neun Zünfte der Landschaft Allgäu-Oberschwaben der Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) hat sich laut Reitzel bereits darauf geeinigt, dass Aulendorf in diesem Jahr ausrichten darf. Der offizielle Beschluss der VSAN fehlt noch.

Reitzels Nachfolger als neuer Zunftmeister wird voraussichtlich im März gewählt. Dazu soll es, sofern möglich, eine Zunftratssitzung unter Hygieneauflagen in der Stadthalle geben. Ebenfalls zurück zieht sich Paul Mock, stellvertretender Zunftmeister. „Wir haben das sehr ernst genommen und waren immer und überall präsent“, erinnert sich Reitzel an eine „wunderschöne Zeit“. Die neun Jahre als Zunftmeister seien eine Bereicherung in seinem Leben – samt den Herausforderungen, die es natürlich auch gegeben habe. Er bleibe als Zunftrat weiter dabei. Verabschiedet hat sich Reitzel nun per Videobotschaft – und im kleineren Rahmen per Videotelefon- Treffen. „Vor einem Dreivierteljahr habe ich noch gesagt: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich aufhöre und es ist nicht mal Fasnet“, erinnert er sich. Auch wenn die Situation eben nichts anderes zuließ, und die Zunft sich größte Mühe gegeben habe, hofft Reitzel, dass es die letzte digitale Fasnet war. „Vom Gefühl her war es einfach nix.“

Auch Michael Weißenrieder, der zusammen mit Edgar Kümmerle das Social-Media-Team der Aulendorfer Narrenzunft bildet, sagt: „So eine Fasnet brauche ich kein zweites Mal.“ Das digitale Angebot sei sehr viel zeitintensiver und aufwendiger als die Normalfasnet, „ich habe das unterschätzt“. Gelohnt habe es sich aber allemal, nicht nur, weil das Aulendorfer Fasnetsbrauchtum damit überregionaler bekannt wurde. Die Narrenzunft verzeichnete allein auf ihrer Homepage seit Jahresbeginn rund 45 000 Aufrufe. „Wir konnten so auch älteren Leuten, die nicht mehr rausgehen können, die Fasnet in die Stuben bringen.“ Die Videos der Brauchtumsveranstaltungen werden demnächst wieder aus dem Netz genommen – nicht nur, weil Fasnet nun mal nicht rund ums Jahr ist, sondern auch, „weil man, um es wirklich zu erleben, selbst dabei sein muss“, findet Weißenrieder.

Getrübt hat die diesjährige Fasnetsbilanz ein Polizeieinsatz am Donnerstag zur sonstigen Umzugszeit. Die Polizei war wegen einer Ansammlung von Fasnetsfreunden in die Hauptstraße gerufen worden (SZ berichtete). Weitere Vorkommnisse gab es in Aulendorf nach Polizeiangaben nicht. Mit einem kleinen Video
auf ihrer Facebookseite bedanken sich die Beamten des Polizeipräsidiums Ravensburg, weil sich die Narren allgemein in der Region im Wesentlichen an die Vorgaben gehalten hätten. „Leider gab es ein paar Unbelehrbare, die ihren Zünften keinen Gefallen getan haben. Aber das war tatsächlich die Ausnahme“, heißt es dort.

In Aulendorf hat die Narrenzunft in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch die Fasnet verabschiedet, wie sie sie eingeläutete hatte: Per Video flimmerten die Rückgabe der Amtsund Schlüsselgewalt sowie die Maskenverbannung über die Bildschirme. Beim traditionellen Abschluss der Aulendorfer Hochfasnet belegt der Maskenmeister die Masken mit einem Bann, „den ein Jahr niemand lösen kann“, und schickt sie fort – bis zum nächsten Jahr.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 18.02.2021
Text: Paulina Stumm

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Aulendorfer Zunft lädt zu Zeitreise ins Jahr 1968

Narren bringen die Fasnacht von vor 53 Jahren direkt ins Wohnzimmer

Ein bissle Fasnet muss trotz Corona sein. Aus diesem Grund hat die Aulendorfer Narrenzunft am Sonntagnachmittag auf ihrer Homepage 30 Minuten närrisches Treiben des Landschaftstreffens im Jahr 1968 gezeigt. Zur Verfügung gestellt wurde der Streifen von Plätzlerarchivar Andreas Reutter.

Normalerweise stehen am Fasnetssonntag viele Narren an den Straßenrändern, um sich am jährlichen, bunten Winteraustreiben zu beteiligen. Die Pandemie hat das heuer leider verhindert. Ein Fasnetssonntag ohne närrisches Treiben geht jedoch gar nicht. Das fand auch die Narrenzunft Aulendorf, die am Sonntagnachmittag zu einem etwa 30 Minuten langen, virtuellen Narrensprung, bei viel Sonnenschein, jedoch bei klirrenden Temperaturen direkt in die warme Stube einlud. Gezeigt wurde ein Streifen aus dem Jahr 1968, in dem das damalige Landschaftstreffen zu bestaunen war, und aus dem eindeutig hervorging, dass sich bis heute an der Begeisterung für das Fasnetsbrauchtum nicht viel verändert hat.

Auch Michael Weißenrieder, Mitgliedswart der Aulendorfer Narrenzunft (rechts), hat es sich am Sonntagnachmittag nicht nehmen lassen, mit seiner Familie den Streifen von 1968 anzuschauen

So durften die Daheimgebliebenen einen Ausschnitt aus dem Umzug vom 18. Februar 1968 bestaunen, an dem sich seiner Zeit 40 000 Schaulustige hinsichtlich des Landschaftstreffens beteiligten, die sich das närrische Spektakel von etwa 5000 Maskenträgern aus der gesamten Region, 30 Musikkapellen, verschiedenen Spielmanns- und Fanfarenzügen sowie zahlreiche, farbenfrohe Guggenmusiker aus der Schweiz anschauten. „Genauso sonnig wie es heute ist, war es damals, allerdings nicht so kalt. Und die Stimmung ist prächtig gewesen“, erinnert sich ein 85-jähriger Umzugsteilnehmer. Das Videomaterial, das mit traditioneller Blasmusik umrahmt ist, stammt von Andreas Reutter, Plätzlerarchivar der Narrenzunft Weingarten. Dieser sei als leidenschaftlicher Sammler eines Tages auf einem Flohmarkt in Weingarten fündig geworden, den die Narrenzunft Weingarten einmal jährlich veranstaltet, um für das Weingartener Fasnetsmuseum zu sammeln. Hier habe Reutter zufällig zahlreiche alte Filmrollen aufgespürt, die viele Fasnetsveranstaltungen aus den 50er- und 60er-Jahren zeigen. „Das war schon ein genialer Fund. Wir haben die Filme aus längst vergangenen Zeiten oft unseren Senioren gezeigt, um diese an die Fasnet zu erinnern. Das waren richtig tolle Nachmittage“, sagte Reutter.

Aufgenommen wurden die Filme vom Weingartener Fotografen Dobler, der einst sein Geschäft in der Unteren Karlstraße in Weingarten betrieb. Unter dem Material befand sich auch ein Video, das das Aulendorfer Landschaftstreffen im Jahr 1968 zeigt. Mit der Aufforderung „gebt eurer Freude über das an euch vorbeiziehende großartigste Bild der Aulendorfer Fasnet Ausdruck. Spendet Beifall, vergesst den Narrenruf Narri-Narro nicht. Die Masken aller Zünfte wissen es euch bestens durch ihren Einsatz zu danken“ wurde damals das Volk gebeten, das närrische Treiben anzuheizen.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 15.02.2021
Text: Gisela Sgier

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Narrenzunft feiert die 40. Narrenmesse

Nur angemeldete Mäschkerle dürfen teilnehmen – Mitsingen verboten

Im Jahr 1981 fand im Festzelt bei der Grundschule, anlässlich des damaligen Landschaftstreffens Aulendorfs erste Narrenmesse statt. Nicht weniger denkwürdig war am Sonntag, 14. Februar, 2021 in der Pfarrkirche St. Martin der Gottesdienst mit dem Motto „Messe für vernünftige Narren“.

Die Narrenzunft Aulendorf feierte in der Pfarrkirche St. Martin die 40. Narrenmesse.

Wer hätte jemals gedacht, dass für eine Narrenmesse eine Voranmeldung notwendig ist? Und dass beim Betreten der Kirche die Hände desinfiziert und die Personalien notiert werden würden. All dies ist während der Corona-Pandemie Alltag geworden. Siegfried Hornung, Leiter des Liturgieteams der Narrenzunft, machte zu Beginn der Messe deutlich: „Narr sind wir im Herzen, auch wenn die Eckhexe im Schrank bittere Tränen weint.“ Er bat die Anwesenden, den Kirchplatz nach dem Gottesdienst zügig zu verlassen.

Stadtpfarrer Anantham Antony, der seine Predigt wie in den Vorjahren in Reime gefasst hatte, bekräftigte, dass Gott „trotz Maskenpflicht, sieht dem Menschen ins Gesicht“. Der Geistliche thematisierte auch die Schaffung bezahlbaren Wohnraumes, die bevorstehenden Wahlen und die Null-Toleranz von sexuellem Missbrauch. Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst von Organistin Rief-Siegle, einer Abteilung der Stadtkapelle und den Sängerinnen Stefanie Ambacher und Elisabeth Eisele. Zu den abschließenden Klängen des Narrenmarsches, bei dem Mitsingen streng verboten war, schwenkten die Gottesdienstbesucher die am Eingang erhaltene Träne mit der Aufschrift „Messe für vernünftige Narren“, womit sich der Kreis wieder schloss. Die vor der Kirche wartenden Polizisten hatten nichts zu beanstanden.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 15.02.2021
Text: Claudia Buchmüller

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Aulendorf ist in die Hochfasnet gestartet

Narrenlochsucher waren erfolgreich – Virtuelle Videos trösten ein klein wenig über Corona hinweg

Bereits am Mittwochabend haben unzählige Aulendorfer mit der virtuellen Maskenbeschwörung am Hexeneck den traditionellen Start in die Fasnet miterlebt. So ein Glück, dass es Aufzeichnungen gibt, die das Brauchtum der Ortsfasnet festgehalten haben und so in diesem Jahr virtuell für Gänsehauteffekt sorgen können.

Welch Aulendorfer Narr wäre nicht bewegt, von den Worten des Burggrafen: „Ihr Masken alle miteinand – Gelöst sei wieder Euer Bann! Seid alle uns heut‘ hier willkommen – der erste Tanz sei aufgenommen!“ Das dumpfe Tönen des Schnörkeles- Geschells, das liebliche Klingen des Fetzle-Stabes, das gurrende Spiel der Eckhexen mit dem Publikum, all das, kombiniert mit den Klängen des Fanfarenzugs und dem vom Maskenmeister entzündeten Feuer, all das lässt jedem Aulendorfer Narren einen Fasnets-Schauer über den Rücken laufen. Und wie jedes Jahr hat die Hexenwagengruppe dafür gesorgt, dass die Straßen mit Fasnetsbändeln, von Herkommers genäht, geschmückt wurden und damit ein Stück Normalität im Städtchen einkehren konnte. So brauchten die Narren auch nicht bange sein, die Zunft sorgte dafür, dass auf dem Schlossplatz der Narrenbaum aufgestellt wurde. Allerdings wurde das Wahrzeichen der Fasnet heuer ohne Zuschauer, ganz im Stillen und bereits am Vortag, von der Firma Heydt zusammen mit dem Betriebshof gestellt. Das alljährlich notwendige Prozedere der Narrenlochsucher bekamen die Besucher, wie könnte es auch anders sein, per Video nachgeliefert. Nachdem diese an vielen Orten in der Stadt vergebens gesucht hatten, wurden sie, wie alljährlich auf dem Schlossplatz fündig.

Auf dem Wochenmarkt verbreitet Anna Szabo Fröhlichkeit mit ihrem Gruß „I wünsch‘ a glückselige Fasnet“

Und so staunten am Gumpigen Donnerstag viele Wochenmarktbesucher über den bereits aufgestellten, wunderschön gerade gewachsenen Aulendorfer Narrenbaum. Marktfrau Anna Szabo stand als fleißiges Bienchen verkleidet in ihrem Marktwagen und gab den Käufern zu ihrem Einkauf ein fröhliches „Ich wünsch ihnen no a glückselige Fasnet“ mit auf den Weg. Auch in der Schnörkelesbäckerei Leser war Fasnetsmusik angesagt und das Fasnetsgebäck in Form von Schnörkele, Hexenbrot oder Berlinern wurde von „bunt verkleideten Froileins“ an den Mann oder die Frau gebracht. Weniger verkleidungsbereit waren die Bürger unterwegs, nur hi und da wärmte vereinzelt ein bunter Aulendorfer Narrenschal bei Temperaturen von Minus 8 Grad ein Mäschkerle. Ein Originalkostüm war, zumindest bis zur Mittagszeit des Gumpigen, nirgendwo zu entdecken, obwohl dies, allerdings ohne Originalmaske, erlaubt gewesen wäre.

Die Clowns Gabi Meschenmoser (links) und Margit Angele bringen Freude ins Städtle mit Schöpfkelle und Zange.

Einzig Margit Angele, ihres Zeichens als Clown mütterlicherseits in die allererste Clowngruppe Aulendorfs hineingeboren, begab sich mit Cousine Gabi Meschenmoscher, die schon seit den 80ern als Clown mit dabei ist, auf Tour. Coronakonform, versteht sich. „Wir wollen weder uns, der Narrenzunft, geschweige denn anderen Menschen Probleme bereiten“, erklärten die beiden unisono. Und wenn man die fröhlichen Gestalten so betrachtet,mit genügend Sicherheitsabstand, einer FFP2-Maske im Gesicht und Süßigkeiten, die mittels einer langen Schöpfkelle oder Zange gereicht werden können, dann spürt man, mit wie viel Verantwortungsbewusstsein die Zwei unterwegs sind. Da dieses Jahr ganz schön verrückt ist, verteilen sie heuer zusätzlich zu den Süßigkeiten ausnahmsweise auch Schnörkele. Diese bringen sie anderen Clowns ihrer Gruppe an die Haustüre, um ihnen eine Freude zu bereiten. „Alle Schnörkele haben wir einzeln verpacken lassen, damit ja nichts passieren kann und wir überreichen sie auf Abstand coronakonform mit der Zange“, versprechen die Beiden. Am Besten an der Fasnet 2021 sei das Abschminken: Maske runter und fertig. Und doch freuen sie sich unendlich aufs nächste Jahr, einschließlich Abschminken!

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 12.02.2021
Text und Foto: Claudia Buchmüller

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Video bringt Hexeneck ins Wohnzimmer

Aulendorfer Narrenzunft hält Brauchtum virtuell wach – Narrenfreiheit hat Tradition seit 1679

Natürlich ist es nicht vergleichbar mit der sirrend-magischen Stimmung, die die dicht gedrängten Zuschauer und die aufgeregten Maskenträger am Hexeneck alljährlich ergreift, wenn der Maskenmeister die Aulendorfer Masken von ihrem Bann befreit. Natürlich ist die Maskenbeschwörung am Bildschirm weit weniger spannend,  greifbar und irgendwie auch weiter weg. Und natürlich käme auch niemand auf die Idee, dieses Kernelement des Aulendorfer Fasnetsbrauchtums in die virtuelle Welt zu verlegen, wenn da nicht Corona wäre. Da die Welt in diesem Jahr nun aber ist, wie sie ist, strahlte die Aulendorfer Narrenzunft das traditionelle Spiel per Video aus – samt Übergabe der Amts- und Schlüsselgewalt und närrischer Regierungserklärung. Und schaffte es so, ihr Brauchtum zu zeigen und bei Narrenfreunden Erinnerungen lebendig werden zu lassen.

Maskenbeschwörung

Die Maskenbeschwörung am Hexeneck ist ein Kernstück des Aulendorfer Fasnetsbrauchtums. Der Burggraf ruft den Maskenmeister herbei, der die Masken nacheinander einziehen lässt und dann von ihrem Bann befreit: erst die Eckehexen, dann Tschore und Rätsch, sodann die Schnörkele und zuletzt die Fetzle. Und bald tanzen zahlreiche Maskenträger gemeinsam rund ums Feuer. Miterlebbar war das auch im Coronajahr 2021, wie gewohnt am Mittwochabend vor dem Gumpigen Donnerstag um 19 Uhr – dank einer Videoaufzeichnung aus den Vorjahren zuhause in der Stube. Dem Spektakel am Hexeneck folgt in normalen

Übergabe der Amts- und Schlüsselgewalt von Bürgermeister Matthias I.

Jahren der anschließende Sturm aufs Rathaus samt Übernahme der Amts- und Schlüsselgewalt – begleitet von Stadtkapelle, Fanfarenzug und den Spots haben die Narren im Vorjahr die Regentschaft der Stadt übernommen. Zwar fiel der Rathaussturm aus, die Amts- und Schlüsselgewalt übergab Bürgermeister Matthias I. allerdings doch: Per zuvor aufgezeichnetem Video verlas das Stadtoberhaupt die Proklamation, gab den Schlüssel ab und setzte den Strohhut auf. „Von dieser Stund’ an bis Aschermittwoch gilt die Narrenfreiheit in Aulendorf“, erließ sodann ebenfalls per Videoaufzeichnung der Zeremonienmeister die erste an Anordnung der närrischen Regierung. Auch ohne tatsächlichen Rathaussturm, die Bedeutung indes bliebt gleich, egal ob live oder digital: die ganze Stadt ist in Narrenhand, jetzt können sie tun, was sie möchten – wobei Zunftmeister und Zunfträte angehalten sind, Wache zu halten, „dass nichts Unehrenhaftes und Schlechtes, Anstößiges und Sittenwidriges geschehen wird“.

an Burggraf Andreas I.

Diese Narrenfreiheit ist der historische Ursprung auch der Aulendorfer Fasnet, weit älter als das Brauchtum um die Masken. 1679 bewilligten die Grafen von Königsegg – und Herren von Aulendorf – ihren Lehnsleuten einen narrenfreien Tag. An diesem Tag soll auch ein Fasnetsspiel erlaubt gewesen sein, bei dem gesagt werden durfte, was die Leute über die Obrigkeit dachten. Die vom Hohen Rat beschlossene Regierungserklärung, die heute in elf Punkten vorgetragen wird, erinnert stark daran. In diesem Jahr schloss Hofnärrin Britta Wekenmann mit einem Wunsch: „Passt auf euch auf, geht auf die Straße, ohne Larve aber mit Maske. Und dann genießt unsere Fasnet 2021, auf der Straße, in den Stuben, mit euch, euren Familien, aber immer den regeln entsprechend.“

Närrische Regierungserklärung

Nicht fehlen dürfte natürlich auch in diesem Jahr die närrische Regierungserklärung des Hohen Rats in elf Punkten, in der die Narren kommunalpolitisches und sonstiges Stadtgeschehen humorvoll bis ironisch kommentieren. Die Hofnärrin (Britta Wekenmann) trug sie im Video vor – aus der Fasnetstuben statt wie sonst vom Rathausbalkon. Ein Einblick:

Hofnärrin (Britta Wekenmann)

So empfiehlt der Hohe Rat etwa, die Minigolfanlage wie im vergangene Jahr zu betreiben: als Minigolfplatz mit der Möglichkeit ein Erfrischungsgetränk zu sich zu nehmen – und nicht als Gartenwirtschafts-Stammtisch mit der Möglichkeit, Minigolf zu spielen.

Auch zum viel diskutierten Riedweg hat der Hohe Rat einen Plan. Die nächste dort frei werdende Wohnung solle zur Kita werden – betreut durch die BI Riedweg. Damit sei sichergestellt, „dass auf aufgelassenen Gräbern nicht getanzt und hinter Grabsteinen nicht Verstecken gespielt“ werde.

Erfreut zeigte sich der Hohe Rat über eine „helle Stadt“ in Anspielung auf die trotz Ausgangssperre leuchtenden Straßenlaternen. Dabei sei wohl auf die Streifen der Polizei Rücksicht genommen worden: „Wenn in der Stadt Licht brennt, sieht man besser, dass niemand unterwegs ist!“

Der Hohe Rat fordert zudem die Einstellung eines Brillenbeauftragten bei der Stadt. Es könne nicht angehen, dass der Schultes nur mit halber Brille anzutreffen sei, und zwei hochdotierte Stadtbeamte „wie vor der letzten Gemeinderatssitzung gesehen“ rund um die Stadthalle nach des Schultes Brillenglas suchten. Eine Zweitaufgabe für den Brillenbeauftragten sieht der Hohe Rat auch: Er müsse die „Gültigkeitsdauer der Papiere unseres Schultes“ im Blick behalten, damit deren Ablauf nicht erst wieder auffalle, wenn der ein neues KfZ für den Betriebshof zulassen wolle. Bewunderung äußert der hohe Rat für den NABU und Bruno Sing, wegen der Hausnummern an den Nistkästen, die um den Steegersee herum aufgehängt wurden: So sei garantiert, dass die Vögel ihr neues Zuhause auch wieder fänden.

Der Waldseer Narrenruf „AHA“ sei natürlich nur zu Pandemiezeiten mit Abstand, Hygieneregeln, Alltagsmaske zu übersetzen. „Haben wir Corona im Griff, können wir uns auch unseren Narrenfreunden aus Waldsee wieder gefahrlos nähern.“

Zudem erwartet der Hohe Rat, dass den Ravensburger Klimaschützern in Aulendorf Asyl gewährt wird. Damit würde Aulendorf bundesweit als klimabewusste Kommune bekannt – und der Tiergarten bekäme „seine lang ersehnten Baumhäuser“.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 11.02.2021
Text: Paulina Stumm

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Das mit Abstand beste Häsrichten

Narrenzunft Aulendorf amüsiert die Zuschauer mit den Höhepunkten von 2017 bis 2020

Die Aulendorfer Fasnet 2021 wird kürzer – aber sie ist da. Nach eigener Tradition veranstaltet die Narrenzunft Aulendorf normalerweise drei Wochen vor dem Fasnetssamstag in der Stadthalle ihr „Häsrichten“, längst eine Veranstaltung mit Kultcharakter. Am vergangenen Samstag fand das Häsrichten diesmal aber virtuell auf der Webseite der Narrenzunft statt. Trotzdem bot die Zunft auch Platz für die neuesten Missgeschicke in der Stadt.

Das Foto zeigt eine Szene aus der Stadthalle Aulendorf aus dem Jahr 2019.

„Das mit Abstand beste Häsrichten 2017 bis 2020“ zeigte die Höhepunkte der vergangenen Jahre. Für die aktuellen Missgeschicke in der Stadt präsentierte die Zunft eine zusätzliche Premiere. Kurz vor Beginn der Veranstaltung wurde im Internet die Zeitschrift „Die Aulendorfer Rätsch“ veröffentlicht. „Liebe Leserinnen und Leser, Sie halten das erste und hoffentlich einzige Exemplar des Häsrichtens der Neuzeit ,Die Aulendorfer Rätsch’ in den Händen“, schrieben die Häsrichter. Die Missgeschicke der Aulendorfer Bürger seit dem vorigen Häsrichten sind darin – wenn auch in anonymisierter Form – zusammengetragen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen seien die Namen nicht ausgeschrieben, erklären die Macher – und geben dem Leser aber einen Tipp: „Es sind die üblichen Verdächtigen mit Ausnahmen.“ Auch wenn, wie Britta Wekenmann von der Narrenzunft schreibt, wegen der Auflagen Proben oder gar ein Häsrichten vor Publikum nicht hätte stattfinden können, sollen die Geschichten vom vergangenen Jahr erzählt werden.

Zu diesen Geschichten gehört das Bemühen des Hallenwirts der Stadthalle, der um die Fasnetszeit vor einem Jahr vergeblich versuchte, die Holztür der Stadthalle abzuschließen. Der Hausmeister konnte das Rätsel lösen: Die Türe wurde zur Brandschutztüre umgebaut, die immer von Innen zu öffnen ist – egal, wie oft man versucht, abzuschließen.

Auch die Stadtverwaltung hat es in die einmalige Zeitschrift geschafft. Sie machte die Bürger darauf aufmerksam, dass der Rundweg am Steegersee vom 7. August 2020 bis zum 31. September 2020 wegen Sanierungsmaßnahmen gesperrt sei. Da wundere es niemanden mehr, wenn Baumaßnahmen teurer werden, wenn man dafür die Monate länger machen müsse, als sie tatsächlich seien. Den „Häsrichterorden“ an die in der „Aulendorfer Rätsch“ genannten Personen fanden diese vor der Ausstrahlung in ihrem Briefkasten.

Der Film „Das mit Abstand beste Häsrichten 2017 bis 2020“ holt das Häsrichten in das heimische Wohnzimmer. Die Veranstaltung in dieser Form zu präsentieren, wurde überhaupt möglich, weil Willi Ohlinger seit 2017 das Häsrichten auf Video festhält. Damals hatten Maria Arnold und Britta Wekenman von Klaus Wekenmann die Veranstaltung übernommen und, wie Britta Wekenman erläutert, das „Kamerakind“ mit dieser Aufgabe betraut. Die Narrenzunft behät im Video ihre Dramaturgie bei: Nach dem „Aulendorfer Narrenmarsch“ und einer kurzen Einführung in den Film tut sich die Szene in der Stadthalle auf, in der der Maskenmeister einen Blick in den Ort der Verbannung von Eckhexe, Rätsch und Tschore,
Fetzle und Schnörkele gewährt.

Anschließend ist die Bühne frei für die Häsrichter Britta Wekenmann, Maria Arnold, Carina Baur, Sandra Daiber, Irene Steinhauser und Tina Heinemann. Dank der Häsrichter-Zeitschrift können Zuschauer das „Häsrichterlied“ mitsingen.Anschließend riefen die Häsrichter die besten Geschichten aus den Jahren 2017 bis 2020 ins Gedächtnis, darunter die Fotoaufnahmen der Abteilung Wintersport der SG Aulendorf im Sommer in Skianzügen am Steegersee und die Geschichte eines sechsjährigen, der wegen der guten Spätzle Aulendorf zur Hauptstadt von Deutschland erklärt. Ebenfalls höchst amüsant: Die Erzählung über die Verwechslung eines Spülmittels mit Waschpulver. Nachdem das Spülmittel in der Waschmaschine gelandet war, las der Verursacher den Namen des Produkts auf der Flasche: „Denk mit!“. Ebenfalls vielen unvergessen war die Begrüßung bei einem Neujahrskonzert der Stadtkapelle, bei dem der katholische „Stadtpfarrer mit Gattin“ begrüßt wurde. Sieht man die Szenen aus dem „Häsrichten“ der vergangenen Jahre in der Zusammenfassung, fällt auf, mit wie viel Liebe Texte und Lieder geschrieben und eingeübt werden. Das Ende der Veranstaltung bildet wieder der Narrenmarsch, dieses mal begleitet von der Aulendorfer „EinMann-Band Hoch 2“.

Wie in den sozialen Medien zu lesen war, waren die Spannung und Vorfreude der Aulendorfer Narren auf diese Ausnahme in der Häsrichter- Tradition enorm. Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht. Nach etwas mehr als zwölf Stunden im Netz erzielte das Video bereits 1111 Aufrufe: Eine schöne, „narrete“ Zuschauerzahl.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 08.02.2021
Text: Annabel Munding

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Virtuelle Stubenfasnet trifft ins Schwarze

Tausende Aulendorfer Narren erleben einen amüsanten Abend

Bereits eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn war der Chat freigeschaltet, der von Maskenmeister Michael Weißenrieder vom Organisationsteam der ersten digitalen Aulendorfer Stubenfasnet moderiert wurde. Mit dem Narrenmarsch im Hintergrund nutzten viele Narren dies zur schriftlichen Begrüßung und warteten gemeinsam gespannt darauf, was der Abend bringen würde. Das Einzugsgebiet der Zuschauer, das sich weit über die Landesgrenzen erstreckte, war unerwartet groß. Neben bekannten Narrenorten der näheren Umgebung wurde der Livestream von Narren aus München, Offenburg, Freiburg, Tübingen bis ins Rheinland und die Schweiz verfolgt.

Die Moderatoren Flo Angele und Wolfgang Heyer bei der ersten Stubenfasnet der Narrenzunft Aulendorf. Beide Organisatoren waren per Schnelltest coronanegativ.

Als Studio diente die närrisch dekorierte Stube der Schlossbrauerei von Vizezunftmeister Flo Angele, der in seiner Eigenschaft als Comedian mit seinem Freund, dem Poetry- Slammer Wolfgang Heyer mit viel Wortwitz und humoristischen Einlagen durch das abwechslungsreiche Programm führte. Die Idee der Stubenfasnet kam übrigens von Heyer, wie Angele verriet. Nach den obligatorischen Grußworten, die in Form von Filmsequenzen eingespielt wurden, begrüßten die Moderatoren vor allem jene Narrenzünfte, die zum Landschaftstreffen eingeladen waren. Dessen coronabedingte Absage gab den Anlass, diese erste Stubenfasnet am vergangenen Samstag durchzuführen.

So reihte sich ein Höhepunkt an den anderen: Zum filmischen Ablauf der heimischen Fasnet, der nicht wenigen Zuschauern Tränen in die Augen trieb, wie im Chat zu lesen war, gesellten sich Brauchtumsvorführungen befreundeter Zünfte wie der Hausfasnet der Waldseer oder der Narrenzunft Obernheim. Auch der Film über den Gewinn des Närrischen Ohrwurms dürfte viele Fans der Einmannband2 gefreut und manche familiäre Schunkelrunde in der Stube eingeleitet haben. Eine schöne Geste war auch das Gastgeschenk der Dorausschreier in Form eines „Bonbon-Bomms“, der dann am Sonntagmorgen naschbereit auf dem Schlossplatz in Aulendorf stand. Den Moderatoren diente die Frage „Was macht Fasnet aus?“, die sie humorvoll ergründeten, als roter Faden durch den Abend. These 1: Fasnet ist Liebe. Dies bekräftigten sie mit mit gespielten Anmach- und Abfuhrsprüchen. Dass Fasnet sprachliche Kreativität bedeutet, belegte Slammer Heyer mit einem Bäcker-Rap.  Ergänzt wurde diese These durch ein Interview mit Schwaben- und Fasnetsfritz. Die Zuschauer in den Wohnzimmern waren per närrischen Quizfragen ins Programm mit einbezogen und mussten ein Lösungswort herausfinden. Viel Gelächter bescherten die Videoclips der Versprecher, die im Vorfeld für die Grußworte aufgezeichnet worden waren. Ein Zeichen, dass Fasnet (oder doch eher der Flo) verrückt ist, bewies Angele, als er vor laufender Kamera mit einer Sicherheitsnadel ein weiteres Ohrloch stach, Freund Wolfgang verneinte dieses Ansinnen dagegen energisch.

Zu guter Letzt zeigte die Narrenzunft ihr großes Herz (auch ein Bestandteil der Fasnet), indem sie die Übergabe von 500 Euro an die Stiftung der Krebsnachsorgeklinik Tannheim zusagte und die Zuschauer bat, nach Möglichkeit den Betrag mit Spenden aufzustocken. Dies ist online möglich unter www.tannheim.de/spenden/online-spende/ oder mit einer Bankübereisung -IBAN: DE53 6649 0000 0029 2929 22 mit dem Hinweis Narrenzunft Aulendorf. Hatte diese doch darauf verzichtet, für dieses gut zweieinhalbstündige Unterhaltungsfeuerwerk Eintritt in Form eines kostenpflichtigen Zugangscodes zu verlangen. Es sollte eine offene Veranstaltung ohne Kosten für die Zuschauer sein, erklärte Mitgliedswart Weißenrieder, der bei der Organisation von Paul Mock und Marc Michl von der Agentur Siedepunkt unterstützt wurde. Apropos Technik, bei manchen der über 3850 zugeschalteten Endgeräte, was annähernd 10 000 Zuschauer bedeuten dürfte, ruckelte ab und an der Livestream, wie zu lesen war. Dennoch gab es im Chat durchweg positive Resonanz und viele Dankesworte, wie beispielsweise „Also liabe Auladorfer Narrenzunft, ihr bringt uns ein bisle Fasnet in die Wohnzimmer, und lasst unser Herz höher schlagen. Dickes Lob für eure tolle Idee. Grüßle aus Oberndorf, Michael und Silvi“.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee  01.02.2021
Text: Claudia Buchmüller

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Stubenfasnet soll virtuell für Stimmung sorgen

Die große Online-Veranstaltung findet am 30. Januar statt –
Für die Zunftmeister-Nachfolge gibt es einen Interessenten

Man stelle sich vor, es ist Fasnet und keiner geht hin – was in normalen Zeiten für alle Freunde der fünften Jahreszeit allerhöchstens als Alptraum vorstellbar war, ist 2021 für Narren zur bitteren Realität geworden. Denn Corona-Pandemie und Straßenfasnet passen nicht zusammen. Daher heißt das Motto der Fasnet 2021 in Aulendorf passenderweise „Mit einer Besenlänge Abstand die Besten“. Digitale Möglichkeiten spielen in diesem Jahr für die Narrenzunft Aulendorf eine große Rolle, um zumindest eine Stubenfasnet möglich zu machen.
„Mir mached Fasnet in diesem Johr a bissle andersch und ladet eich ei zur Stubenfasnet Aulendorf“ frohlockt die Narrenzunft und bietet am Samstag, 30. Januar, um 20 Uhr eine Online-Veranstaltung an. Eigentlich hätte an diesem Wochenende das große Landschaftstreffen in Aulendorf stattfinden sollen. Stattdessen wird es nun die digitale Fasnetsshow geben, moderiert vom stellvertretenden Zunftmeister Flo Angele und Poetry-Slammer Wolfgang Heyer (www.stubenkult.de/stubenfasnetaulendorf). Wie Zunftmeister Rolf Reitzel erklärt, wurden verschiedene Zünfte, die zum Landschaftstreffen zu Gast gewesen wären, gebeten, entsprechende Videodateien zu senden. In der etwa zweistündigen Online-Stubenfasnet- Veranstaltung soll darüber hinaus aber vor allem auch das Aulendorfer Brauchtum (wie die Maskenbeschwörung am Hexeneck
oder das Narrenbaumstellen) zu sehen sein, indem (hauptsächlich) Videos aus den vergangenen Jahren gezeigt werden. „Verschiedene Grußworte wie das vom Burggraf oder das von mir wurden schon aufgezeichnet“, berichtet Reitzel. Für den Spaß zwischendrin sorgen Angele und Heyer. Und damit auch die Zuschauer zuhause in Fasnetstimmung geraten, ruft die Narrenzunft dazu auf, das Wohnzimmer schön zu schmücken und Häser anzuziehen. „Alle schmücked ihre Stuba, ziehet sich a Häs an und dann dreha mir dahoim richtig zamma durch“ lautet das Motto der Narrenzunft für den Abend.

Da die Corona-Pandemie der öffentlichen Fasnet, wie so vielem anderen auch, einen gehörigen Strich durch die Rechnung macht, könnte dieser Artikel mutmaßlich an dieser Stelle beendet werden. Da die Narrenzunft Aulendorf aber kreative Ideen hat und sich nicht so leicht geschlagen gibt, hat sie sich über die Stubenfasnet hinaus noch mehr überlegt, um fasnetliche Stimmung in Aulendorf sichtbar zu machen. So soll beispielsweise die Hauptstraße geschmückt werden – sofern es Pandemie und rechtliche Bedingungen ermöglichen, wie Reitzel erläutert. Außerdem sollen die Masken am 10. Februar auch trotz Corona befreit werden – und zwar ebenfalls digital. „Aktuell sind ja die Masken noch verbannt, aber nach der Befreiung können die Leute ja zumindest mit Häs in den Supermarkt zum Einkaufen gehen oder was eben noch coronamäßig erlaubt ist, mich würde das riesig freuen“, sagt Reitzel. Auch das Maskenverbannen am Fasnetsdienstag soll digital stattfinden. Auf der Homepage der Narrenzunft ist zudem noch weiteres mehr geboten, so werden unter anderem die Ulkgruppen mit vielen Fotos vorgestellt oder närrische Dekorationen gezeigt. Die Aulendorfer Bürger sind zudem eigen-initiativ närrisch unterwegs und posten viele Fotos auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram.

Einen Präsenztermin wird es in dieser Fasnet dann doch noch geben: die Narrenmesse am Fasnetssonntag um 9.01 Uhr in der Kirche St. Martin. Allerdings ist die Teilnahme nur unter voriger Anmeldung und mit begrenzter Teilnahmerzahl möglich. Eventuell wird die Narrenmesse auch online übertragen. Hierzu sei jedoch noch nicht alles geklärt, weil dies nach Angaben von Reitzel auch eine Kostenfrage ist. Seine letzte Fasnetsaison als Zunftmeister hatte sich Reitzel indes wahrlich anders vorgestellt. „Das macht mir natürlich so wie es ist keine Freude, es gibt ja keine richtige Fasnet.“ Seit dem 3. April 2012 hatte Reitzel, der vergangene Woche seinen 60. Geburtstag hatte, das Amt als Zunftmeister inne. Nun werde es Zeit für einen Wechsel, erfreulicherweise gebe es aber bereits einen Nachfolger, der bereit sei, das Amt zu übernehmen. Einen Namen wollte Reitzel im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ nicht nennen. Er sei aber sehr froh über die Bereitschaft, da es heutzutage für alle Vereine und besonders für so einen großen wie die Narrenzunft, mit mehr als 2000 Mitgliedern, nicht einfach sei, Ehrenamtliche für so einen Posten zu finden. „Darum beneiden mich so manche Zunftmeister in der Region, die aus Nachfolgemangel nicht aufhören können.“ Sobald es die Corona-Pandemie zulässt, soll „zeitnah nach Aschermittwoch“ die Zunftratssitzung stattfinden, in der der Nachfolger beziehungsweise die Nachfolgerin gewählt wird. Für Reitzel kommt jedoch nur eine Präsenzsitzung dafür infrage, keine virtuelle.

Bericht: Schwäbische Zeitung Lokalausgabe Bad Waldsee 25.01.2021
Text: Karin Kiesel

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„MIT EINER BESENLÄNGE ABSTAND DIE BESTEN!“

Wir stellen die Fasnet 2021 unter das Motto: „MIT EINER BESENLÄNGE ABSTAND DIE BESTEN!“

Wir haben die Bitte, dass Ihr Euch alle an die aktuellen Corona Verordnungen haltet.

Nur gemeinsam kommen wir aus dieser schwierigen Situation und können dann 2022 wieder unsere geliebte Fasnet feiern.

Die Gesundheit aller hat oberste Priorität.

Wir werden aber trotzdem versuchen, dass wir etwas Fasnet in unser Städtle und Eure Wohnzimmer bringen.

Haltet Zusammen, passt aufeinander auf und wir freuen uns jetzt schon, auf eine hoffentlich wieder unbeschwerte Fasnet 2022.

Herzlichen Dank an Vanessa Rösch für die Gestaltung unseres Banners! 😘

#NARRENHALTEZUSAMMEN
#NÄRRISCHEWEITSICHT
#KLUGENARRENHALTENSICHANDIEVORGABEN
#WIRBRAUCHENGESUNDENARREN

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